Healthcare IT


Von einem Notfall zum anderen

Vom Pfleger zum IT-Manager

17.11.2009
Von Andreas Schmitz
Erst versorgte Guido Burkhardt Patienten im Rettungsdienst, heute entwickelt der gelernte Notfallpfleger die IT-Innovationen in einem Spital, als rechte Hand des CIOs.
Guido Burkhardt, IT-Projektleiter, Kantonsspital Baden, Schweiz: "die IT kann unterprivilegiert sein, wenn nicht verstanden wird, was die IT für den Menschen leisten kann."
Guido Burkhardt, IT-Projektleiter, Kantonsspital Baden, Schweiz: "die IT kann unterprivilegiert sein, wenn nicht verstanden wird, was die IT für den Menschen leisten kann."

Guido Burkhardt kannte das Szenario schon: Patienten kamen mit massiven Beschwerden in die Notfallversorgung. Nach wenigen Fragen stellte sich heraus, dass der Erkrankte bei mehreren Fachärzten in Behandlung war, die jeweils andere Medikamente verordneten. Was einzeln als Therapeutikum wirken kann, wird zusammen allerdings schnell zum Giftcocktail. Burkhardt ließ diese Erfahrungen nicht auf sich beruhen und entwickelte eine Notfalldokumentation, die Patienten und Ärzte vor derartigen Überraschungen schützen sollte.

Was damals eher eine Nebentätigkeit war, ist inzwischen Burkhardts Hauptjob - im Kantonsspital Baden in der Schweiz. Dort plant er Innovationen und modernisierte die IT, wie er es ausdrückt. Aktuelles Projekt: Nicht die Patienten- oder Fallakte, sondern das "Patientendossier". Es soll sowohl die Fallsicht, die Kliniksicht also, als auch eine chronologische Sicht ermöglichen - ein Novum, meint Modernisierer Burkhardt. Um den Wandel zu einer modernen IT in der Klinik hinzubekommen, arbeitete er nicht nur mit dem IT-Leiter, der für Infrastruktur, ServerServer und SecuritySecurity unterwegs ist, eng zusammen, sondern auch mit dem CEO. Am Vorbild der "therapeutischen Teams" in der Psychotherapie will er die Interprofessionalität steigern. Alles zu Security auf CIO.de Alles zu Server auf CIO.de

Die Versorgung des Patienten ist das oberste Gebot. "Die Tätigkeiten von Ärzten und Pflegern gehen leichter Hand in Hand und die verschiedenen Berufsgruppen profitieren von gemeinsamen Informationen zum Patienten", so Burkhardt. Was im Nebeneffekt eine Art Enthierarchisierung im Krankenhausbetrieb bewirkt, bedeutet in erster Linie eine neue Organisationsstruktur - und eine größere Verantwortung für die Klinik-Mitarbeiter.

Das bereitet Burkhardt aber kein Kopfzerbrechen. Denn er ist sich sicher, dass das auch der IT zugute kommt: Die IT-Systeme sollen schon sehr bald nicht nur die Krankengeschichte eines Patienten enthalten, sondern sogar Arzt und Pfleger alarmieren, wenn etwa bei einem Patienten eine Unverträglichkeit gegen Penicillin bekannt ist, der Arzt aber dieses Medikament trotzdem verschrieben hat. Wesentlich dafür ist, dass das IT-Wissen und das klinische Wissen einfach stärker zusammenarbeiten.

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