Consultant-News


Lünendonk-Liste 2017

Die Top 10 deutscher Management-Berater

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Roland Berger und Branchenkollegen verzeichneten 2016 ein Plus von gut elf Prozent. Ihre Kunden suchen Unterstützung in einem Alltag, der immer kurzfristiger und komplexer wird.
  • 2015 lag das Wachstum bei 9.4 Prozent
  • Neun von zehn Beraterfirmen finden es schwierig, Mitarbeiter zu gewinnen
  • An der Spitze stehen weiter Roland Berger, Simon Kucher und Zeb.Rolfes.Schierenbeck

Die führenden deutschen Management-BeratungenManagement-Beratungen profitieren von der digitalen Transformation. Im vergangenen Jahr erzielten sie zusammengenommen gut elf Prozent mehr Umsatz als 2015. Damit setzen sie ihren Aufwärtstrend fort, wie die Consultants von Lünendonk aus Mindelheim (bei Augsburg) in ihrer aktuellen Liste dokumentieren. Laut dem Ranking "Die Top 10 der deutschen Management-Beratungen" erwirtschafteten die Berater 2016 im In- und Ausland insgesamt mehr als 1,8 Milliarden Euro. Alles zu Consultant News auf CIO.de

Roland Berger, Branchenprimus der deutschen Management-Berater, setzt sich deutlich vom Feld ab.
Roland Berger, Branchenprimus der deutschen Management-Berater, setzt sich deutlich vom Feld ab.
Foto: Lünendonk

Im Vergleich zu 2015 weist die aktuelle Liste wenig Änderungen aus. Spitzenreiter bleibt Roland Berger mit - wie im Vorjahr - mehr als 500 Millionen Euro Erlös. Diese Summe ist ein Schätzwert, wie Lünendonk betont. Auch die Ränge zwei bis fünf sind unverändert: Simon Kucher (240 Millionen Euro nach 208 Millionen in 2015) liegt vor Zeb.rolfes.Schierenbeck (190 Millionen Euro nach 180 Millionen) und der Horvath AG (152 Millionen Euro nach 132 Millionen) sowie der KPS AG (145 Millionen Euro Umsatz nach 123 Millionen Euro).

Die Plätze sechs bis neun auf der Liste sind in Bewegung geraten. Auf dem sechsten rangiert nun Q_Perior mit 131 Millionen Euro Umsatz. Im Vorjahr lag das Unternehmen mit 104 Millionen Euro noch auf Rang acht. Einen Platz nach unten gerutscht und damit jetzt auf Platz sieben ist D-fine mit 126 Millionen Euro (2015: 115 Millionen).

Nur Kienbaum verliert Umsatz

Einen Platz aufwärts und damit aktuell auf Rang acht ging es für Porsche Consulting mit 117 Millionen Euro Umsatz (2015: 104 Millionen). Der jetzige Neuntplatzierte, Kienbaum Consultants mit einem Umsatz von 108 Millionen Euro, lag 2015 mit 110 Millionen noch zwei Plätze höher. Goetzpartners (101 Millionen Euro Umsatz nach 90 Millionen 2015) schließt die Liste wie im Vorjahr ab.

Damit ist Kienbaum Consultants die einzige Management-Beratung, die laut Lünendonk-Liste nicht vom Wachstumstrend profitieren konnte. Das gilt auch im Hinblick auf die Mitarbeiter. Während alle anderen Beraterfirmen ihren Stab 2016 vergrößert haben, baute Kienbaum Personal ab.

Lünendonk listet die internationalen Beraterfirmen, die in Deutschland tätig sind, alphabetisch auf.
Lünendonk listet die internationalen Beraterfirmen, die in Deutschland tätig sind, alphabetisch auf.
Foto: Lünendonk

Mitarbeiter dringend gesucht

Stichwort Mitarbeiter: Wie im Vorjahr identifiziert Lünendonk dieses Thema als kritisch. Neben den Top Ten hat Lünendonk 63 weitere Beraterfirmen befragt. Rund neun von zehn Befragten bezeichnen das Gewinnen qualifizierter Mitarbeiter als "sehr große Herausforderung". Studienautor Jonas Lünendonk führt das so aus: "Die Gespräche mit den Beratungen zeigen, dass besonders Beraterinnen und Berater mit mehrjähriger Berufs- und Branchenerfahrung gesucht werden, die sofort Verantwortung in einem Kundenprojekt übernehmen können."

Beratungsbedarf bei Service-, Produkt- und Prozessinnovationen

Diese Kundenprojekte drehen sich nach Beobachtung von Lünendonk um den digitalen Wandel. Das zeigt sich in Punkten wie Service-, Produkt- und Prozessinnovationen. Die Berater sollen Firmen darin unterstützen, schneller und agiler auf den Markt zu reagieren. Die Kunden sprechen von steigender Komplexität und davon, dass sich ihr Geschäft immer kurzfristiger gestalte. Lünendonk erwartet, dass der Bedarf an Beratung auch 2017 und 2018 hoch bleiben wird.

Blick auf die internationalen Management-Beratungen

Über die lokalen Platzhirsche hinaus hat sich Lünendonk auch die internationalen Management-Beratungen angesehen, die auf dem deutschen Markt operieren. Allerdings listen die Mindelheimer sie nicht nach Umsatzstärke auf, weil dazu teilweise keine Zahlen vorliegen oder die Erlöse zu schwer vergleichbar sind. Lünendonk bleibt daher bei einer alphabetischen Reihenfolge von insgesamt 18 Firmen von A.T. Kearney bis Willis Towers Watson. Nach Schätzungen der Mindelheimer erwirtschafteten die meisten im vergangenen Jahr höhere Ergebnisse als 2015.