Hersteller blicken durch Mechaniker-Augen statt IT-Brille

Autobranche muss bei embedded Software Gas geben

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

1. Die Komplexität der Elektronik reduzieren:

Autobauern muss klar sein, dass eine 500-Seiten-Bedienungsanleitung beim Kauf eines Neuwagens nicht unbedingt zu mehr Wertschätzung durch den Endverbraucher führt. Die Elektronik soll nicht ausufern.

2. Die Software-Architektur als Dreh- und Angelpunkt begreifen:

Oft zeigt sich in der Praxis, dass die Entwickler von embedded Software auf eilig zusammengeschusterten Architekturen aufbauen. Die Autoren der Studie lassen das Schlagwort vom "Spaghetti Code" fallen. Entwickler von embedded Software seien noch nicht auf dem Stand von traditioneller PC-Software angekommen.

3. Ökonomisches Verständnis entwickeln:

Kostendruck verleitet dazu, an den falschen Enden zu sparen und eben auch an der Software. Während billige mechanische Teile schlicht brechen oder sich schneller abnutzen, können Fehler bei der embedded Software massive Kosten nach sich ziehen.

4. Die Entwicklungsprozesse verbessern:

Sei es die Automobilbranche oder welche Sparte auch immer – viele klassische Industriezweige haben ihre mechanistische Sicht auf die Produktion von Waren bis jetzt nicht aufgegeben. Dadurch hinkt die Entwicklung von embedded Software hinterher. Es gibt weniger Tools als nötig, und die Spezialisten müssen sowohl das technische Verständnis eines Mechanikers als auch das Software-Wissen mitbringen. Für die Entwicklung rät McKinsey daher, übergreifende Teams aus den jeweiligen Fachabteilungen zusammenzustellen.

Jeder werkelt und entwickelt vor sich hin

Ein generelles Manko: Es fehlt an Standards. Außerdem lassen sich sowohl Autobauer wie auch ihre Zulieferer ungern in die Karten schauen. Wenn aber jeder vor sich hin werkelt und entwickelt, sinken die Chancen, dass die Komponenten zusammenpassen.

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