Strategien


BayWa-CIO Tobias Fausch

Mit Data Services in die Zukunft

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.
Der Hauptsitz der BayWa AG in München.
Der Hauptsitz der BayWa AG in München.
Foto: BayWa AG

Kritisch sieht er auch die potenzielle Abhängigkeit von einem mächtigen Cloud-Provider und den drohenden Know-how-Verlust der eigenen Mitarbeiter: "Wer kann dann noch beurteilen, ob der Preis für einen bestimmten Cloud-Dienst gerechtfertigt ist?" Die logische Konsequenz lautet für ihn: "Anwendungen, die Kernprozesse steuern, müssen im eigenen Haus bleiben."

IT-Governance und Alignment

In Sachen IT-Governance hat die BayWa klare Strukturen geschaffen. Fausch agiert als Group CIO und berichtet direkt an den CEO. Darüber hinaus gibt es mehrere regionale IT-Leiter, die neben ihrem lokalen Management per dotted Line an den CIO berichten. Für den Austausch zwischen Business- und IT-Bereichen hat der Konzern mehrere Gremien eingerichtet, darunter das IT-Leiter Board sowie diverse User Groups. Innovative Lösungen präsentieren Fachbereiche und IT auch auf gemeinsamen Roadshows. Um das IT-Know-how in allen Bereichen zu stärken, hat die HR-Abteilung das Programm "Digital Upskilling" aufgesetzt.

Für den notwendigen kulturellen Wandel brauche es aber mehr als IT-Schulungen, sagt Fausch: "Menschen sind nutzengetrieben. Sie müssen den Nutzen einer Technologie verstehen, bevor sie diese akzeptieren." Dabei helfe es, Geschichten zu erzählen und das Potenzial auf operationalisierbare Ziele herunterzubrechen.

Bimodal-Debatte hilft nicht weiter

Weniger hilfreich im Transformationsprozess ist für den CIO das Konzept der Bimodal IT. Die oft ideologisch aufgeladene Diskussion über eine IT der zwei Geschwindigkeiten sei nicht hilfreich: "Was würde das für unsere Mitarbeiter bedeuten, die Legacy-Systeme betreuen? Wären das dann die langsamen ITler im Backend?"

Aus seiner Sicht geht die Debatte am Problem vorbei: "Bimodal ist der falsche Begriff. Viel wichtiger ist doch die Frage, wie wir agileagile und Wasserfallmethoden zusammenbringen." Ohne eine Verbindung zum Backend bringe auch der agile Sprint nichts. "Und wenn Systeme sehr komplex werden, ist es auch mit dem Wasserfall schnell vorbei. Am Ende brauchen wir so etwas wie einen agilen Wasserfall." Alles zu Agile auf CIO.de

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