Cloud Computing


SAP-Gehälter

Cloud-Experten besonders gefragt

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
SAP-Fachkräfte sind weiterhin gesucht, der Arbeitsmarkt bleibt eng, und damit bewegen sich die Gehälter für qualifizierte Berater auch ungebrochen auf hohem Niveau. Zugleich zeigt sich: Besonders mit Expertise im Bereich der SAP-Cloud-Anwendungen können Fachkräfte nun punkten.
Wie hoch das Gehalt eines SAP-Bearters ausfällt, kann unter anderem vom Standort abhängig sein, sagt der Experte Dr. Thomas Biber.
Wie hoch das Gehalt eines SAP-Bearters ausfällt, kann unter anderem vom Standort abhängig sein, sagt der Experte Dr. Thomas Biber.
Foto: Khongtham - shutterstock.com

SAP-Berater gehören immer noch zu den Top-Verdienern unter den IT-Experten, schon Berufsanfänger ohne Projekterfahrung können Jahresgehälter zwischen 40.000 und 50.000 Euro erzielen. Wie lukrativ sich eine SAP-Laufbahn entwickelt, hängt dabei jedoch stark von Branche und Expertenwissen ab, und ebenso davon, ob der SAP-Berater inhouse in einem Unternehmen oder als externer Consultant bei einem Beratungshaus angestellt ist. Jedoch kann bereits eine Inhouse-Stelle auf mittlerer Erfahrungsebene je nach Standort und Branche mit bis zu 100.000 Euro vergütet werden.

"Für einen Inhouse-Berater mit vier Jahren Erfahrung oder mehr liegt das GehaltGehalt bei circa 70.000 Euro aufwärts, für eine Fachkraft auf dem Level eines Senior Beraters in Ballungsräumen wie Frankfurt, München oder Stuttgart kann man bereits mit einem Gehalt zwischen 90.000 bis 100.000 Euro rechnen", erläutert Dr. Thomas Biber, Geschäftsführer der auf das SAP-Umfeld spezialisierten Personalberatung Biber & Associates. "Bei Inhouse-Führungskräften bewegen wir uns in einem Vergütungsbereich von circa 120.000 bis 140.000 Euro." Alles zu Gehalt auf CIO.de

Spezialwissen, Projekterfahrung und Mobilität machen sich bezahlt

Die attraktivste Vergütung bieten weiterhin SAP-Beratungshäuser. Hier lassen sich bei einem Wechsel von einer Inhouse-Stelle ins Consulting mit entsprechenden Kenntnissen auch rasch Gehaltssprünge erzielen: "Bei einem der größeren Consulting-Häuser kann ein Berater mit knapp vier Jahren Erfahrung und Spezialwissen zum Beispiel im Bereich Automotive bereits mit 80.000 Euro inklusive eines Firmenwagens rechnen", so Personalberater Biber.

"Auf dem mittleren Level liegt das Gehalt bei 100.000 Euro, ab Manager-Level bei über 100.000 Euro. Auf Teamleiter-Ebene sind je nach Teamgröße 100.000 bis 140.000 Euro Jahresgehalt realistisch, in Einzelfällen auch mehr." Im Consulting-Bereich wird natürlich eine hohe Reisebereitschaft auch auf internationaler Ebene vorausgesetzt. Biber: "Vor allem Spezialwissen und Projekterfahrung in Verbindung mit geografischer Mobilität machen sich bezahlt."

Dr. Thomas Bieber empfiehlt Berufsanfängern, mit einer realistischen Gehaltsvorstellungen in Bewerbungsgespräche zu überzeugen.
Dr. Thomas Bieber empfiehlt Berufsanfängern, mit einer realistischen Gehaltsvorstellungen in Bewerbungsgespräche zu überzeugen.
Foto: Biber & Associates

Da die Position als externer Berater mit intensiver Reisetätigkeit verbunden ist, ist ein Firmenwagen oft gleich zu Beginn Teil des Gehaltspakets. Meist sind hierbei Kosten für die private Nutzung inklusive Wochenenden und Urlaube abgedeckt und bieten somit einen erheblichen finanziellen Vorteil. Biber rät Bewerbern, vor allem in ihren ersten Berufsjahren, zu hoher Flexibilität: "Reise- und Umzugsbereitschaft sowie die Offenheit für neue Themen und Aufgaben sind die besten Voraussetzungen für den Einstieg in eine SAP-Karriere."

Variable Anteile bei Gehältern: Inhouse-Tätigkeit versus Consulting

Zu beachten sind die variablen Gehaltsbestandteile, die vor allem in Beratungsunternehmen üblich sind. Im Consulting-Bereich sind 20 bis 30 Prozent erfolgsbasierte Zulagen weit verbreitet, teilweise gibt es auch Prämien in einer Höhe von bis zu 50 Prozent des Basisgehalts. Je höher das Gehalt, desto größer ist in der Regel auch der Anteil der erfolgsbasierten Zulagen: "Bei einem Gehalt von 100.000 Euro sind oft nur 70.000 Euro fix", gibt Biber zu bedenken. Für Inhouse-SAP-Berater fällt der variable Anteil mit etwa zehn Prozent deutlich niedriger aus, da diese SAP-Fachkräfte nicht im Kerngeschäftsfeld ihres Arbeitgebers beschäftigt sind. In vielen Fällen erhalten sie ein Fixgehalt ohne Zulagen.

