Strategien


CIO Stefan Henkel

Siemens Healthineers nimmt Kurs auf SAP S/4HANA

Jens Dose ist Editor in Chief von CIO. Seine Kernthemen drehen sich rund um CIOs, ihre IT-Strategien und Digitalisierungsprojekte.
Die Healtcare-Tochter von Siemens wechselt auf den neuen SAP-Standard. IT-Chef Stefan Henkel berichtet über die stufenweise Annäherung an S/4.
Stefan Henkel, CIO von Siemens Healthineers: "Das war keine rein technische IT-, sondern eine Business-Transformation - ein vom Geschäft getriebenes Change-Projekt."
Stefan Henkel, CIO von Siemens Healthineers: "Das war keine rein technische IT-, sondern eine Business-Transformation - ein vom Geschäft getriebenes Change-Projekt."
Foto: Siemens Healthineers

"Siemens HealthineersSiemens Healthineers kommt aus einer verteilten Verfahrenslandschaft, die 2004 aufgebaut wurde und auf einem älteren ECC SAP-Standard basierte," berichtet CIO Stefan HenkelStefan Henkel. Mit dem Börsengang 2018 stand die Entscheidung an, ob eine Kopie der gemeinsamen SAP-Landschaft des Mutterkonzerns übernommen oder aber ein neues System auf dem damals aktuellen Standard aufgebaut werden sollte. Das Team um den IT-Chef entschied sich zusammen mit den Business-Verantwortlichen für Letzteres. Top-500-Firmenprofil für Siemens Healthineers AG Profil von Stefan Henkel im CIO-Netzwerk

Simple Finance als Grundlage

Im Jahr 2019 fiel der Startschuss. Das neue System baute auf dem damaligen Simple-Finance-Template von SAPSAP auf, da S/4 laut Henkel zu dem Zeitpunkt noch nicht ausgereift genug war. "Dennoch haben wir damit die Grundlage für eine zukünftige Migration gelegt, weil Simple Finance bereits die meisten Änderungen in Finanz- und Controlling-Funktionen enthält, die sich auch im S/4-Standard wiederfinden." Alles zu SAP auf CIO.de

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So habe das neue Template nicht nur Richtlinien wie den IFRS-15-Standard, sondern auch neue Geschäftsmodelle abbilden können. "Das war also keine rein technische IT-, sondern eine Business-Transformation - ein vom Geschäft getriebenes Change-Projekt," so Henkel.

Die Business-Prozesse sollen in ein neues Architekturkonzept namens "Lean Core" gehoben und End-to-end automatisiert werden. Das bedeutet, nah am SAP-Standard zu bleiben und Anpassungen wenn möglich über die Business-Transformation-Plattform von SAP auszulagern.

Rollout in Wellen

Als das Template stand, nahm sich das funktionenübergreifende Projektteam aus Business und IT drei Pilotstandorte für den Proof of concept vor: Deutschland, die Schweiz und die Niederlande. Im Zuge dessen ergaben sich einige Aspekte, die noch angepasst werden sollten, um automatisierte Funktionen der alten Plattform auch in der neuen umzusetzen.

Nach dem Piloten ging die erste Rollout-Welle im Oktober 2021 mit vier weiteren Ländern live, gefolgt von weiteren zwei Wellen in Europa, die 2022 synchron auf den Go-live vorbereitet wurden. Pro Welle wurden sieben Länder auf die neue SAP-Plattform gehoben, gesteuert durch das zentrale Projektteam. Henkel: "So hatten wir ein stabiles Template, das mit jedem Go-Live um zusätzliche Funktionen für neue Geschäftsanforderungen erweitert wurde."

Diese Erweiterungen teilen sich in lokale und globale Anforderungen. Lokale beziehen sich meist auf spezifische Regularien eines Landes. Globale Erweiterungen kommen allen Ländern zugute. Die Faustregel für das Projektteam lautet: nutzt eine Funktion mehr als drei Ländern, wird sie an alle Standorte ausgerollt. "Das Ziel ist, das Template so schlank wie möglich und so umfangreich wie nötig zu halten," sagt der CIO.

Ohne Halt nach SAP S/4

Mit der Vorbereitung weiterer Wellen im Oktober 2022 und dem Sprung auf insgesamt 21 Länder entschied sich Henkel, auf den S/4-Standard zu wechseln. "Das war mit Simple Finance bereits gut vorbereitet, sodass wir die technische Migration des Codes auf S/4 relativ reibungslos geschafft haben," so der IT-Chef.

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