6 Tipps gegen Fachkräftemangel

Wie aus IT-Praktikanten Mitarbeiter werden

Christina Wood schreibt als freiberufliche Autorin unter anderem für unsere US-Schwesterpublikationen CIO.com, InfoWorld.com und CSO Online.
Praktikanten sind mögliche Anwärter für einen Vollzeit-Job, Botschafter für die Arbeitgebermarke und kurzfristige Aushelfer. Sechs Tipps für das Aufsetzen eines effektiven Praktikanten-Programms.
  • Die Ratschläge kreisen um Vor- und Nachbereitung, die Haltung des Teams, Planung, Performance und mögliches Recruiting
Praktikanten sind die Fachkräfte von morgen.
Praktikanten sind die Fachkräfte von morgen.
Foto: dotshock - shutterstock.com

IT-Entscheider, die eine "Talent-Pipeline" aufbauen wollen, sollten Praktikanten nicht übersehen. Diese erfüllen mindestens drei Funktionen: sie sind potenzielle KandidatenKandidaten für eine spätere Vollzeitstelle, sie berichten anderen Nachwuchskräften von ihren Erfahrungen und agieren somit als Botschafter für die Arbeitgebermarke und sie können kurzfristig aushelfen. Einer der berühmtesten "übersehenen" Praktikanten ist Elon Musk, der sich bei einer Bank nicht mit einer innovativen Idee durchsetzen konnte. Folgende sechs Tipps können CIOs helfen, ein effektives Praktikanten-Programm aufzusetzen. Alles zu Fachkräftemangel auf CIO.de

1. Vorbereitung ist alles: Laut Tan Moorty, Executive Vice President und Global Head of Education bei Infosys, bereitet sein Unternehmen Praktika gut und umfassend vor. Infosys investiert in den Nachwuchs: alle Praktikanten fliegen nach Indien, wo sie mit jungen Leuten aus aller Welt in Studentenwohnheimen leben und an Projekten arbeiten. Sie entwickeln neue Produkte und haben sogar schon Patente auf den Weg gebracht. Einige kehren später als Vollzeit-Mitarbeiter zu Infosys zurück. Moorty betont, dass solche Erfolge kein Zufall sind.

2. Das Einverständnis des Teams motiviert Praktikanten: Studierende sind meist nur für eine begrenzte Zeit in der Firma. In diesen Wochen wollen sie so viel wie möglich an realer Erfahrung mitnehmen. Das setzt voraus, dass das Team mitzieht - und das wiederum funktioniert nur, wenn potenzielle Mentoren der Praktikanten ausreichend Zeit dafür haben. Das ist jedenfalls die Erfahrung von Robert Shindell, President und CEO von Intern Bridge. Zu den negativsten Erlebnissen, die die jungen Leute machen, zählt der Spruch: "Heute hab' ich nichts für dich, mach doch einfach früher Feierabend. Oder koch Kaffee."

3. Unternehmen müssen die Arbeit der Praktikanten planen: Man bekommt so viel von den Praktikanten zurück, wie man hineinsteckt - so lautet, salopp ausgedrückt, die Erfahrung von Cindy McKenzie. Die CIO der Deluxe Entertainment Services Group rät, Rolle, Aufgaben und Ziele der Praktikanten zu planen, bevor überhaupt ein Praktikumsplatz ausgeschrieben wird. Nach Abschluss des Praktikums sollte überprüft werden, inwieweit der Plan umgesetzt wurde.

4. Die Performance von Praktikanten sollte genauso gemanagt werden wie die von Festangestellten: Feedback, FührungFührung, Ziele - bei festangestellten Mitarbeitern wird die Perfomance gemanagt, und das meist auf geregelte und formale Weise. Das sollte auch schon für Praktikanten gelten. Sie sollen verstehen, wie ein Karriere-Pfad in der IT aussehen kann und wo es Einstiegsmöglichkeiten für sie gibt. Deluxe-CIO McKenzie geht außerdem alle vierzehn Tage mit den Praktikanten zum Mittagessen. Alles zu Führung auf CIO.de

Praktikanten erwarten eine Aussage über ein Job-Angebot

5. Entscheider sollten klarstellen, wie es nach dem Praktikum weitergeht: Laut Intern Bridge-CEO Shindell vergessen viele Unternehmen zu klären, wie es nach einem Praktikum weitergeht. Konkret: die jungen Leute erwarten eine Aussage darüber, ob man ihnen ein Job-Angebot machen wird oder nicht. Falls sie keins bekommen, sollte das Unternehmen dies begründen. Praktikanten-Programme sollten als Teil des Recruitings begriffen werden. Wer von einem Praktikanten überzeugt ist, sollte ihn gleich festnageln - nicht irgendwann. Manche Studierende nehmen eine Teilzeit-Stelle an, bis sie ihren Abschluss gemacht haben.

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6. Nicht die Nachbereitung vergessen: Nach jedem Praktikum sollte eine Rückschau stattfinden, in der positive und negative Erfahrungen sowie mögliche Änderungswünsche besprochen werden. Dabei geht es um Fragen wie: Haben wir den richtigen Praktikanten die richtigen Aufgaben zugewiesen? Konnten wir sie motivieren? Ziel ist, dass alle Beteiligten aus den Erfahrungen lernen. (cp)

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