Strategien


Prognosen von CIOs und Marktforschern

Gute Aussichten

Johannes Klostermeier ist freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media.

Rauscher setzt verstärkt auf Virtual Private Networks (VPN). Nachdem kleinere Piloten gut geklappt hätten, stelle sich die Frage, ob man nicht auch das Firmen-Backbone migrieren sollte. MLP-CIO Stockmann will 2004 mit einem VPN die Leitungsnetze zu den Filialen und Außendienstmitarbeitern flexibilisieren: "Wir wollen so zu mehr Bandbreite bei geringeren Kosten kommen".

Software - Siegeszug von SAP

Nach dem Ramp-up des SAP-Portals 6.0 werde es eine verstärkte Nachfrage nach Portaltechnologien geben, sagt Niemietz von Nordzucker voraus. "Auch wir werden in das Portal 6.0 investieren." Auf Citrix Metaframe setzt Wedekind von FAZ Electronic Media, "weil ein IT-weites Upgrade auf neue Clients hierdurch kostenbewusst verzögert, wenn nicht sogar verhindert werden kann". SAN und NAS entwachsen den Kinderschuhen und werden somit für die breite Masse einsetzbar, meint Meyerhans von Drees & Sommer. Einen starken Trend, bei Software auf die Big Player zu setzen, hat Mummert-Vorstand Achner festgestellt, der für 2004 auch mit einer weiteren Erfolgsstory von SAPSAP rechnet. Alles zu SAP auf CIO.de

Und der nächste Hype? Es werde sich bis 2006 entscheiden, ob EAI als solcher in die IT-Geschichte eingeht, sagt Schlegel. Die Umsetzung der Vision einer interoperativen Verknüpfung von Legacy-Anwendungen könne zur Ausgangsbasis des Siegeszugs von EAI-Lösungen werden. "Ich wünsche der Industrie und allen Anwendern, dass aus den vollmundigen Versprechungen der Marketingabteilungen zumindest ein Teil umsetzbar ist." "Kein Thema" seien die momentan propagierten Services on Demand für "den Endverbraucher-CIO", betont Mummert-CIO Stams. Das werde in Zukunft Sache des Dienstleisters sein, der die CPUs und die Speichersysteme betreibt, stimmt Rauscher von GE Frankona Re zu.

Hypes - niemand will mehr Erster sein

Von Grid Computing ist Ex-CIO Sany nach wie vor überzeugt. Zur Unterstützung der Novartis-Forscher hat er den Bau des weltweit größten Grid Computers mit bis zu 25 000 Rechnern auf den Weg gebracht. "Richtig gemacht, funktioniert Grid Computing. Dagegen wird mit Utility Computing, Computing on Demand und so weiter, von Herstellern und Serviceprovidern getrieben, viel zu viel Hype gemacht - das ist in der Realität viel schwerer umzusetzen. Da haben CIOs eine gewisse Gefahr, auf die Nase zu fallen wie mit Y2K und der Dotcom-Geschichte."

"Viel Erfolg beim Voraussagen des nächsten Hype" wünscht Rückversicherungs-IT-Leiter Rauscher seinen Kollegen. Denn: "Wer als CIO 2004 noch immer auf einen Hype reinfällt, hat seinen Beruf verfehlt. Die meisten Hypes haben davon profitiert, dass CIOs nicht viel von Technologie verstehen und daher anfällig für Marketingattacken sind." Sein Fazit: "Bei uns steht weder "Grid Computing" noch "On Demand" auf der Wunschliste, weil die Grundfrage nicht beantwortet ist: 'Was bringt es uns wirklich?' Eines habe er gelernt: "Es ist, im Gegensatz zu vielen Behauptungen, nicht entscheidend, immer der Erste zu sein."

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