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KI und Geodaten

Die smarte Suchmaschine für RAG-Mitarbeiter

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Beschäftigten des Bergbau-Unternehmens RAG erhalten ein KI-gestütztes Recherche-Tool, das die bergmännische Fachsprache versteht.
Die Gründer des Startups und RAG-Partners Amberoad unter Tage (v.l.n.r. Bastian Maiworm, Julian Johannes Reinauer, Philipp Reißel, Igli Manaj)
Die Gründer des Startups und RAG-Partners Amberoad unter Tage (v.l.n.r. Bastian Maiworm, Julian Johannes Reinauer, Philipp Reißel, Igli Manaj)
Foto: Volker Wiciok

Gemeinsam mit dem Aachender StartupStartup Amberoad hat die RAGRAG eine neue Suchmaschine entwickelt. Das Bergbau-Unternehmen will zum einen, dass die Mitarbeiter weniger Zeit mit der Recherche zubringen. Zum anderen soll Wissen aus unstrukturierten Daten nutzbar gemacht werden. Die RAG hatte sich nach einer Ausschreibung für Amberoad entschieden. Deren Software namens Ambersearch wird laut Angaben des Start-Ups auch von Siemens EnergySiemens Energy genutzt. Top-500-Firmenprofil für RAG Top-500-Firmenprofil für Siemens Energy Alles zu Startup auf CIO.de

Hinter der heutigen RAG - einem Zusammenschluss verschiedener Bergbaufirmen - steht eine Historie von rund 150 Jahren Steinkohleabbau. Seit der Abkehr von der Steinkohle ist das Unternehmen mit den Folgen des Abbaus beschäftigt (sogenannte Ewigkeitsaufgaben) und reinigt beispielsweise das Grundwasser an einigen ehemaligen Kokereistandorten oder überwacht das Grundwasser an kontaminierten Standorten. Interne Informationen wie Geodaten, Office-Dokumente, PDFs, Karten, Grafiken und Bilder liegen verstreut auf verschiedenen Servern. Daher hatte die RAG das Projekt KISS42 initiiert. Das Kürzel steht für Künstliche Intelligenz (KI)Künstliche Intelligenz (KI), Suchsystem und die Zahl 42 aus dem Kultroman "Per Anhalter durch die Galaxis". Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

Suchwerkzeug muss die Sprache des Bergmannes beherrschen

Peter Vosen, Abteilungsleiter Geodaten bei RAG, bezeichnet das Projekt als "gelungenen Start zur Nutzung von KI-Methoden im Bereich Geoinformation und Suchtechnologie". Die Suchmaschine musste zunächst lernen, welche Arten von Daten sie lesen soll. Diese Daten liegen in Sharepoint-Teamräumen oder Datenbanken. Sie stammen aus SAP- und Enterprise Content Management-Systemen oder dem unternehmensweiten Intranet. Ambersearch muss die bergmännische Fachsprache beherrschen und die unterschiedlichen Berechtigungen der RAG-Nutzer verstehen und umsetzen.

Für das neue Werkzeug nutzen die Entwickler eine bereits vorhandene Datenbank, die "Digitale Service-Akte". Diese bildet jedoch nur einen Ausschnitt der Unternehmensdaten ab. Daher soll die neue Suchmaschine weitere Datenquellen integrieren. Firmeninterne Daten sollen um Informationen aus dem Internet ergänzt und intelligente Verknüpfungen aus internen und öffentlichen Dokumenten geschaffen werden. Das Feedback der Nutzer soll die Suchmaschine ständig weiter optimieren.

Die RAG mit Sitz in Essen entstand am 27. November 1968 als Konsolidierungsunternehmen der deutschen Steinkohleförderung. In ihr gingen die Bergbau-Anteile von 25 Unternehmen auf.

RAG | Suchmaschine
Branche: Steinkohlebergbau-Technik, Flächenmanagement
Use Case: Wissen nutzbar machen, schnellere Suchergebnisse
Projekt: KISS42 (Künstliche Intelligenz, Suchsystem)
Partner: Amberoad, Aachen
Produkt: Ambersearch

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