Otto-CIO Michael Müller-Wünsch

Der CIO gestaltet die Zukunft der Organisation mit

Schreibt und recherchiert Führungs- und Karrierethemen - in der Redaktion von CIO-Magazin und COMPUTERWOCHE. Ihre Schwerpunkte sind CIOs, IT-Karrieren und -Nachwuchs, Führung, New Work und Diversity.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Setzt sich für mehr Frauen in der IT ein.
Business und IT begegnen sich zunehmend auf Augenhöhe, sagt Otto-CIO Michael Müller-Wünsch zum 20-jährigen Jubiläum des CIO-Magazins.
Otto-CIO Michael Müller-Wünsch: "CIOs werden viel häufiger in den gesamtunternehmerischen Gestaltungsauftrag der Unternehmen eingebunden."
Otto-CIO Michael Müller-Wünsch: "CIOs werden viel häufiger in den gesamtunternehmerischen Gestaltungsauftrag der Unternehmen eingebunden."
Foto: Otto GmbH & Co. KG

IT als rasant wachsender Kostenfaktor - so hätten Organisationen früher auf das Thema Technologie geblickt, sagt Michael Müller-WünschMichael Müller-Wünsch, CIO des Otto-KonzernsOtto-Konzerns, in unserer großen Umfrage zur Rolle des CIORolle des CIO anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des CIO-Magazins. Geschäftsführungen hätten ihre Hauptaufgabe darin gesehen, diesen Ressourcenverbrauch bestmöglich zu steuern beziehungsweise zu reduzieren. Top-500-Firmenprofil für OTTO GmbH & Co. KG Profil von Michael Müller-Wünsch im CIO-Netzwerk Alles zu Rolle des CIO auf CIO.de

"Über Jahre hinweg befanden sich viele IT-Verantwortliche in der Rechtfertigungsdiskussion zu den IT-Ausgaben," so der IT-Chef weiter. Gleichzeitig habe es den Wunsch in den Unternehmen gegeben, dass die IT-Organisation sich doch stärker an den Business-Fragestellungen orientieren sollte.

Das habe sich spätestens mit dem Jahr 2020 deutlich verändert. Müller-Wünsch stellt fest, dass ein gleichberechtigterer Dialog zwischen den Business- und den Tech-Communities stattfindet: "CIOs werden viel häufiger in den gesamtunternehmerischen Gestaltungsauftrag der Unternehmen eingebunden." Mancherorts werde gar davon gesprochen, Technologie und Business im Kontext von agilen, produktorientierten Organisationen zu integrieren.

Der promovierte Informatiker ist überzeugt, dass es zunehmend zur Aufgabe moderner CIOs gehöre, diesen Prozess zu moderieren und mit Augenmaß und Vernunft voranzutreiben. Weiterhin notwendig ist in seinen Augen, dass IT-Verantwortliche über eine hohe technologische Kompetenz verfügen sollten.

Technische Transformation, Business Journey und Unternehmenskultur

In den meisten Unternehmen stehen teilweise epochale Veränderungen des Geschäftsmodells und der dazugehörigen inneren Organisationsstrukturen an. "Besonders Unternehmen mit einer langjährigen, über Jahrzehnte gewachsenen Unternehmenskultur und -struktur müssen jeden Tag die Frage beantworten, wie sie sich auf die nächsten Herausforderungen vorbereiten", antwortet Müller-Wünsch auf die Frage, vor welchen Aufgaben die IT in seinem Unternehmen derzeit steht. Er sieht die Hauptaufgabe darin, das technologische Fundament des vergangenen Erfolgs verantwortungsvoll in die Zukunft zu transformieren.

Dieses Vorhaben sei bei dem Handelskonzern vor allem durch drei Dimensionen geprägt:

  1. Wie modernisieren wir die technische Infrastruktur- und Applikationslandschaft, so dass diese den Ansprüchen eines vorausschauenden Life-Cycle-Managements in Form von Veränderungsgeschwindigkeit (Time-To-Market) und Betriebseffizienz gerecht wird?

