Projektmanagement


Stolpersteine im Projektmanagement

Warum IT-Projekte aus dem Ruder laufen

05.07.2013
Von Thomas Wittbecker


Thomas Wittbecker ist einer der Gründer der ADACOR Hosting. In seiner Funktion als CEO ist er im Unternehmen vor allem für die Neu- und Großkundengewinnung, Finanzen und Kommunikation verantwortlich. In seinen Blogbeiträgen setzt er sich pointiert mit Themen und Phänomenen auseinander, die ihm im Arbeitsalltag begegnen. Als Visionär vertritt er die Überzeugung, dass es für ein Unternehmen wichtig ist, ein verlässlicher und langfristiger Partner aller Stakeholder zu sein.
Größere komplexe Projekte - nicht nur in der IT Branche - haben die Tendenz sowohl terminlich, als auch vom Budget her aus dem Ruder zu laufen. Woran das liegt, und wie Unternehmen und IT-Dienstleister diese Schieflagen vermeiden können, erklärt Thomas Wittbecker, Geschäftsführer der Adacor Hosting GmbH.
Thomas Wittbecker ist Geschäftsführender Gesellschafter der Adacor Hosting GmbH.
Thomas Wittbecker ist Geschäftsführender Gesellschafter der Adacor Hosting GmbH.
Foto: Adacor

Je nachdem, welche aktuelle Studie man zugrunde legt sind bei größeren IT Projekten 70 bis 80 Prozent der Projekte "Out of Time” oder "Out of Budget”. Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob da nur Laien am Werk sind, oder ob es andere Gründe für die Probleme gibt.

Die Beleuchtung der drei projektbestimmenden Eckpunkte Budget, Deadline und Fachlichkeit bringen dabei Licht ins Dunkel.

Aus der eigenen Erfahrung kann ich das nur für komplexe Hosting-Projekte beurteilen, allerdings dürften die Probleme eher grundsätzlicher Natur sein und in allen Branchen auftreten.

Schauen wir uns die Rahmenbedingungen von etwas größeren Projekten an: alle Projekte haben ein Budget, einen Zeitrahmen mit Deadlines und eine definierte Fachlichkeit, meist über ein Pflichten- oder Lastenheft beschrieben. Das sind die drei Eckpunkte, die ein Projekt festnageln.

Bei kleinen, einfach gelagerten Projekten funktioniert das auch hervorragend. Solange man sich ein wenig Mühe gibt, die Fachlichkeit genau definiert, das benötigte Budget zusammenrechnet und sich genau überlegt, wie lange man braucht.

Bei Projekten, die man immer wieder umsetzt, und bei denen man sich genau auskennt, funktioniert das: Auspuff reparieren, Wohnzimmer anstreichen, Standard Webserver aufsetzen und zur Verfügung stellen.

Die Grenzen des Schätzens in der Praxis

Problematischer wird es bei Projekten, die komplexer sind und bei denen die Projektverantwortlichen Neuland betreten. Hier fangen wir an Annahmen zu treffen und zu schätzen - und zwar viele Male.
Leider sind wir Menschen extrem schlecht im Schätzen.
Die Adacor betreibt im Kerngeschäft Individualprojekte. Software wird individuell entwickelt und dann von uns betrieben - und das teilweise mit Hunderten bis Millionen Nutzern, je nach Art des Projektes. Zu dem Zeitpunkt an dem der Betrieb der Infrastruktur ausgeschrieben wird, ist in der Regel die Software noch nicht einmal fertig entwickelt, man weiß nicht genau wie viele Leute zugreifen werden und wie diese die Software nutzen.
Aber es gibt schon eine klare Anforderung an die Infrastruktur und man möchte feste SLAs eine feste Architektur und eine definierte Verfügbarkeit zum Festpreis.

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