Neue Skills gezielt fördern

5-Punkte-Plan für die Weiterbildung

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Jeder dritte Mitarbeiter macht sich Sorgen, wegen des technologischen Wandels seinen Job zu verlieren. Die Boston Consulting Group gibt Entscheidern fünf Ratschläge zur Weiterqualifizierung der Belegschaft, um den digitalen Wandel zu meistern.
  • Insgesamt 62 Prozent der Mitarbeiter sehen sich selbst in der Verantwortung, neue Skills zu entwickeln
  • Jeder Zehnte findet es schwierig, mit den schnellen und ständigen Veränderungen an seinem Arbeitsplatz Schritt zu halten
  • Die BCG und Adecco zählen nicht nur Festangestellte, sondern auch freie Mitarbeiter zur Belegschaft

Wollen Unternehmen verhindern, dass der technologische Wandel ihre Belegschaft verunsichert, müssen sie sie gezielt weiterqualifizieren. Wie, das untersucht die Boston Consulting Group (BCG) gemeinsam mit Adecco in der Studie "Future-Proofing the workforce". Die Berater räumen ein, dass Entscheider mit unbekannten Variablen zu tun haben, weil kaum einschätzbar ist, wer wann welche SkillsSkills benötigen wird. Dennoch appellieren sie, jetzt zu starten. Alles zu Skills auf CIO.de

Ein Drittel der Beschäftigten sorgen sich wegen der technologischen Veränderungen um ihren Job.
Ein Drittel der Beschäftigten sorgen sich wegen der technologischen Veränderungen um ihren Job.
Foto: BCG/Adecco

Denn bei den Beschäftigten entsteht bereits Unruhe. Das zeigen die Antworten der insgesamt 4.700 Befragten aus neun Ländern. Jeden Dritten (33 Prozent) beschäftigt die Sorge, wegen des technologischen Changes den Job zu verlieren, "einigermaßen" bis "sehr stark". Jeder Zehnte sagt, Trends wie Künstliche IntelligenzKünstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung veränderten seine Tätigkeit ständig. Es sei "herausfordernd", Schritt zu halten. Weitere 25 Prozent erwarten künftig alle zwei bis drei Jahre spürbare Veränderungen aufgrund von Technologie. Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

Mitarbeiter fühlen sich verantwortlich für ihre Weiterqualifizierung

Eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent der Mitarbeiter sieht sich selbst in der Verantwortung, neue Skills zu entwickeln. Gleichzeitig erwarten 46 Prozent, dass sich der Arbeitgeber um die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen kümmert. 37 Prozent nennen zusätzlich spezialisierte Schulungsanbieter und 28 Prozent sich selbst.

Diesen Ball müssen Entscheider aufnehmen, so die BCG. Auch, wenn die Gefahr besteht, Mitarbeitern Trainings zu bezahlen, die sie später bei einem neuen Arbeitgeber einsetzen.

5 Ratschläge für die Weiterbildung von Mitarbeitern

Die Boston Consulting Group und Adecco geben Entscheidern folgende fünf Punkte mit auf den Weg:

1. Jetzt handeln

Das Bewusstsein für die Anforderungen des technologischen Wandels alleine reicht nicht. Unternehmen müssen die Weiterqualifizierung ihrer Belegschaft sofort angehen, obwohl es keine Standards dafür gibt und sie sich auf unsicherem Terrain bewegen.

Mehr als sechs von zehn Beschäftigte sehen sich selbst in der Pflicht zur Weiterqualifizierung.
Mehr als sechs von zehn Beschäftigte sehen sich selbst in der Pflicht zur Weiterqualifizierung.
Foto: BCG/Adecco

2. Zeit und Geld unterschiedlich einsetzen

Die BCG zählt nicht nur Festangestellte, sondern auch freie Mitarbeiter zur Belegschaft. Führungskräfte müssen alle Mitarbeiter von der Notwendigkeit der Weiterqualifikation überzeugen. Für Feste müssen sie einplanen, wieviel Zeit sie wann in Schulungen verbringen werden. Freie müssen gegebenenfalls durch finanzielle Anreize dazu gebracht werden, sich selbst darum zu kümmern.

3. Qualifizierung langfristig betrachten

Klassische Metriken wie der Return on Investment (RoIRoI) lassen sich wegen der Unsicherheit über die faktischen Erfordernisse der Zukunft schwer anwenden. Weiterbildung ist für Unternehmen auf jeden Fall eine langfristige Aufgabe. Entscheider sollten jetzt überlegen, ob sie beispielsweise auf dem Firmengelände einen Campus einrichten, von den Räumlichkeiten her angelehnt an Universitäten. Alles zu ROI auf CIO.de

4. Lernen personalisieren

Nicht jeder kann zur gleichen Zeit die Arbeit unterbrechen. Moderne Formen des Lernens bieten genug Flexibilität, jeden Mitarbeiter zu "seiner" Zeit lernen zu lassen. Elemente wie Gamification sollen die Motivation steigern. Elemente Künstlicher Intelligenz (KI) können die Lernerfahrung individuell auf den Lerner anpassen.

5. Zusammenarbeit mit Externen aufbauen

Weiterqualifikation findet nicht nur in den eigenen vier Wänden des Unternehmens statt. Die BCG und Adecco raten, Kooperationen mit Partnern, Bildungseinrichtungen und auch politischen Entscheidungsträgern aufzubauen. Sie sehen es als Aufgabe der Politik an, betriebliche Schulungen in der Steuerpolitik zu berücksichtigen.

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