Top-10-Ranking

Das sind die reichsten Deutschen

01.10.2020


Einen seiner ersten Artikel schrieb René Schmöl, Jahrgang 1982, mit 16 Jahren für die Tageszeitung Freies Wort. Es war ein Interview mit Hape Kerkeling. Dieser Erfolg motivierte ihn, weiterzumachen. Nach sieben Jahren im Lokaljournalismus und einer Ausbildung zum Verlagskaufmann folgte ein Volontariat bei der Verlagsgruppe Handelsblatt. Seit 2007 ist René Schmöl in unterschiedlichen Positionen für IDG tätig. Momentan als Chef vom Dienst Online für das Portal cio.de.
Die aktuelle Liste der 500 reichsten Deutschen führt erneut die Familie Reimann an. Auf Platz zwei und drei folgen Dieter Schwarz (Lidl) und die BMW-Großaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt.

Mit einem geschätzten Vermögen von 32 Milliarden Euro sind die Reimanns wie im Vorjahr die reichsten Deutschen. Das ergibt die neueste Schätzung des Vermögens der 500 reichsten Bundesbürger, die das manager magazin veröffentlicht.

Das Vermögen der Reimanns, die 2017 erstmals Platz 1 belegt hatten, ist allerdings nach Schätzung um drei Milliarden Euro geschmolzen. Das lag vor allem am Absturz des Beauty-Konzerns Coty, der Marken wie Calvin Klein, Chloé oder Chopard vertreibt. Stabil liefen dagegen die Geschäfte beim Getränkekonzern Keurig Dr Pepper (Schweppes,Sunkist, 7 Up) und beim Kaffeekonzern JDE Peet's (Jacobs, Tassimo, Senseo), den die Reimanns erst im Frühjahr an die Börse gebracht haben.

Die Reimanns sind die einstige Eigentümerfamilie des Ludwigshafener Chemiekonzerns Benckiser. Die Familie lässt ihr Vermögen in der JAB Holding verwalten. Sie besteht aus Renate Reimann-Haas (68) und Wolfgang Reimann (67), deren Halbbrüdern Stefan (57) und Matthias (55) Reimann-Andersen sowie deren insgesamt zehn Kindern. Alle meiden seit jeher die Öffentlichkeit.

Mit einem Vermögen von 30 Milliarden Euro rangiert Dieter Schwarz (81) wie im Vorjahr auf Platz zwei. Sein Discounter LidlLidl entwickelt sich weiterhin dynamischer als die Geschäfte seiner Erzrivalen Aldi SüdAldi Süd und Aldi NordAldi Nord, beide in Besitz der Nachfahren der Gründerbrüder Karl (1920 bis 2014; Platz 4) und Theo Albrecht (1922 bis 2010; Platz 7). Der von Schwarz kontrollierte Handelskonzern, zu dem auch die Großmarktkette KauflandKaufland gehört, setzte zuletzt 113 Milliarden Euro um. Top-500-Firmenprofil für Aldi Nord Top-500-Firmenprofil für Aldi Süd Top-500-Firmenprofil für Kaufland Top-500-Firmenprofil für Lidl

Stefan Quandt
Stefan Quandt
Foto: BMW AG

Einbußen hinnehmen mussten auch die Drittplatzierten, Susanne Klatten (58) und Stefan Quandt (54). Ihr Vermögen fiel um 1,5 Milliarden Euro auf 25 Milliarden Euro. Die Geschwister besitzen fast 47 Prozent der Aktien von BMWBMW. Das brachte ihnen für 2019 zwar eine Dividende von knapp 800 Millionen Euro (brutto) ein. Aber die Krise der Autoindustrie durch die Corona-Pandemie und die Lasten der Elektrifizierung der Antriebe haben das Vertrauen in den Autokonzern erschüttert. Top-500-Firmenprofil für BMW

Alle Vermögen sind Schätzungen. Bewertungsgrundlage sind Recherchen in Archiven und Registern sowie bei Vermögensverwaltern, Anwälten, Bankmanagern und den Vermögenden selbst. Die Aktienvermögen wurden mit den Schlusskursen vom 15. September bewertet.

Insgesamt zeigt sich, dass die Corona-Krise auch bei den Großvermögen Spuren hinterlässt, auch wenn die ökonomischen Folgen auf viele Unternehmensbewertungen noch nicht voll durchschlagen. Die Zahl der deutschen Milliardäre ist in diesem Jahr nach Schätzungen des manager magazins von 200 auf 189 gesunken. Diese Zahl umfasst Individuen ebenso wie Großfamilien, die ein entsprechendes Vermögen gemeinsam besitzen. In der ersten Liste der reichsten Deutschen im Jahr 2001 waren es 69 Milliardäre, 2010 - nach einem leichten Rückgang durch die Weltfinanzkrise - bereits 102.

Größter Verlierer des Jahres ist die Textilhändlersippe Brenninkmeijer, deren geschätztes Vermögen um 3,5 Milliarden Euro auf 14 Milliarden Euro geschrumpft ist - vor allem, weil sich ihre Handelskette C&AC&A, die schon lange vor Corona in der Krise steckte, immer schwerer tut. Zweitgrößter Verlierer sind die Reimanns mit einem Minus von drei Milliarden Euro. Top-500-Firmenprofil für C&A

Einen fast ebenso starken Rückgang mussten Georg (55) und Maria-Elisabeth (79) SchaefflerSchaeffler hinnehmen, Eigentümer des gleichnamigen Wälzlagerherstellers mit Sitz in Herzogenaurach und Großaktionäre beim Hannoveraner Autozulieferer ContinentalContinental. Das Vermögen von Mutter und Sohn Schaeffler ist seit 2017 von 22 Milliarden Euro um mehr als die Hälfte auf 10,5 Milliarden Euro eingebrochen. Top-500-Firmenprofil für Continental Top-500-Firmenprofil für Schaeffler

Größter Gewinner in den vergangenen zwölf Monaten war SAP-Mitgründer Dietmar Hopp (80). Durch seine Beteiligung an der Biotechfirma CureVac, die an einem Corona-Impfstoff forscht und im August an die Börse ging, legte sein Vermögen um mehr als fünf Milliarden Euro auf 13,2 Milliarden Euro zu.

Die zehn ersten Plätze in der Rangliste der reichsten Deutschen des manager magazins belegen 2020:

1. Familie Reimann - 32 Milliarden Euro

2. Dieter Schwarz - 30 Milliarden Euro

3. Susanne Klatten und Stefan Quandt - 25 Milliarden Euro

4. Familien Albrecht und Heister - 23 Milliarden Euro

5. Familie MerckMerck - 21,5 Milliarden Euro Top-500-Firmenprofil für Merck

6. Familie Henkel - 18 Milliarden Euro

7. Familie Theo Albrecht junior und Familie Babette Albrecht - 17,4 Milliarden Euro

8. Familie Heinz Hermann Thiele - 17 Milliarden Euro

9. Familie Brenninkmeijer - 14 Milliarden Euro

10. Familien PorschePorsche - 13,5 Milliarden Euro Top-500-Firmenprofil für Porsche

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