User Experience, KI, Chat

8 Trends zum Digital Workplace

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die ersten Gewerkschaften verhandeln schon weniger über Geld als über flexible Arbeitszeiten. Das erklärt Analyst Maximilian Hille von Crisp Research. Er nennt acht Trends rund um Digital Workplace und Enterprise Mobility, die den weiteren Einfluss von Technologien zeigen.
  • Cloud kann nicht alles – es gibt ein Comeback der Hardware
  • Die Nutzer erwarten, einen Vorgang auf einem Endgerät beginnen und auf jedem beliebigen anderen fortsetzen zu können

"Reconquer", Zurückerobern, lautet das Motto der Führungskräfte in den Unternehmen. Der Wandel der Arbeitswelt zwingt sie, ihr Handeln und ihre Möglichkeiten von Kontrolle und Sicherheit neu zu überdenken. Das behauptet Analyst Maximilian Hille von Crisp Research. Seine Beobachtung: die ersten Gewerkschaften verhandeln in erster Linie nicht mehr (nur) über höhere Löhne, sondern über flexiblere Arbeitszeiten.

Crisp Research erwartet, dass Unternehmen um das Jahr 2022 herum die nächste Generation mobiler Geschäftsmodelle erreicht haben werden.
Crisp Research erwartet, dass Unternehmen um das Jahr 2022 herum die nächste Generation mobiler Geschäftsmodelle erreicht haben werden.
Foto: Crisp Research

In dem Papier "Digital Workplace und Enterprise Mobility 2018 - die Top Trends für CIOs und Entscheider" nennt Hille folgende acht Entwicklungen:

1. User Experience muss nahtlos sein

"Der Software und Device Stack der Mitarbeiter wird immer umfangreicher", erklärt Hille. Gleichzeitig stellen die Endanwender immer höhere Ansprüche. Haben sie einen Vorgang auf einem Endgerät begonnen, wollen sie ihn nahtlos auf jedem anderen Gerät weiterführen können. Software und Daten-Repositories müssen das ermöglichen.

2. Mixed Reality entwickelt sich aus der Consumer-Ecke heraus

Hille kennt einige Leuchtturm-Projekte für Use Cases von Augmented und Virtual Reality auf den Feldern Wartung, Fertigung, Produktdesign und Vertrieb. Er erwartet daher, dass Mixed Reality das Consumer-Image noch in diesem Jahr ablegen wird.

3. Chat-Plattformen werden zum neuen Standard

Analog etwa zu Whatsapp entwickelt sich der Chat zum neuen Standard der Kommunikation von Unternehmen. Chat-Hubs integrieren alle Office- und Workplace-Anwendungen und bieten sich damit als zentrale Anlaufstelle für die Mitarbeiter an.

4. Künstliche Intelligenz fordert das Comeback der Hardware

"Alles aus der Cloud zu machen, ist schon aus der Mode", erklärt der Marktforscher. Die Nutzung leistungsfähiger Endgeräte bringt viele Rechenprozesse wieder auf diese Geräte selbst zurück, Stichwort Edge Computing. Hintergrund dessen ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), denn Unternehmen wollen KI-Prozesse auf den Devices noch leistungsfähiger machen. So will beispielsweise Samsung bis 2020 alle neuen Angebote, ob Kühlschrank oder Smartwatch, mit einem zusätzlichen KI-Chip versehen.

5. Spracheingabe wird noch wichtiger

Vorreiter ist Amazon mit Alexa for Business. Bisher setzen Unternehmen Sprache vorwiegend in Call- und Contact-Centern ein. Künftig werden sie Voice Interaction als Kommunikationsplattform, Frage-Antwort-Assistent und Steuerungsmechanismus einzelner Aktionen oder ganzer Produktionsanlagen nutzen.

6. Aus Work-Life-Balance wird Work-Like-Balance

Salopp ausgedrückt: Arbeiten und sich des Lebens freuen rücken näher zusammen. Corporate Coworking Spaces zeigen, das soziale Leben zunehmend im Kontext des Arbeitens stattfindet. Dazu Hille: "Neue Kulturen und Wirtschaftsorganisationen definieren sich gemeinsam über ihr Ziel."

7. Lebenslanges Lernen erfordert Learning Experience Management in den HR-Abteilungen

Die Forderung nach der Bereitschaft, sich ein Arbeitsleben lang immer wieder weiter zu qualifizieren, weitet Hille auf die Personalabteilungen aus. Sie sollten sich "eine Art Learning Experience Management auf die To-Do-Liste" schreiben. Es ist ihre Aufgabe, geeignete Organisations- und Arbeitsmodelle sowie eine Plattform für den Wissensaustausch bereit zu halten.

8. New Leadership geht nicht ohne Technologie-Affinität

Der klassischen Führungskraftklassischen Führungskraft, die sich durch "radikales Durchsetzungsvermögen" auszeichnet, stellt Hille eine "New Leadership" gegenüber, die einen offenen und empathischen Führungsstil pflegt. In Zeiten der Digitalisierung brauchen Unternehmenslenker aber auf jeden Fall auch Technik-Know-How. Alles zu Führung auf CIO.de

"Die Unternehmen arbeiten mit Hochdruck daran, sich diesen aktuellen Trends und technologischen Möglichkeiten zu fügen, ohne direkt ihre jahrelang etablierte Kultur des Arbeit und des Miteinanders in Frage stellen zu müssen", sagt Hille. Er fügt an: "Dass dies in der Praxis bisweilen auch mal nicht so schnell geht, wie es möglicherweise die öffentliche Erwartung vermuten lässt, wird vielen Unternehmen auch sehr schnell klar."

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