Ex-Airbus-Canada-CIO Michael Kollig

CIOs müssen den Wandel orchestrieren

Schreibt und recherchiert Führungs- und Karrierethemen - in der Redaktion von CIO-Magazin und COMPUTERWOCHE. Ihre Schwerpunkte sind CIOs, IT-Karrieren und -Nachwuchs, Führung, New Work und Diversity.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Setzt sich für mehr Frauen in der IT ein.
Die Reise der IT Richtung Wertbeitrag nimmt Fahrt auf, findet Michael Kollig von Google Cloud zum 20-jährigen Jubiläum des CIO-Magazins.
Michael Kollig, vormals CIO von Airbus Canada, heute bei Google Cloud: "Das Thema Applikation-Modernisierung wird uns in den nächsten Jahren beschäftigt halten."
Michael Kollig, vormals CIO von Airbus Canada, heute bei Google Cloud: "Das Thema Applikation-Modernisierung wird uns in den nächsten Jahren beschäftigt halten."
Foto: Airbus Canada

Das CIO-Magazin wird 20 Jahre alt! Aus diesem Anlass haben wir CEOs, CIOs, Seitenwechsler und Experten aus der deutschen ITK-Szene zur Lage des Berufstandes befragt. Einen guten Einblick hat Michael KolligMichael Kollig, der viele Jahre auf der Anwenderseite CIO war, zuletzt bei Airbus Canada, und jetzt Director Customer Engineering Europe North bei Google Cloud ist. Profil von Michael Kollig im CIO-Netzwerk

Herr Kollig: Wie hat sich die Rolle des CIO verändert?

Michael Kollig: Die Rolle des CIORolle des CIO ist sehr schwer zu beschreiben, weil sie so unglaublich vielfältig ist. Je nach Unternehmensgröße, Industriesegment und digitalem Mindset sind die Erwartungen an CIOs extrem unterschiedlich. Das Spektrum reicht weiterhin vom Infrastrukturfokus-Archetyp, über den Geschäftsprozess-Archetyp bis hin zum Daten-Insights-Archetyp und jeder möglichen Kombination aus den Extremen. Generell ist eine Entwicklung hin zu Geschäftsprozessen und Daten Insights festzustellen und damit ein Wandel von IT als reinen Kostenfaktor hin zu IT als Beitrag zum Unternehmenswert. Alles zu Rolle des CIO auf CIO.de

Was sind aktuell die wichtigsten Aufgaben eines CIO in Ihrem Unternehmen?

Michael Kollig: Als Unternehmen in der Hightech-Industrie sind wir wahrscheinlich der Alptraum eines jeden CIOs, weil es gefühlt bei uns sicher 100.000 plus CIOs gibt. Die klassische CIO-Rolle gibt es daher bei Google nicht. Die wichtigste Aufgabe innerhalb des Unternehmens ist sicherlich, allen Googlern optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen, was angesichts der anspruchsvollen Mannschaft nicht gerade trivial ist.

Die internen Abläufe optimal zu ermöglichen, ist eine weitere wichtige Verantwortung, wobei zu berücksichtigen ist, dass wir auch ein beliebtes Testlab für unsere eigenen Produkte in den jeweiligen Entwicklungsstadien sind, was für den CIO ebenfalls seine Herausforderungen mit sich bringt.

Zudem ist Sicherheit definitiv eine Top-Priorität, wobei auch hier wieder auf ein enormes Wissen und Potenzial in den verschiedenen Produktgruppen zurückgegriffen werden kann.

Wie lautet Ihre Prognose: Was wird sich in den nächsten fünf Jahren verändern?

Michael Kollig: Die Reise hin zu IT als Wertbeitrag abseits von Kostenreduktion wird weitergehen und sich deutlich beschleunigen. Das Thema Infrastruktur wird deutlich an Bedeutung verlieren, da der Löwenanteil von Infrastruktur und Commodity-Applikationen aus der Cloud bezogen wird. Security wird an Bedeutung gewinnen, muss aber komplett neu gedacht werden, Perimeter Security ist eine Konzept aus der Vergangenheit und in verteilten Cloud-Umgebungen nicht mehr zeitgemäß. Das Thema Applikationsmodernisierung wird uns in den nächsten Jahren beschäftigt halten, damit Organisationen Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit gewinnen, die in zunehmend disruptiven Zeiten essentiell sind.

Was bedeutet das für die Rolle des CIO?

Michael Kollig: Alle diese Fähigkeiten muss der CIO orchestrieren und Teams aus internen und externen Experten aufbauen und halten, um diesen Herausforderungen flexibel gerecht werden zu können.

20 Jahre CIO Magazin: Wir feiern zwei Mal

Über die Rolle des CIO gestern, heute und morgen werden wir in dem Jahr noch mehrmals nachdenken. Vor 20 Jahren erschien das CIO-Magazin zum ersten Mal, Grund zur Standortbestimmung und zum Feiern.

Ob auf dem Tablet oder in der Print-Edition zum Anfassen, das CIO Magazin begleitet IT-Manager seit 20 Jahren.
Ob auf dem Tablet oder in der Print-Edition zum Anfassen, das CIO Magazin begleitet IT-Manager seit 20 Jahren.
Foto: Montage cio.de / rawpixel.com - shutterstock.com

Am 11. Mai feiern wir zum ersten Mal den 20. Geburtstag des CIO-Magazins. Damals erschien die sogenannte "Nullnummer" des Magazins - so nennen Medienmenschen ein neues Heft, das nur an Anzeigenkunden verschickt wird. Ab 17:30 Uhr stellen wir unsere neue Studie zum Stand des Berufs vor, begleitet von Interviews mit CIOs.

Am 16. September feiern wir noch einmal. An diesem Tag vor 20 Jahren wurde das erste Heft fertig, das mit einer Auflage von 80.000 in den Markt ging. Am 16. September stellen wir ihnen auch die Prognosen zur Zukunft der IT aus dem neuen CIO-Jahrbuch vor. Auch dort spielt wieder unsere "CIO-Band", die remote ihren ersten Song aufgenommen hat.

Zur Startseite