Gefragte Expertise: SAP-Cloud-Lösungen

"Die kontinuierliche Weiterbildung ist für SAP-Fachkräfte entscheidend, denn Erfahrung mit neuesten Technologien spiegelt sich auch im Gehalt wieder", so Biber. Zu den gefragten neuen Technologien gehören mittlerweile besonders SAP-Cloud-Lösungen, die neuen Frontendwerkzeuge Fiori oder UI5, die CRM-Lösung SAPSAP Cloud for Customer (C4C) sowie neue Human Capital Management-Lösungen wie das cloudbasierte SAP SuccessFactors. Alles zu SAP auf CIO.de

Auch Erfahrung in Big Data mit Hana ermöglicht Fachkräften mit entsprechender Expertise überdurchschnittliche Gehälter. Auffällig stark gefragt sind ebenfalls SAP HCM Payroll, SAP PP-PI (Produktionsplanung Prozessindustrie) und SAP Retail. Zu den besonders spannenden neuen Lösungen zählen zudem die neue S4HANA Plattform oder beispielsweise SAP BW on Hana. "Berater, die über gesuchtes Spezialwissen und Kenntnis der neuesten Technologien verfügen, haben nicht nur eine große Auswahl bei der Stellensuche, sondern können auch Gehälter am oberen Ende der Verdienstspannen erwarten", so Biber.

SAP-Professionals, die rein koordinierend und inhouse tätig sind, bewegen sich dagegen auf einem engeren Stellenmarkt mit entsprechend geringeren Lohnsteigerungen. Ebenso verdienen Abap-Entwickler und SAP-Basisadministratoren laut Biber im Inhouse-Bereich häufig etwas weniger als SAP-Modulexperten.

Weiterbildung als Wechselmotivation

"Wenn der Arbeitgeber ausschließlich alte Technologien einsetzt und keine Aussicht auf Modernisierung besteht, ist für Fachkräfte der Jobwechsel angesagt", so Personalberater Biber. Denn wer als Fachkraft zu lange in einer Komfortzone bleibt, nimmt sich die Möglichkeit auf Weiterentwicklung und irgendwann wird sie ihm auch nicht mehr zugetraut. Zugleich bietet ein Wechsel auch die Chance, sein Gehalt aktiv zu verbessern. Bestimmte Abap-Entwicklungsthemen werden mittlerweile laut Personalberater Biber gerne ins Ausland ausgelagert.

Branchen und Standorte ausschlaggebend

Es zeigt sich weiterhin ein Unterschied in der Vergütung zwischen den neuen Bundesländern sowie weniger dicht besiedelten Regionen in Westdeutschland auf der einen Seite im Vergleich zu Ballungsräumen im Süden und Westen rund um Frankfurt am Main, München, Stuttgart, Köln und Düsseldorf auf der anderen Seite. Ebenso ist die Branche für die Gehaltentwicklung relevant. Sehr gute Verdienstchancen bieten Chemie- und Pharmaindustrie, ebenso wie Automobilindustrie, Banken, Versicherungen.

"Ein externer SAP-Berater mit gefragtem Spezialisierung kann je nach Branche nach fünf bis zehn Jahren mit 100.000 Euro und mehr rechnen", so Personalberater Biber. "Jedoch sind Branche, Standort und Unternehmensgröße einflussreiche Faktoren auf die Vergütung." In einem renommierten Industrieunternehmen im Raum Frankfurt kann zum Beispiel ein SAP PP-PI Berater mit sechs bis acht Jahren Projekterfahrung sogar ohne Führungsverantwortung bis zu 120.000 Euro verdienen. Im Vergleich hierzu kommt eine Fachkraft mit gleichem Hintergrund in einem Unternehmen aus dem Gesundheitswesen in den neuen Bundesländern auf einen Verdienst von rund 60.000 Euro.

Zugleich zeigt sich aber auch ein neuer Trend im Schweizer Arbeitsmarkts, der traditionell mit besonders hohen Einkommen lockt und bei deutschen Fachkräften beliebt war. "Der Schweizer Arbeitsmarkt ist mittlerweile schwieriger für ausländische Arbeitnehmer", kommentiert Biber. "Hier verzeichnen wir eine Entwicklung, bei der abgeworbene deutsche Berater sich auch wieder stärker auf dem deutschen Arbeitsmarkt umsehen."

Realistische Gehaltsvorstellungen entwickeln

Ein guter SAP-Berater ist einem Unternehmen Gold wert. Doch das heißt nicht, dass Arbeitgeber bei der Besetzung einer Position Kompromisse machen. In den Bewerbungsverfahren wird nicht nur geprüft, ob ein Bewerber die gesuchte fachliche Eignung besitzt, sondern auch, ob er ins Unternehmen und ins Team passt. "Bewerber sollten deshalb mit einem realistischen Gehaltswunsch in Gespräche gehen. Sie müssen herausfinden, welche Fähigkeiten dem Arbeitgeber für die offene Stelle wichtig sind."

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