Bald auch Carsharing

Sixt wächst rasant

16.08.2018
Seit Jahren legt der Autovermieter Sixt immer neue Rekordzahlen vor. Heute sorgen Urlauber und das US-Geschäft für Rückenwind. Bald sollen Kunden Autos für Stunden oder Wochen per App mieten und abholen können - und die Erfolgsstory fortschreiben.
Die Geschäfte bei Sixt laufen dem Mietwagenunternehmen zufolge sehr gut.
Die Geschäfte bei Sixt laufen dem Mietwagenunternehmen zufolge sehr gut.
Foto: DNieuwland - shutterstock.com

Weltweit mieten immer mehr Touristen im Urlaub ein Auto - das beflügelt das Geschäft von Deutschlands größtem Autovermieter SixtSixt, der vor allem im Ausland rasant wächst. Und "es deutet viel darauf hin, dass sich der Aufschwung 2019 fortsetzen wird", sagte Vorstandschef Erich Sixt am Donnerstag. Weiteren Schub verspreche ein neues Komplettangebot: Vielleicht noch dieses Jahr sollen die Kunden Carsharing, Mietauto und Chauffeurdienste gebündelt in einer App per Smartphone bekommen. Top-500-Firmenprofil für Sixt

An sechs deutschen Flughäfen werde die Technik derzeit getestet. Einen festen Starttermin für die App könne er noch nicht nennen, aber es fehle nicht mehr viel. "Kann sein, noch in diesem Jahr", sagte Sixt. Das Unternehmen hatte seine Beteiligung an dem Carsharing-Anbieter DriveNow im Januar an den bisherigen Partner BMW verkauft. BMW will den Dienst mit dem Konkurrenzangebot Car2Go von Daimler zusammenlegen.

Mietwagen minutengenau abrechnen

Sixt sagte, Carsharing mit Mietautos ohne feste Abhol- und Abstellstationen lohne sich nur in Großstädten und sei "nur ein ganz kleines Puzzleteil des Mobilitätsspektrums". Als Autovermieter dagegen könne er Fahrzeuge überall zur minuten-, stunden, tage- oder wochenweisen Anmietung per Smartphone anbieten. Schon bis Jahresende könnte Sixt 20.000 Mietautos mit der notwendigen Telematik ausgerüstet haben. Vor allem in den USA eröffne sich hiermit "ein fantastischer Wachstumsmarkt".

Im ersten Halbjahr hatte Sixt den Umsatz um elf Prozent auf 1,18 Milliarden Euro gesteigert und den Gewinn vor Steuern auf 326 Millionen Euro verdreifacht. Sogar ohne die 196 Millionen Euro aus dem DriveNow-Verkauf wäre der Gewinn um 26 Prozent gestiegen.

Die wichtigsten Treiber seien das Wachstum im Tourismusgeschäft und die bessere Auslastung der Fahrzeuge, sagten Firmenpatriarch Sixt und Finanzvorstand Julian zu Putlitz. Der Auslandsumsatz legte um 18 Prozent zu. Im weltweit größten Vermietmarkt USA habe Sixt inzwischen 54 Stationen, in Denver, Chicago und auf Hawaii würden weitere eröffnet. 2021, spätestens 2025 wolle Sixt in den USA mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz und so hohe Gewinnmargen wie in Europa machen.

Solides Wachstum

Weder der starke Dollarkurs noch der Absturz der türkischen Lira wirkten sich nennenswert auf die Gewinne aus, sagte zu Putnitz. Der Franchise-Partner in der Türkei profitiere eher von der schwachen Lira und zahle annähernd sechs Prozent vom Umsatz an Sixt.

Im Gesamtjahr 2018 erwarte er einen "deutlichen" Umsatz- und Gewinnanstieg. Eine genauere Prognose wollte er nicht geben. Aber bislang gehe es im In- und Ausland, in Vermietung und Leasing, im Privat- und im Geschäftskundengeschäft aufwärts: "Wir sind sehr optimistisch." (dpa/rs)

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