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CIOs lernen auf der Gamescom von Kindern

Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
CIOs und IT-Führungskräfte von Skoda, Rewe oder thyssenkrupp ließen sich von Kindern auf der Spielemesse führen. Sie staunten nicht schlecht und erlebten viele Inspirationen für ihr Business.
  • Die Manager brachten Kinder im Alter zwischen 12 und 25 Jahren mit, die als Mentoren fungierten
  • Dieser didaktische Kunstgriff verhinderte Berührungsängste und eröffnete ungewohnte Perspektiven
Foto: Kai Müller

Es ist bunt, laut, wild. 345.000 Besucher an vier Tagen. "Wie auf einem digitalen Wacken-Festival" umschreibt ein Besucher mittleren Alters eine Veranstaltung, die sicherlich noch bei den wenigsten CIOs und IT-Führungskräften im Jahreskalender aufgetaucht ist: die Gamescom in Köln - ihres Zeichens die weltweit größte Messe für digitale Spiele.

Bereits 2015 hatte sich erstmals erste kleine Gruppe CIOs um den jetzigen SkodaSkoda CIO Ralf Brunken davon überzeugt, dass der Besuch der Gamescom und der Austausch mit den Executives und Technologiechefs der Gamesbranche viel Sinn macht. Brunken: "Die Effekte von DigitalisierungDigitalisierung und Gamification reichen schon heute weit in viele Branchen hinein. Nicht nur im Automotive-Bereich sondern auch in der klassischen Industrie oder der Medizintechnik bieten sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Augmented Reality oder Serious Gaming sind nur einige Stichworte." Top-500-Firmenprofil für Skoda Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

"Die Effekte von Digitalisierung und Gamification reichen schon heute weit in viele Branchen hinein", sagt CIO Ralf Brunken von Skoda.
"Die Effekte von Digitalisierung und Gamification reichen schon heute weit in viele Branchen hinein", sagt CIO Ralf Brunken von Skoda.
Foto: Volkswagen

Die Resonanz auf das "Executives & Kids @ Gamescom" getaufte Format war so positiv gewesen, dass sich die Initiatoren, der BIU Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. und das Wipro Centers for Business Resilience der WHU entschieden, 2016 einen größeren Kreis von Vertretern aus dem CIO-Netzwerk zum Messebesuch einzuladen.

Eine der Besonderheiten ist schon in Namen ersichtlich: Die CIOs und CxOs bringen Kinder im Alter zwischen 12 und 25 Jahre mit, die als Mentoren fungieren und den Erwachsenen einen anderen Einstieg in dieses spezielle Metier ermöglichen sollen. Ein ausbildungsdidaktischer Kunstgriff, der hilft, von Beginn an eventuell bestehende Berührungsängste mit der Spieleszene zu vermeiden und der es ermöglicht neue, ungewohnte Perspektiven zu eröffnen. "Unsere Erfahrungen, unter anderem im Design ThinkingDesign Thinking Umfeld zeigen, wie fruchtbar eine direkte Einbindung der Digital Kids in aller Regel ist", so Peter Kreutter, Geschäftsführender Direktor des Wipro Centers und einer der geistigen Väter der CIO-Veranstaltung. Alles zu Design Thinking auf CIO.de

Mit unter den Teilnehmern dieses Jahr war Jens SiebenhaarJens Siebenhaar, CIO der ReweRewe Group. Er ist begeistert von der Professionalität mit der Spiele entwickelt und betrieben werden: "Hier verstecken sich komplexe IT-Systeme mit bester Performance und ausgeklügelter Big Data-Analytik hinter hervorragenden graphischen Oberflächen, die dem Anwender Spaß und Leichtigkeit vermitteln. Auch wenn die heutigen Business-Anwendungen davon noch weit entfernt sind, bemühen wir uns um eine Entwicklung in exakt die gleiche Richtung." Top-500-Firmenprofil für Rewe Profil von Jens Siebenhaar im CIO-Netzwerk

"Hier verstecken sich komplexe IT-Systeme mit bester Performance und ausgeklügelter Big Data-Analytik hinter hervorragenden graphischen Oberflächen, die dem Anwender Spaß und Leichtigkeit vermitteln", sagt CIO Jens Siebenhaar von der Rewe Group.
"Hier verstecken sich komplexe IT-Systeme mit bester Performance und ausgeklügelter Big Data-Analytik hinter hervorragenden graphischen Oberflächen, die dem Anwender Spaß und Leichtigkeit vermitteln", sagt CIO Jens Siebenhaar von der Rewe Group.
Foto: Foto Vogt

Ähnlich sehen dies die beiden Alumni des CIO Leadership Excellence Program Oliver HuferOliver Hufer (CIO bei Promat, Anbieter für Brandschutz und Wärmedämmung) und Sebastian Seutter (früher bei ThyssenKruppThyssenKrupp in der IT und seit kurzem Director bei Microsoft). Beide konnten erstmals die Gamescom hautnah erleben. "Impulsgeber wie Consumerization oder Augmented Vision, die auch für CIOs im B2B-Umfeld zunehmende Relevanz haben, werden hier nochmals anders aus einer anderen Perspektive beleuchtet", so Hufer. Top-500-Firmenprofil für ThyssenKrupp Profil von Oliver Hufer im CIO-Netzwerk

"Impulsgeber wie Consumerization oder Augmented Vision, die auch für CIOs im B2B-Umfeld zunehmende Revelanz haben, werden hier nochmals anders aus einer anderen Perspektive beleuchtet", fasst CIO Oliver Hufer von Promat seine Eindrücke zusammen.
"Impulsgeber wie Consumerization oder Augmented Vision, die auch für CIOs im B2B-Umfeld zunehmende Revelanz haben, werden hier nochmals anders aus einer anderen Perspektive beleuchtet", fasst CIO Oliver Hufer von Promat seine Eindrücke zusammen.

