Finance IT


TK-Lösung Asterisk und VoIP

LVM telefoniert mit Open Source

07.09.2012
Von Ludger Schmitz 
Die LVM Versicherung aus dem westfälischen Münster stellt ihre gesamte Telefonumgebung von proprietären Geräten auf eine Asterisk-basierende Open-Source-Lösung mit VoIP um.
Das Gebäude der LVM Versicherung in Münster, Westfalen.
Das Gebäude der LVM Versicherung in Münster, Westfalen.
Foto: LVM Versicherung

Im Jahr 2010 war nicht mehr zu übersehen, dass die bisherige TK-Anlage in der LVM-Zentrale in Münster, eine Siemens HiCom 300E, den steigenden Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. Auf der Suche nach einem Nachfolgesystem wurde bald klar, dass diverse proprietäre Systeme den eigenen Vorstellungen nicht entsprachen und ihre entsprechende Weiterentwicklung nicht zu beeinflussen war. Die Aufmerksamkeit richtete sich auf die Open-Source-Lösung Asterisk.

Mit der quelloffenen Software hatte die LVM bereits Erfahrungen. 2008 hatte die Versicherung die rund 7000 Arbeitsplätze ihrer bundesweit verteilten Agenturen mit Asterisk-basierenden "Indali"-Geräten ausgestattet; angeschlossen sind überwiegend "Siemens OpenStage 60" SIP-Telefone. Die Projektverantwortlichen setzten sich mit der Firma Digium aus Huntsville, Alabama, in Verbindung. Dies ist ein Unternehmen des Asterisk-Gründers Mark Spencer, welches das Open-Source-Produkt im Wesentlichen weiterentwickelt. Hier wurden unter anderem Roadmap, Release-Planung, Support und deutsche Partner für die Software diskutiert.

Neben der Ausstattung der Agenturen entstand ein kleines Vorprojekt in der Zentrale. In einem Gebäudetrakt mit ausschließlich DV-Leitungen wurde für rund 70 Angestellte mittels Asterisk und dem Open-Source-Produkt Kamailio als SIP-Router eine Voice-over-IP-Anwendung (VoIP) eingerichtet.

Informationen aus Asterisk fließen in die von der LVM beauftragte Open-Source-Lösung "Gemeinschaft" ein, wo sie sich mit dem hauseigenen "LVM Anwendungs System" (LAS) verknüpfen lassen. Die Benutzer waren trotz gelegentlicher Probleme begeistert von den Möglichkeiten der neuen Lösung, die sie nicht mehr missen wollten. Dies und der Nachweis, dass diese Umgebung nicht dazu verwendet wird, das Verhalten einzelner Mitarbeiter auswerten zu können, ließen den Betriebsrat dem weiteren Projekt zustimmen.

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