Strategien


Umfrage von A.T. Kearney

Wie die IT im Jahr 2020 aussieht

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategischen und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.

Standardlösungen sollen dafür sorgen, dass die IT dadurch weder teurer noch langsamer wird. Mehr als die Hälfte der notwendigen Funktionalität wird sich 2020 durch Standards abdecken lassen, prognostizieren rund vier Fünftel der befragten CIOs.

Viele Unternehmen mühen sich aber nach wie vor mit wenig standardisierten, komplexen Anwendungen ab. Diese Applikationen verschlingen immer mehr Entwicklungs- und Betriebskosten. Auf der anderen Seite belasten sie die Performance der IT generell.

Konsolidierungsprojekte sind aber teuer, vor allem, wenn es darum geht, eine Menge unterschiedlicher Schnittstellen zu bedienen. Gibt es für diese Funktionen Standardsoftware, so ist es eine Überlegung wert, ob man nicht lieber die alte Anwendung durch eine neue ersetzen sollte. Wer "auf der grünen Wiese" ganz neu beginnt, kann den Softwareanbieter für Entwicklung und Maintenance in die Pflicht nehmen.

Inseln der Spezialisierung

Konsolidieren und Aufstocken sind nicht mehr die Universalantwort auf die Frage: Wie kriegt die IT den steigenden Bedarf in den Griff? Tatsächlich gehen fast 60 Prozent der befragten IT-Chefs den entgegengesetzten Weg: Sie bauen unabhängige "Inseln der Spezialisierung". Damit hoffen sie, die Nachfrage schneller und effektiver befriedigen zu können.

Ein Beispiel dafür ist die Transformation, welche die Digitalisierung der Medienbranche aufgezwungen hat. Jahrelang war das beherrschende Thema für die IT, die Produktionsprozesse zu verbessern und kosteneffektiver zu machen. Im Zeitalter der Content-Konvergenz und Veröffentlichung auf unterschiedlichen Kanälen braucht die IT ganz andere Fähigkeiten: Kurz gesagt, sind Agilität, Flexibilität und Time-to-Market die entscheidenden Kriterien, um im digitalen Medienmarkt wettbewerbsfähig zu sein.

Outsourcing: Von Asien nach Osteuropa

Alle Unternehmen werden 2020 stärker als heute von externen IT-Dienstleistungen Gebrauch machen. Dabei verschiebt sich der Fokus wegen der steigenden Kosten und der Zeitzonen-Differenzen von Asien allmählich nach Osteuropa. Diesen "Mini-Trend" beobachtet A.T. Kearney derzeit.

Outsourcing und Offshoring sind auf dem Vormarsch.
Outsourcing und Offshoring sind auf dem Vormarsch.
Foto: ATKearney

Die Unternehmen im angelsächsischen Sprachraum haben weniger kulturelle Unterschiede zu überwinden und sind deshalb dem Offshoring gegenüber aufgeschlossener als beispielsweise deutsche Betriebe, wo Sprachbarrieren immer noch als eine Herausforderung gelten. Nichtsdestoweniger wird auch im EMEA-Raum das Offshoring zunehmen, so hat A.T. Kearney in seiner Studie festgestellt.

Angesichts der Vielzahl von Anforderungen aus dem Business muss die IT das operationale Risiko verringern. Eine Möglichkeit ist die Auslagerung großer Teile der IT-Services an "Mega-Supplier" wie SAPSAP oder Accenture. Sevice-Level-Agreements (SLAs) definieren die zu erbringende Leistung und die Anreize beziehungsweise Pönalen, die mit der (Nicht-)Erfüllung des Vertrags verbunden sind. Alles zu SAP auf CIO.de

60.000 unbesetzte IT-Stellen in Deutschland

Leute, die sowohl die IT als auch das Business verstehen, sind dünn gesät - und wachsen auch keineswegs auf den Bäumen, um im Bild zu bleiben. Diese Know-how-Lücke gilt es zu schließen, damit die Bemühungen um Geschäftsentwicklung und Time-to-Market nicht ins Leere laufen.

Besonders gravierend ist der Mangel an qualifiziertem Personal laut A.T. Kearney in Frankreich und Deutschland. Hierzulande würden 2020 rund 60.000 IT-Stellen unbesetzt bleiben. Es sei denn, den Unternehmen gelänge es, weit stärker als heute IT-Leute mit Verständnis für das Geschäft anzuziehen beziehungsweise auszubilden.

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