DZ-Bank

Alles aus einer Hand

27.09.2006

Dafür differenzieren sich die Banken im kundennahen Bereich, indem sie die Gesamtsicht auf den Kunden forcieren. „Banken sehen ihre heutigen Kernkompetenzen erwartungsgemäß vor allem in Vertriebs- und Beratungsprozessen“, heißt es in der Studie. Besser inhouse bleiben sollten demnach kompetenzintensive Elemente wie Portfolio-Management und Finanzplanung.

DZ Bank - Positionierung der DZ Bank im Markt
DZ Bank - Positionierung der DZ Bank im Markt

„Die Fokussierung der Banken auf ihre Kernkompetenzen und die zunehmende Vernetzung sind grundsätzlich der richtige Weg“, sagt der Bankenexperte. Jedes Institut müsse dabei aber seine eigene Sourcing-Strategie finden. „Es kommt immer darauf an, wie Strategie, Ausrichtung und Historie der Bank sind und wie man dort auf Kunden zugeht. Die Provider müssen entsprechende Servicemodule flexibel bereitstellen“.

Time-to-Market als Treiber

Und wie sie das tun. Die Auftragsbücher von Wolfs Team sind voll. Auch wenn der Überzeugungsprozess Zeit braucht. „Ein Jahr, manchmal auch zwei, kann der Schritt in die neue Welt dauern“, bestätigt der Abteilungsdirektor. Outsourcing ist Vertrauenssache, gerade im sensiblen Bankenbereich. Die Gründe für den Wechsel nach außen sind dabei oft profane Probleme. Bei dem einen befindet sich ein IT-Altsystem in der Abwicklung oder stirbt ab, bei einem anderen wurden die Lizenzgebühren erhöht, und die steigenden Kosten treiben die Banker dazu, preiswerte Alternativen außer Haus zu suchen. Auch neue gesetzliche Regelungen begünstigen die Migration. „Beispiele sind die Einführung der Wert papierkennnummer ISIN (International Securities Identifikation Number) und die Richtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive)“, so Wolf. „Die Time-to-Market spielt dabei eine große Rolle.“

Learnings - Erkenntnisse von Jens Wolf, DZ Bank
Learnings - Erkenntnisse von Jens Wolf, DZ Bank

Die früher undenkbare Kooperationsbereitschaft der Banken wurde aus der Not geboren, der Kostendruck war zu groß. Inzwischen gilt Deutschland als Vorreiter bei Entwicklung und Outsourcing standardisierter Bankprodukte. „Das ist nur der Anfang eines Trends“, so Wolf. „Die Banken wollen und müssen wettbewerbsfähig bleiben und bauen daher verstärkt auf die externe Zusammenarbeit.“ Und er prophezeit: „In Zukunft wird jede Bank ihre Rolle gemäß ihrer Alleinstellungsmerkmale finden müssen, damit das Wertschöpfungsnetzwerk optimal funktioniert.“

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