Strategien


Amazon-Kontroverse

Warum wir Jeff Bezos brauchen (oder auch nicht)

Christiane Pütter ist Journalistin aus München.
Der Verleger Christopher Schroer hat Amazon die Zusammenarbeit aufgekündigt.
Der Verleger Christopher Schroer hat Amazon die Zusammenarbeit aufgekündigt.
Foto: Ch. Schroer Literaturverlag

Das Loblied des US-Journalisten gibt jedoch nicht die kritische Diskussion über Amazon in Deutschland wider. Als "billig, geizig, monopolistisch" tituliert Fabian Leber vom Tagesspiegel den Versandhändler. Amazon war wegen des Umgangs mit Zeitarbeitern in die Kritik geraten. Das Einkaufen im Netz sei nun auch eine Gewissensfrage, so Leber.

Keine Fragen mehr hat Christopher Schroer. "Lieber Jeff Bezos, heute nehmen wir Abschied, wir kündigen unsere Zulieferer- wie auch Kundenkonten. Mit sofortiger Wirkung. Ohne Wenn und Aber und mit allen Konsequenzen", schreibt der Chef des Literaturverlages Ch. Schroer auf seiner Website. Er kritisiert unter anderem "luftige Buchungstricks" und "überzogene Rabattforderungen". Nicht als Partner fühlt sich der Kleinverleger von Bezos behandelt, sondern als Bittsteller.

Deutscher Verleger erhält Glückwünsche nach Amazon-Ausstieg

Foto: Amazon

Mitte Februar zog Schroer den Schlussstrich. Nach eigener Darstellung haben ihn seitdem mehr als 300 Nachrichten mit Glückwünschen erreicht. Auch in den USA sei dieser Schritt beobachtet worden, zum Beispiel auf mhpbooks.com.

Business Insider-Chefredakteur Blodget ficht das nicht an. Er lobt Bezos Investitionen in Prime, AWS, Kindle und anderes. Blodgets Credo: Weitsichtige Geschäftspolitik zahlt sich sowohl für Kunden wie für Shareholder aus.

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