Dass gerade im Handel Technologien wie Artificial Intelligence und Gamification neue Impulse bringen können, betont auch Christopher Suff, Director Business Development bei Wipro. Als Panelist sprach er auf dem Gamescom Congress zum Thema "Wachstum in digitalen Branchen: Leadership, Strategie, Mitarbeiterentwicklung" und verwies dabei auf ein Whitepaper, das sein Haus in diesem Themenbereich erarbeitet hat.

Treffen mit YouTubern LeFloid und Mitgliedern von PietSmiet

Einer der Höhepunkte war zweifelsohne ein Treffen von Vertretern der CIO Stiftung mit den bekannten YouTubern LeFloid und zwei Mitgliedern von PietSmiet. Ganz im Sinne des "Giving back to society" initiieren sie online eigene Spendenaktionen und berichteten über diese bei der kleinen Gesprächsrunde.

LeFloid hat in der zweiten Auflage der Spendenaktion "Loot für die Welt" im letzten Jahr gemeinsam mit anderen YouTubern über 76.000 Euro eingeworben. Die Youtuber um PietSmiet haben bei ihrem Charity-Streaming-Event #FriendlyFire in zwölf Stunden weit über 100.000 Euro Spenden gesammelt, die ebenfalls an gemeinnützige Organisationen gingen.

Games sind relevant für Gesellschaft und Business

Viele neue Einblicke in den globalen Roll-out von digitalen Geschäftsmodellen, agile Entwicklungs- und Serviceprozesse sowie die grundsätzliche Dynamik der Spielebranche brachten aber auch die Gespräche mit Ralf Reichert, einem der Gründer der ESL Electronic Sports League sowie mit Olaf Coenen, ?Vice President European Publishing von Electronic Arts. Olaf Coenen: "Ich spreche hier sicherlich für die ganze Spielebranche, wenn ich sage, dass wir natürlich auch von entsprechenden Gesprächen profitieren, da wir hiermit bei wichtigen Multiplikatoren das Bewusstsein für die Attraktivität und gesellschaftlichen Relevanz von Games schaffen können." Mehr noch, über die Games könnten auch IT-Fachkräfte der Zukunft entwickelt, identifiziert und erreicht werden. "Diese werden sicherlich auch für CIOs zunehmend ein knappes Gut".

Olaf Coenen (li.), Vice President European Publishing von Electronic Arts, zusammen mit Peter Kreutter, Geschäftsführender Direktor des Wipro Centers for Business Resilience und Direktor der Stiftung Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU), auf der Gamescom 2016.
Olaf Coenen (li.), Vice President European Publishing von Electronic Arts, zusammen mit Peter Kreutter, Geschäftsführender Direktor des Wipro Centers for Business Resilience und Direktor der Stiftung Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU), auf der Gamescom 2016.
Foto: Kai Müller

Dem stimmt auch Ralf Reichert zu: "Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass viele Entscheider große Augen bekommen, wenn sie sehen, welche Größe unsere Aktivitäten haben und wie international unser Geschäftsmodell sein muss, um erfolgreich zu sein." So wurde das diesjährige Finale der 10th Intel Extreme Masters (IEM) Season von mehr als 34 Millionen Unique Viewers verfolgt. Zum Hauptevent in Kattowiz mit der IEM Expo strömten über mehrere Tage insgesamt 113.000 Fans. Die verschiedenen Finalrunden fanden vor jeweils 10.000 Zuschauern in der ausverkauften Spodek Arena statt.

Gamescom als feste Größe im Kalender der CIOs

Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU, begrüßt den Besuch der CIOs auf der Gamescom: "Die Bedeutung der Gamescom als 360-Grad-Event zur Zukunft des digitalen Entertainments und der Digitalisierung unserer Gesellschaft wächst stetig." Es sei eine großartige Initiative von Peter Kreutter und der WHU, die er gerne auch 2017 wieder unterstützen würde. "Wir würden uns freuen, dann noch mehr Digitalisierungs- und IT-Führungskräfte in den fachlichen Austausch mit unseren Kollegen aus der Gamesindustrie bringen zu können. Meine Hoffnung ist, dass sich aus diesen Gesprächen neben dem beiderseitigen Know-how-Transfer gemeinsame Projekte mit den CIOs ergeben und Vertreter der CIO-Community zu einer festen Größe beim jährlichen Gamescom Congress werden.

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