  2. Wie qualifizieren und entwickeln wir die Tech-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter so weiter, dass sie gleichzeitig das heutige "Ist" gut betreuen und ebenso mit modernen Technologien und ToolsTools das zukünftige "Morgen" gestalten können? Alles zu Tools auf CIO.de

  3. Wie unterstützen wir die Fachbereichskolleginnen und -kollegen, den in Software-Code fixierten Unternehmensablauf markt- und kundengerecht zu nutzen und weiterzuentwickeln - vielleicht sogar selbständig zu strukturieren und digital umzusetzen?

Eine weitere Aufgabe sei es, gemeinsam mit der Business-Community die wirtschaftliche Unternehmenszukunft von Otto zu gestalten: hier insbesondere durch die konsequente Nutzung von digitalen Erlösmodellen und technologischen Gestaltungsoptionen zur Verbesserung der Business Journeys für Konsumentinnen und Konsumenten, Partner, Lieferantinnen und Lieferanten und besonders erwähnenswert für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dies führe dann nahezu automatisch zur dritten, für Müller-Wünsch wesentlichen Aufgabe: das Führungsmodell in der Gesamtorganisation weiterzuentwickeln, das Engagement der Mitarbeitenden und ihre Zufriedenheit zu erhöhen. Dahinter steht für ihn deutlich mehr: "Durch eine attraktive und überzeugende Unternehmenskultur einen wesentlichen Anteil der Lebenszeit zu einem positiv belegten, sinnunterlegten Abschnitt der individuellen Lebensgestaltung werden zu lassen."

Tech-Leadership wird zu Organisations-Leadership

Die Bedeutung und Einflussnahme der CIOs wird laut Müller-Wünsch auch in den kommenden Jahren zunehmen. Der CIO werde weiterhin das technologische Fundament einer Organisation und des dazugehörigen Geschäftsmodells verantworten. Daneben werde es zur Tagesnormalität gehören, dass Technologie-Verantwortliche gemeinsam mit den Business-Verantwortlichen die Zukunft ihrer Organisation gestalten. Der Otto-CIO ist überzeugt: "Tech-Leadership wird zu Organisations-Leadership." Sein CEO Marc Opelt sieht das übrigens ganz ähnlich.

20 Jahre CIO Magazin: Wir feiern zwei Mal

Über die Rolle des CIO gestern, heute und morgen werden wir in diesem Jahr noch mehrmals nachdenken. Vor 20 Jahren erschien das CIO-Magazin zum ersten Mal, Grund zur Standortbestimmung und zum Feiern.

Ob auf dem Tablet oder in der Print-Edition zum Anfassen, das CIO Magazin begleitet IT-Manager seit 20 Jahren.
Ob auf dem Tablet oder in der Print-Edition zum Anfassen, das CIO Magazin begleitet IT-Manager seit 20 Jahren.
Foto: Montage cio.de / rawpixel.com - shutterstock.com

Am 11. Mai feiern wir zum ersten Mal den 20. Geburtstag des CIO-Magazins. Damals erschien die sogenannte "Nullnummer" des Magazins - so nennen Medienmenschen ein neues Heft, das nur an Anzeigenkunden verschickt wird. Ab 17:30 Uhr stellen wir unsere neue Studie zum Stand des Berufs vor, begleitet von Interviews mit CIOs.

Am 16. September feiern wir noch einmal. An diesem Tag vor 20 Jahren wurde das erste Heft fertig, das mit einer Auflage von 80.000 in den Markt ging. Am 16. September stellen wir ihnen auch die Prognosen zur Zukunft der IT aus dem neuen CIO-Jahrbuch vor. Auch dort spielt wieder unsere "CIO-Band", die remote ihren ersten Song aufgenommen hat.

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