Retail IT


Erfolgreiche Firmen reagieren proaktiv auf operationelle Herausforderungen

IT für das Warenlager: Nicht nur kaufen, auch nutzen

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Blau-belatzhoste Arbeiter, die mit dem Gabelstapler in langen Gängen hin- und herfahren - das trifft die Situation im Lager nur noch bedingt, haben doch sechs von zehn Unternehmen irgendeine Form von Automatisierung implementiert. Dennoch: Wer die Wege kurz halten und Raum nicht ungenutzt lassen will, kann mittels Technologie seine Ergebnisse verbessern, so die Analysten von Aberdeen in einer Studie.
Mehr als der Druck von Kundenseite: Die unterschiedliche Herangehensweise an Warehousing
Mehr als der Druck von Kundenseite: Die unterschiedliche Herangehensweise an Warehousing

Eigentlich sieht es in den modernen Lagern gar nicht so schlecht aus, zumindest im Vergleich zu den anderen Stationen einer heutigen Lieferkette. So haben 58 Prozent der befragten Unternehmen kommerzielle Warehouse Management Software (WMS) im Einsatz - beim Transportation Management sind es nur 31 Prozent.

Die Analysten sind trotzdem nicht zufrieden. Ihre These: Wer bloß darauf abzielt, dass die Kunden nicht meckern, verschenkt Potenzial. Wer das Lager-Management unter operationellen Gesichtspunkten optimieren will, kann weit mehr herausholen als die Konkurrenz.

Dabei wurden 20 Prozent der Studienteilnehmer als "Best in Class" eingestuft, 50 Prozent als Durchschnitt und 30 Prozent als besonders langsame Firmen ("Laggards"). Während die Musterschüler ihre Aufträge zu 99 Prozent korrekt erfüllen und die Kosten für die Lagerhaltung im Verhältnis zum Umsatz Jahr für Jahr senken, erreicht der Durchschnitt nur Raten von 90 bis 98 Prozent und kann keine Kostensenkungen realisieren. Laggards erfüllen weniger als 90 Prozent ihrer Aufträge korrekt und haben sogar noch steigende Kosten.

Das ist durchaus eine Frage der Technologie, zunächst einmal geht es aber um die Einstellung. Und eben da zeigt sich, dass die "BiCs" im Gegensatz zum Durchschnitt nicht primär auf den Druck von Kundenseite reagieren. Vielmehr wollen sie zunächst einmal Kosten senken und den Abverkauf unterstützen, aber ohne dabei Mitarbeiterzahlen oder Platzbedarf in die Höhe zu treiben.

Zur Startseite