CIO des Jahres


CIO des Jahres 2017 – Großunternehmen – Platz 1

Elmar Pritsch ist CIO des Jahres 2017

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Die IoT-Plattform von Bosch gilt als weltweit führend. Unser CIO des Jahres Elmar Pritsch hat mit seinem Team den dafür unentbehrlichen Cloud-Service im Hintergrund entwickelt.
Elmar Pritsch, CIO von Robert Bosch, überzeugte die Jury beim diesjährigen "CIO des Jahres" auf der ganzen Linie.
Elmar Pritsch, CIO von Robert Bosch, überzeugte die Jury beim diesjährigen "CIO des Jahres" auf der ganzen Linie.
Foto: Robert Bosch GmbH

Wer die Bosch-Gruppe immer noch nur mit Zündkerzen und Waschmaschinen in Verbindung bringt, sollte schnellstens umdenken. BoschBosch ist heute auch ein weltweit tätiges IT-Unternehmen, und daran hat CIO Elmar Pritsch erheblichen Anteil. Die Stuttgarter gehören zu den weltweit führenden Anbietern im Internet of Things (IoT). Das Unternehmen bietet innovative Lösungen für Smart Home, Smart City, Connected Mobility und Industrie 4.0Industrie 4.0. Und der IT-Chef hat, gemeinsam mit seinem Team, Wesentliches dazu beigetragen. Top-500-Firmenprofil für Bosch Alles zu Industrie 4.0 auf CIO.de

Über das "Bosch IoT Ecosystem " schaffen die Schwaben heute sowohl für sich selbst als auch für ihre Kunden Möglichkeiten, internetfähige Produkte zu vernetzen. So können sie nicht nur zusätzliche Services wie beispielsweise Predictive Maintenance anbieten, sondern auch ganz neue Geschäftsmodelle rund um Smart Analytics umsetzen. Was dem Konstrukt zunächst allerdings fehlte, war der IoT-spezifische, sichere Cloud-Service im Hintergrund - und den hat Pritsch mit seiner weltweit über 7.000-köpfigen IT-Mannschaft eigens für Bosch entwickelt.

IoT-Cloud von Bosch

Die "Bosch IoT Cloud" wird in konzerneigenen Rechenzentren gehostet. Sie bietet auf Basis einer virtualisierten Infrastruktur klassische Cloud-Services wie Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS). Besonders geschäftsrelevant ist der PaaS-Layer, auf dem Kunden nach einem Baukastenprinzip IoT-Lösungen in kurzer Zeit entwickeln können. Bei Bosch setzt man dabei vorzugsweise auf offene Standards und Open-Source-Tools. Application Program Interfaces - kurz APIs -werden bereitgestellt und Nutzer können darüber hinaus eigene Cloud-native Services und Apps entwickeln und anbieten.

Pritsch und sein Team verlassen sich dabei auf die Basistechnologie Pivotal Cloud Foundry sowie auf VMware- und Software-AG-Produkte. Mittels Container-basierter Entwicklung können Kunden wie Bosch-Mitarbeiter heute Cloud-native Services bereitstellen. Innerhalb der Unternehmensgruppe habe sich damit die Entwicklung und Bereitstellung von IoT-Lösungen und -Services drastisch verändert, so der CIO. Microservices, die über offene Programmierschnittstellen miteinander verbunden sind und Daten austauschen, haben die monolithischen Anwendungen abgelöst.

Agile Entwicklungsmethoden und flache Hierarchien

Für den IT-Chef, dessen Team bei diesem Projekt eng mit der Bosch Software Innovations GmbH zusammenarbeitete, waren agile Entwicklungsmethoden ebenso selbstverständlich wie flache Hierarchien und kurze Kommunikationswege. "Wichtig waren uns Kreativität, Mut, Eigenverantwortung und die Entscheidungsfähigkeit aller Mitarbeiter", blickt der CIO zurück. Viele der rund 75 Projektmitarbeiter wurden eigens für dieses Vorhaben neu eingestellt, sie sollten wie in einem Startup agieren.

Boschs Einstieg in das Geschäftsfeld der IoT-Plattformen war für die IT-Verantwortlichen auf vielen Ebenen eine Herausforderung. Die komplette Konzern-IT musste neu organisiert und die Zusammenarbeit zwischen Business und IT neu definiert werden. Auch die Arbeitswelt veränderte sich damit fundamental: Bosch stattete die zu dieser Zeit weltweit rund 240.000 Bildschirm-Arbeitsplätze mit modernsten Büro-Anwendungen wie Online-Chats oder Videotelefonie aus. Damit erreichte Bosch mit dem Projekt "Next Generation Workplace" auf dem Weg zum weltweit vernetzten und agilen Unternehmen den nächsten Meilenstein. Und natürlich galt es, das neue Geschäftsfeld der IoT-Plattform laufend weiter zu entwickeln. Heute hat das Unternehmen darauf IoT-Marktplätze in den Domänen Industrie 4.0, Smart Home und Mobility errichtet.

Konzern im Wandel: Die Robert Bosch GmbH entwickelt sich immer mehr zum IT-Unternehmen.
Konzern im Wandel: Die Robert Bosch GmbH entwickelt sich immer mehr zum IT-Unternehmen.
Foto: Robert Bosch GmbH

Für den Bosch-CEO Dr. Volkmar Denner ist der digitale Umbau der "größte Transformationsprozess der Unternehmensgeschichte". Dabei ist die IT ein entscheidender Treiber und Enabler. Innovationen wie das Bosch IoT Ecosystem und die Bosch IoT Cloud sind die Bausteine, mit denen der Konzern neue Märkte öffnen will. Auch zu diesem Zweck hat Bosch zusätzlich die Rolle eines Business Chief Digital Officers (BCDO) auf Ebene der Geschäftsbereiche geschaffen. Er arbeitet mit der IT "als Partner auf Augenhöhe" zusammen und startet mit ihm gemeinsam neue IT-Pojekte.

KI, Robotics und Predictive Analytics

Auch was Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Predictive Analytics angeht, muss sich Bosch nicht verstecken. So hat das Unternehmen in diesem Jahr das Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) gegründet, in das bis 2021 rund 300 Millionen Euro investiert werden soll. Zunächst arbeiten dort rund 100 Mitarbeiter in Deutschland, Indien und den USA zusammen - unterstützt von der Corporate-IT. Forschungsbereiche sind etwa die Bilderkennung im Industrieumfeld zum automatisierten Anlernen von Industrierobotern oder die Gesichts- und Straßenschilderkennung im Auto. Auch die Heimroboter Mykie und Kuri werden hier weiterentwickelt.

Den Titel "CIO des Jahres" vergeben COMPUTERWOCHE und CIO zusammen mit einer hochkarätig besetzten Jury. Ein Mitglied ist Professor Thomas Hess, Wirtschaftsinformatiker an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Sein Urteil bringt die Stimmung im Entscheidergremium auf den Punkt: "Elmar Pritsch hat mit dem Aufbau der übergreifenden Bosch IoT Cloud eine wichtige Voraussetzung zur Erschließung neuer Geschäftsfelder sowie zur Digitalisierung des Unternehmens geschaffen. Mit seinen Aktivitäten trägt er erheblich zur Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und zum Unternehmenserfolg bei."

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