Stressmanagement

10 Tipps gegen Burnout

04.09.2018
Von Alexander Galdy
Schwindelgefühle, Übelkeit und völlige Erschöpfung: Immer mehr IT-Beschäftigte leiden unter Burnout. Mit den richtigen Strategien lässt sich das Syndrom aber verhindern.
Arbeitsstress ist in hohem Maße auch ein betriebliches Problem.
Arbeitsstress ist in hohem Maße auch ein betriebliches Problem.
Foto: paulaphoto - shutterstock.com

Burnout-Prävention ist Sache von Unternehmen und des einzelnen Mitarbeiters. Zu diesem Ergebnis kommt das Arbeitspapier "BurnoutBurnout in der IT-Branche" des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Universität Duisburg-Essen. RISP-Mitarbeiterin Ursula Kreft gibt darin Anregungen, wie man sich gegen das Erschöpfungssyndrom schützen kann. Alles zu Burnout auf CIO.de

So haben Untersuchungen gezeigt, dass es nicht reicht, wenn der Mitarbeiter alleine versucht, sich gegen den Verschleiß zu wehren. Arbeitsstress ist in hohem Maße auch ein betriebliches Problem. "Wer Burnout verhindern will, muss daher auch die Verhältnisse am Arbeitsplatz unter die Lupe nehmen", schreibt Kreft.

Prävention im Betrieb

Generell sollte man sicht nicht nur die Frage stellen "Was macht bei der Arbeit krank?". Es geht vielmehr auch darum, zu ergründen "Was hält bei der Arbeit gesund - trotz StressStress?". Den Anfang können kleine Dinge machen, später sollte ein umfassendes Gesundheits-Management folgen. Ausgangspunkte sind zum Beispiel Arbeitszeitregelungen, Pausenzeiten und die innerbetriebliche Kommunikation. Alles zu Stress auf CIO.de

Feste Pausen

Bei der Arbeit sollten regelmäßige Erholungspausen vereinbart werden. Durcharbeiten unter Zeitdruck gehört zu den schädlichen Angewohnheiten. Mehrere zeitnahe kurze Pausen sind zur Vorbeugung wesentlich wirksamer als Urlaub am Block oder eine Auszeit nach mehreren Monaten der Überarbeitung.

Rituale pflegen

In manchen Betrieben gibt es feste Rituale, die auch in Stressphasen eingehalten werden. Das können die gemeinsame Kaffeepause oder der Mittagsspaziergang in der Gruppe sein. Solche Dinge sorgen dafür, dass die offizielle Pausenregelung gelebt wird. Außerdem unterbrechen auf diese Weise auch einmal Mitarbeiter ihre Arbeit, die sonst eher als Einzelgänger ihre Pausen vor dem Rechner verbringen.

Feste Arbeitszeiten

Sinnvoll ist ebenfalls, über verbindliche Arbeitszeitregelungen nachzudenken. Eine tägliche reale Arbeitszeit von zehn Stunden oder mehr führt schon nach wenigen Wochen dazu, dass die Kräfte massiv nachlassen. Feste Regeln zur Arbeit am Wochenende oder Arbeitszeitkonten helfen zu verhindern, dass Arbeitszeiten ausufern.

Regeln einhalten

Pausen- und Arbeitszeitregelungen bringen nur etwas, wenn sie konsequent umgesetzt werden. Im Alltagsstress werden sie schon einmal gern vergessen. Ein Impuls von außen hilft, die drohenden Gesundheitsprobleme im Blick zu behalten. Geeignet sind Workshops, um das persönliche Arbeitsverhalten zu überprüfen und gemeinsam Strategien zur Prävention zu entwickeln. Unterstützung dabei bieten einige Krankenkassen.

Richtige Kommunikation

Kommunikation ist oft der zentrale Hebel, um negative Belastungen in den Griff zu bekommen. Wichtig ist es, sich einen regelmäßigen Freiraum zu schaffen, um über Probleme in Projekten zu sprechen. Gemeinsam sollten Schwachstellen und Hindernisse gesucht werden, die schuld daran sind, dass die Arbeit ausufert. Bei den Gesprächsrunden soll es nicht darum gehen, zu kontrollieren, wer was vermasselt hat oder wer am meisten arbeitet. Die Zeit ist dafür da, Arbeitsprozesse zu optimieren.

Individuelle Strategien gegen Burnout

Außer der Prävention im Betrieb wird auch die individuelle Vorbeugung immer wichtiger. Gerade in der IT-Branche steigt die Zahl der Allein-Unternehmer und Freelancer. In der Regel können sie nicht von betrieblichen Maßnahmen profitieren. RISP-Mitarbeiterin Kreft hat auch hierzu einige Tipps zusammengestellt:

Kräfte einteilen

Auch wer jung ist, verfügt nicht über unendliche Energiereserven und sollte ökonomisch mir seinen Kräften umgehen. Wichtig ist, nicht den ganzen Tag oder die ganze Woche mit Terminen zu verplanen. Wer meint, er müsse immer eine 100-prozentige Arbeitsauslastung erreichen, ist schon auf dem Weg zum Burnout. Deshalb: Puffer einplanen.

Regelmäßige Pausen

Nach einer oder eineinhalb Stunden Arbeit sollte eine kurze Pause eingelegt werden. Fünf bis zehn Minuten genügen schon. Mindestens einmal am Tag sollte die Arbeit für 20 Minuten ganz ruhen. Ein Spaziergang im Freien ist ideal, um Abstand zu gewinnen. Hauptsache ist, in dieser Zeit nicht mit beruflichen Problemen konfrontiert zu werden.

Arbeit ausblenden

Zu empfehlen ist auch, sich im Verlauf der Woche arbeitsfreie Zonen zu schaffen. Auch in stressreichen Zeiten sollten diese privaten Inseln vor Überfällen von Kunden oder Vorgesetzten geschützt werden. Und vor allem: stur bleiben. Hobbys, Freunde und Familie müssen einen angemessenen Platz im Leben haben.

Über Probleme sprechen

Auch wenn es schwer fällt: Über Probleme mit Stress oder Überarbeitung sollte mit Kollegen und Freunden offen gesprochen werden. Es kann befreiend sein, wenn man hört, dass andere dieselben Sorgen haben.

Zum Arzt gehen

Wer bereits fühlt, dass er körperlich und seelisch am Ende ist, für den gibt es nur einen Weg: so schnell wie möglich mit einem Arzt sprechen.

Aber alle individuellen Bemühungen greifen nicht, wenn die Arbeitsbedingungen im Betrieb nicht stimmen, so Kreft. Das Arbeitspapier "Burnout in der IT-Branche" ist unter www.risp-duisburg.de erhältlich.

Zur Startseite