Vorteile, Einwände und erste Anwender

Zum Stand der Diskussion um Cloud Computing

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Dennoch verbinden die meisten IT-Verantwortlichen mit Cloud Computing gegenwärtig vor allem IT-Infrastruktur wie Rechenleistung oder Speicherplatz, die sich in Form von Services nutzen lässt. Das hat Saugatuck in einer Umfrage herausgefunden. Das Wachstumspotenzial für Cloud-Services sehen die Marktforscher indes weniger in hardwareorientierten Angeboten als in den entstehenden Web-Plattformen. Eines Tages, so die Vision, liefen darauf komplette Geschäftsprozesse inklusive aller zugehörigen Services wie Abrechnung oder SecuritySecurity. Letztere Dienste lieferten spezialisierte Anbieter, die gemeinsam mit den Plattformbetreibern ein neues "Ökosystem" für Cloud Computing bildeten. Alles zu Security auf CIO.de

Was Cloud Computing bringt

Klarer als die oft wolkigen Definitionen erscheinen die Vorteile, die Cloud Computing Unternehmen bringen kann. Dazu zählen etwa die theoretisch unbegrenzte Skalierbarkeit der Dienste und die Option, IT-Services rasch an veränderte Anforderungen anzupassen. Mit einer verbrauchsabhängigen Abrechnung können Kunden Fixkosten senken.

"IT-Verantwortliche werden häufig danach beurteilt und auch bezahlt, wie effektiv sie Kosten und Risiken reduzieren", kommentiert Saugatuck-Experte Sempert. "Cloud Computing ermöglicht es, beides zu tun." Frank Gens, Senior Vice President bei IDC, verweist auf den Einfluss des weltweiten konjunkturellen Abschwungs: "Das Cloud-Modell ermöglicht es Unternehmen, ihre IT wesentlich kostengünstiger zu erwerben und zu nutzen. Und das ist in Krisenzeiten ein bestechendes Argument." Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen könnten davon profitieren.

Mit Hilfe von Cloud-Services lässt sich beispielsweise die Einführungszeit neuer Anwendungen verkürzen, wenn IT-Verantwortliche die dazu benötigte Infrastruktur etwa in Form von Server-Kapazität von einem Dienstleister beziehen. Damit entfallen auch die Kosten für das Beschaffen zusätzlicher Rechner. Forrester Research verweist in einer Studie auf befragte Telekommunikationsanbieter, die bereits Erfahrungen mit Cloud-Angeboten gesammelt haben. Laut eigenen Angaben gelang es ihnen, die Kapitalaufwendungen für die beim Dienstleister gehosteten Anwendungen um 30 Prozent zu senken. Hinzu kamen Personaleinsparungen im Bereich Systemadministration. IT-Abteilungen brauchen oft zu lange, um neue Anwendungen zur Verfügung zu stellen, erklären die Marktforscher das zunehmende Interesse an den neuen Diensten. Vor allem die Kapazitätsplanung in den Rechenzentren bereite vielen Probleme.

Internet-Konzerne gehen voran

Werner Vogels, CTO beim Cloud-Pionier Amazon, sieht darin eine Chance für die neuen Provider: "Wenn das Managen eines großen Rechenzentrums nicht zu den Kernkompetenzen Ihres Unternehmens gehört, sollten Sie diese Aufgabe an einen externen Dienstleister übertragen", empfiehlt er. Nach seiner Einschätzung bringen die führenden Anbieter von Internet-Anwendungen und -Services dafür die besten Voraussetzungen mit. Sie könnten beispielsweise beim Einkauf von Servern und Speichern erhebliche Mengenrabatte aushandeln. Gleiches gelte für Softwarelizenzen und Supportverträge.

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