Powerpoint-Todsünden

Die 10 schlimmsten Fehler bei Präsentationen

Nadja van Uelft ist Trainerin und Coach für Kundenbegeisterung, Rhetorik und Kommunikation in Köln.
Schlechte Präsentationen beruhen immer wieder auf denselben Kardinalfehlern. Welche das sind und andere Tipps für Präsentatoren lesen Sie in diesem Artikel.
Wenn eine Präsentation nicht zum Langweiler werden soll, müssen folgende Pannen unbedingt vermieden werden.
Wenn eine Präsentation nicht zum Langweiler werden soll, müssen folgende Pannen unbedingt vermieden werden.
Foto: lightwavemedia - shutterstock.com

Weltweit werden täglich im Schnitt rund 30 Millionen Präsentationen gehalten. Wissen Sie auch, wie viele davon von Zuhörern beziehungsweise Zuschauern als schlecht, langweilig sowie als Zeitfresser bezeichnet werden? 90 Prozent. Das macht sage und schreibe 27 Millionen schlechte Präsentationen jeden Tag.

Man stelle sich nur vor, was das für Unternehmen bedeutet, das heißt, wie viel Geld dadurch versenkt wird. Präsentationen zu halten verschlingt viel Zeit und Geld, nicht nur Reisekosten, sondern vor allem wertvolle Arbeitszeit sowohl der Präsentatoren als auch des Publikums. Und schlechte Präsentationen kosten obendrein Nerven und gute Laune.

Es ist nicht davon auszugehen, dass die Vielzahl der Präsentatoren absichtlich schlechte Vorträge hält. Aber wenn die im Folgenden aufgeführten Kardinalfehler der Präsentation ganz oder teilweise auf Sie zutreffen, zählen Sie leider zu den 90 Prozent grottenschlechten Präsentatoren. Hier lesen Sie aber auch, wie Sie besser präsentieren können.

1. Der Fehlstart

Mit abgedroschenen Sätzen wie "Heute halte ich eine Präsentation zum Thema X..." oder mit einem übertriebenen Anfangssatz wie "Ich möchte Ihnen meine ausgesprochene Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie so zahlreich erschienen sind" ist Ihr Fehlstart vorprogrammiert. Das kommt deshalb nicht besonders gut an, weil die meisten Leute im Publikum nicht freiwillig da sind, sondern mit dem Besuch der Präsentation eine (oft ungeliebte) Aufgabe auf ihrer To-do-Liste abhaken.

Tipp: Interesse wecken Sie beim Publikum nur, wenn Sie zu Beginn den Nutzen der Präsentation herausstellen.

2. Ablesen statt frei sprechen

Wenn Sie eine vorformulierte Präsentation Wort für Wort ablesen, geht das nicht nur zulasten Ihrer eigenen Aufmerksamkeit, sondern auch einer guten Rhetorik, weil Sie sich gar nicht darum bemühen. Die Wirkung auf die Zuhörer ist fatal, nämlich monoton und einschläfernd. Wenn in Ihrem Vortrag Sprechpausen, Füllwörter und Wortwiederholungen wegfallen, die jeder Mensch beim Sprechen in der Regel macht, verlieren Sie an Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit. Außerdem hat das monotone Ablesen Auswirkung auf Ihre Gestik. Sie wird automatisch steif und fest.

Tipp: Sprechen Sie frei, benutzen Sie gegebenenfalls Moderationskarten, wiederholen Sie Wichtiges und nutzen Sie Ihre Gestik.

Kommentare zum Artikel

Regina Schrimpf

Hm, vor diesem Gedanken stand ich im März 2010, die Vorstellung meines Gedichtbandes. Was sollte ich wie machen?

Stehen oder Sitzen, vorlesen, ja, aber mit Humor. Ich stand 2x eine dreiviertel Stunde zur Verfügung.

Mit Ihren Gedanken sehe ich, daß ich das richtig gemacht habe. Und mit meinem Profilbild lässt sich das auch heute noch anschauen.

Dr. Teuchert

Ein hochinteressanter Artikel zu Präsentation. Die Uni Regensburg bietet seit 12 Jahren einen berufsbegleitenden Masterstudiengang "Speech Communication and Rhetoric in Sprechwissenschaft " an, der genau diese Inhalte vermittelt und anwendungsorientert Präsentation, Moderation, Mitarbeitergespräche, etc. mit TeilnehmerInnen umsetzt.
Einige fachliche Anmerkungen:
1. Sprechpausen erfüllen noch stärker ihre Wirkung, wenn sie mit einer sog. "Stimmsenkung" oder "terminalen Intonation" verknüpft sind. Also: Stimme runter und Pause. Wenn Sie z.B. im ZDF heute Journal bei Marietta Slomka zuhören. Stimmsenkungen vermitteln inhaltlich eine hohe Bestimmtheit der Aussage.
2. Körpersprache ist wichtig! Die Zahl von 55% Wirkungsgrad ist allerdings extrem häufig falsch übernommen worden: ein amerikanischer Forscher - Mehrabian - machte eine Untersuchung mit Einwortsätzen, die jedoch andere Forschungsfragen beinhaltete. Auf diesem Wege kamen die 55% ins Spiel, Mehrabian behauptete jedoch niemals, dieses Ergebnis auf eine komplexe Kommunikationssituation übertragen zu können. Ein guter Literaturtipp: Christa Heilmann: "Körpersprache".
3. In der Foliengestaltung sind die sog. "action titles" wichtig: aussagekräftige Überschriften, die Botschaft der Folie zusammenfassen - vergleichbar den fett gedruckten Überschriften einer Zeitung. Um diese zu finden, muss der Präsentierende eine hohe Klarheit seiner Gedanken entwickeln. Nur dadurch kann er auch interessante Botschaften an die Zuhörer senden. Wenn man "den Wald vor lauter Bäumen" nicht mehr sieht und auf einer Folie fünf Botschaften erhält, überfordert das jeden Zuhörer.

"Präsentation", ein wichtiges Thema, das allerdings sehr differenziert angegangen werden muss. Das Zusammenspiel zwischen interessant aufbereitetem visualisierendem Material (z.B. Folien), der sprechenden Persönlichkeit und der gezielten Verknüpfung von Bild und Ton sind die Erfolgsfaktoren einer gelungenen Präsentation.

Dr.Brigitte Teuchert

Hans-Jörg

Danke für diese Tipps. Wohl kaum ewas neues, aber gut strukturiet und zusammengefasst.

comments powered by Disqus
Zur Startseite