Ungesunde Büroarbeit

Wer länger sitzt, ist früher tot

17.01.2018
Von Kerstin Dämon

Natürlich ist auch die Industrie schon auf das Problem aufmerksam geworden und hat verschiedene Büromöbel entwickelt. Da gibt es Stühle, die im Sitzen "zu natürlichen Bewegungen animieren" sollen, andere werden als Bürostuhl und zeitgleich "gesundes Trainingsgerät" angepriesen. Das Geld für solche Anschaffung könne man sich jedoch sparen, sagt Experte Froböse. "Da wird der Körper trotzdem in ein Korsett gepresst. Und es bringt auch nichts, wenn der Stuhl mich bewegt, das muss ich schon selber machen."

Andere Hersteller setzen auf Laufbänder fürs Büro. Da sollen die Angestellten dann während des Telefonats oder dem Beantworten von E-Mails über das Laufband hecheln - in der Realität wohl nur etwas für Exoten. In Frankreich und Amerika sind Gehpulte durchaus verbreitet, in Deutschland sind sie eher selten.

Man muss nicht einen Monat stehen

Zu Recht, wie Froböse findet. "Sie können nicht am Computer schreiben und gleichzeitig auf dem Laufband laufen, dafür ist unser Körper gar nicht gemacht", sagt er. Unser Körper sei konzipiert für Phasen des konzentrierten Arbeitens und Lernens und für Phasen der Bewegung. Beide sollen einander abwechseln.

Dafür muss man nicht einen ganzen Monat lang stehen wie Dan Kois. Denn auch das tut dem Körper nicht gut. Wir sind nicht geschaffen für einseitige Belastungen.

Wer also vom Arbeitgeber kein Stehpult gestellt bekommt, solle einfach alle Stunde einmal aufstehen und durchs Büro laufen oder ein paar Treppen steigen. Angenehmer Nebeneffekt: Das fördert die Konzentration.

Was das angeht, haben Raucher zumindest dieses eine Mal tatsächlich einen gesundheitlichen Vorteil, sagt Froböse: "Die gehen regelmäßig vor die Tür."

(Quelle: Wirtschaftswoche)

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