IT-Strategietage 2018

So geht Agile bei BMW

BMW-CIO Klaus Straub hat sich bekanntlich dem Credo "100 Prozent agile" verschrieben. Auf den Hamburger IT-Strategietagen gab der IT-Entscheider Auskunft über den Status quo.
BMW CIO Klaus Straub auf den Hamburger IT-Strategietagen.
BMW CIO Klaus Straub auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Foto: Foto Vogt

Speziell die AutoindustrieAutoindustrie stehe vor dramatischen, disruptiven Umwälzungen innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre, eröffnete Klaus Straub seinen Vortrag auf den IT-Strategietagen 2018. Das beträfe aber nicht nur Geschäftsmodelle, sondern auch die Produkte selbst und auch den Umgang mit den Kunden. Insbesondere letzterer Punkt mache den Aufbau eines "customer ecosystem" unabdingbar. Dieses soll die derzeit noch breit gestreuten Kommunikationskanäle (acht verschiedene pro Land) miteinander verknüpfen und so Synergien schaffen. Top-Firmen der Branche Automobil

Darüber hinaus nannte der BMWBMW CIO auch Industrie 4.0Industrie 4.0 und die Entwicklung des Automobils an sich als wesentliche Herausforderungen für die Branche. Letzteres stellt durch die Einbindung in das Internet of Things und die reifende Technologie des autonomen Fahrens völlig andere Anforderungen an die Mobilität von morgen. Top-500-Firmenprofil für BMW Alles zu Industrie 4.0 auf CIO.de

Der agile Plan von BMW

Auf Basis der Herausforderungen entwickelte BMW nach den Worten von Straub eine transparente IT-Strategie für die gesamte BMW Group, die im Wesentlichen auf vier Säulen fußt:

Letztgenannte Säule bezeichnete Straub in seinem Vortrag als wichtigste. Dabei spielt das Ziel "100 Prozent agile" natürlich eine tragende Rolle: "Vor fünf Jahren hat es gereicht, tolle Technologien auf die Straße zu bringen. Das Entscheidende für uns wird sein, diese Technologien möglichst schnell und agil an die Kundenanforderungen anzupassen", sagte der BMW CIO.

Die IT-Mitarbeiter bei BMW sind Straub zufolge ausnahmslos mit an Bord: "Es gab keinerlei negatives Feedback, dass Mitarbeiter Probleme mit dieser Veränderung haben. Ich habe eher das Gefühl, dass wir mit dem Ziel ‚100 Prozent agil‘ den IT-Mitarbeitern die IT zurückgeben."

Für eine agile Entwicklung, so Straub, sei der Einsatz der richtigen Technologien entscheidend. Insbesondere innerhalb der IT erwartet der CIO eine deutliche Zunahme von automatisierten Lösungen, etwa wenn es um "continous deployment" oder "continous testing" geht: "Das muss morgen zu 95 Prozent automatisiert ablaufen, ansonsten ist Agile nicht umsetzbar."

Voller Saal: Der Vortrag von Klaus Straub war gut besucht.
Voller Saal: Der Vortrag von Klaus Straub war gut besucht.
Foto: Foto Vogt

Skalierbare Cloud-Umgebungen und Microservice-Architekturen sind weitere technologische Bestandteile, die Straub als unerlässlich ansieht. Bis das Ziel der einhundertprozentigen Agilität erreicht werden kann, ist es jedoch noch ein weiter Weg: "Wir werden sicher noch drei bis vier Jahre brauchen, um in dieser agilen Welt anzukommen."

Auch hinsichtlich prozessualer Veränderungen stellte Straub Umwälzungen in Aussicht: "Wir sind gerade dabei, die komplette Steuerung und Planung auf den Kopf zu stellen."

"Gen Y und Z wollen ein Umfeld, in dem sie Spaß haben"

Wenn es um die Rahmenbedingungen der Mitarbeiter geht, setzt BMW auf ein "agile working model". Um das zu verwirklichen, wird derzeit das ITZ in München umfassend umgebaut. Ziel ist die Schaffung eines Arbeitsplatzes mit "Campus Charakter". Denn insbesondere die jüngeren Generationen würden heute andere Anforderungen an ihre Arbeitsumgebung stellen: "Die Angehörigen der Generation YGeneration Y und Z kommen nicht mehr nur zu uns, weil wir BMW sind und gut bezahlen. Sie wollen ein Umfeld, in dem sie Spaß haben können. Und die kommen auch nur, wenn sie Kolleginnen und Kollegen auf Augenhöhe haben. Sie wollen sich weiterentwickeln. An einer Rolle als Einzelkämpfer haben diese Mitarbeiter kein Interesse." Alles zu Generation Y auf CIO.de

Auf diese neuen Bedürfnisse, so der BMW-CIO, müsse man eingehen, um auch künftig Erfolg haben zu können. Die Dezentralisierung von Verantwortung und eine möglichst transparente (interne) Kommunikation nannte Straub als weitere Maßnahmen, die BMW ergreift, um junge Fachkräfte zu verpflichten und auch halten zu können.

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