Strategien


IBM-Chefin Koederitz

"Wir sehen eine Verschiebung des Portfolios"

Heinrich Vaske ist Editorial Director a.D. von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO.

Immer mehr Gespräche mit den Fachabteilungen

Wie äußern sich die Marktverschiebungen in Ihrem Geschäft? Stellen Ihre Kunden andere Anforderungen an IBM?

Koederitz: Die CIOs stehen vor der Frage, wie sie ihre Infrastrukturen umbauen und neue Lösungen einführen können, um den Veränderungen im Unternehmen gerecht zu werden. Flexibilität, Agilität, Integrationsfähigkeit - das gilt es zu gestalten.

Wir führen aber auch immer mehr Gespräche mit den Fachabteilungen. Dabei geht es um die Frage, was die neuen IT-Technologien und -Trends für ihre Geschäftsmodelle bedeuten. Wie verändert sich die Interaktion mit ihren Kunden? Die sind heute viel umfassender informiert und erwarten eine direkte, persönliche Ansprache. Auch unsere Kunden aus dem B2B-Bereich wollen direkter beraten werden. Damit stehen nicht nur die bisherigen Kommunikationsketten zwischen Unternehmen und Kunden in Frage sondern die gesamten Wertschöpfungsketten.

Wie nähern sich Anwender den neuen IT-Themen? Mit einem vorsichtigen Umbau ihrer Backend-und Frontend-Systeme oder auch mal radikal mit der sprichwörtlichen Abrissbirne?

Koederitz: Auf der einen Seite entstehen neue Applikationen gerade im Mobile-Bereich oder über neue Serviceplattformen. Wir bauen etwa E-Commerce-Lösungen, weil der Kunde eine effektivere Plattform für seine Geschäftstätigkeit wünscht. Auf der anderen Seite müssen wir die existierenden Lösungen mit der neuen Welt verbinden. Die Bestandsdaten werden weiter benötigt, also gibt es jede Menge Projekte und Aufgabenstellungen, um die neue mit den vorhandenen Anwendungs- und IT-Landschaft zusammenzuführen.

Die Petabytes an Daten und die Milliarden Lines of Code, die heute in den Legacy-Systemen stecken, will ja keiner komplett ersetzen. Die Frage ist also in jedem Einzelfall, wo man anfängt zu modernisieren und wo es Integrationserfordernisse gibt. Cloud-Angebote zum Beispiel müssen in vorhandene Anwendungen integriert, Datenintegrationspunkte identifiziert werden - und wir begleiten Unternehmen an der Schnittstelle zu ihren Kunden. Egal, ob das interne Abnehmer in den Fachbereichen oder externe am Markt sind.

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