Cloud Computing


Distributed Ledger

Blockchain as a Service senkt die Einstiegshürde

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Die Cloud-Provider haben Blockchain-Technologien als chancenreiches Geschäftsfeld entdeckt. Neben Microsoft und IBM setzen auch Schwergewichte wie Oracle, SAP und HPE auf Blockchain as a Service (BaaS). Unternehmen könnten damit ohne größere Vorabinvestitionen experimentieren und Erfahrungen sammeln, lautet das Versprechen.

Die Potenziale der Blockchain haben nicht nur zahlreiche Startups und experimentierfreudige IT-Teams auf den Plan gerufen. Die auch als Distributed Ledger (übersetzt: verteiltes Kontenbuch) bezeichnete Technik hat längst in die Portfolios der großen Cloud-Provider Einzug gehalten. Die Argumente der Anbieter klingen einleuchtend: Mithilfe von Blockchain as a Service (BaaS) können Unternehmen die Technologie testen, ohne viel Geld in eine eigene Architektur und hochspezialisierte Entwickler investieren zu müssen. "Wir befinden uns immer noch in einer frühen Phase der Blockchain-Entwicklung", erläutert Bill Fearnley, Research Director Worldwide Blockchain Strategies bei IDC. "Es gibt nur sehr wenige Spezialisten, die mehrjährige praktische Erfahrungen vorweisen können."

Marktforscher trauen dem entstehenden Blockchain-Markt hohe Wachstumsraten zu. Doch der Einstieg fällt vielen Unternehmen schwer.
Marktforscher trauen dem entstehenden Blockchain-Markt hohe Wachstumsraten zu. Doch der Einstieg fällt vielen Unternehmen schwer.
Foto: a-image - shutterstock.com

Andererseits mangelt es nicht einschlägigen Studien, die dem gerade erst entstehenden Markt satte Zuwächse prophezeien. Marktforschungs- und Beratungshäuser wie Gartner berichten von stark zunehmenden Kundenanfragen. IT-Anbieter ebenso wie Anwenderunternehmen wollen herausfinden, wie sie die Technologie nutzen können, um Zeit und Verwaltungskosten zu sparen.

In diesem frühen Stadium könnten IT-Entscheider vom Know-how der Cloud-Provider profitieren, argumentiert IDC-Mann Fearnley: "Wie bei jeder neuen Technologie gibt es eine Lernkurve, die Unternehmen bei den ersten Praxiseinsätzen durchmachen. Die Zusammenarbeit mit einem BaaS-Anbieter ermöglicht es, von dessen Erfahrungen zu lernen und die Systeme sicherer zu gestalten." Die Cloud-Spezialisten agierten dabei nicht nur als Serviceprovider, sondern auch als Technologieberater für Blockchain-Projekte.

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Kritische Stimmen sind im Hype um Blockchain und BaaS eher selten zu hören. "Der Begriff BaaS ist bedeutungslos", kommentiert etwa Martha Bennett, Principal Analyst bei Forrester und Beraterin von CIOs und IT-Entscheidern. Im Grunde gehe es nur um einen Infrastruktur-Service, auf dem Nutzer ihre Blockchain aufsetzen könnten. Eine fertige Blockchain dürfen Unternehmen demzufolge nicht erwarten. Sie können die Cloud-Angebote aber dazu nutzen, "ihre" Hyperledger-Anwendung in einer gewohnten Umgebung zu betreiben, die sie schon für andere IT-Aufgaben nutzen. Das erleichtert den Einstieg und dämpft die Kosten für die oft komplexen Pilotprojekte.

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