Finance IT


Chatbot, Digital Twin, Quantum Computing

10 Top-Trends für CIOs in Versicherungen

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Digitale Twins, Plattform-Industrie und Spracherkennung sind drei von zehn Trends, die IT und Tagesgeschäft in Versicherungen verändern werden. Die Munich Re bietet einen Überblick.
Die Munich Re identifiziert zehn Trends, die für CIOs in Versicherungen besonders relevant sind.
Die Munich Re identifiziert zehn Trends, die für CIOs in Versicherungen besonders relevant sind.
Foto: Munich Re / ERGO

"Noch vor fünf oder sechs Jahren sahen nur wenige in der Versicherungsbranche TechnologieTechnologie als erfolgskritisch an, obwohl sie für viele Branchen ein wesentlicher Produktivitäts- und Wachstumstreiber gewesen ist", erklärt der Konzern Munich ReMunich Re. Das habe sich geändert: heute sei das "immense Potenzial" neuer Technologien erkannt. Munich Re stellt die zehn wichtigsten Trends vor. Top-500-Firmenprofil für Munich Re Alles zu Finance IT auf CIO.de

Sie verteilen sich auf vier übergeordnete Bereiche, nämlich Nutzer-Zentriertheit, vernetzte Welt, Künstliche IntelligenzKünstliche Intelligenz (KI oder AI für Englisch Artificial IntelligenceArtificial Intelligence) und disruptive Technologien. Die zehn Trends im Einzelnen: Alles zu Artificial Intelligence auf CIO.de Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

1. Digitale Ökosysteme beziehungsweise Plattformen: Die Munich Re definiert digitale Ökosysteme als den Zusammenschluss mehrerer Interessenten auf einer digitalen Plattform. Dieser Zusammenschluss dient einem gemeinsam definierten Zweck. Ein branchenfernes Beispiel dafür bieten die Autobauer Daimler und BMW mit ihren Car Sharing-Angeboten DriveNow und Car2go. Solche Ökosysteme zielen auf mehr Nutzen für den Verbraucher ab, laufen also unter dem Stichwort Nutzer-Zentriertheit.

2. Digitale Gesundheitsdienstleistungen: Fortgeschrittene Technologien können beispielsweise Blutdruck und Herzfrequenz überwachen, Messwerte analysieren und Anfangsdiagnosen stellen. Als Beispiel gilt die "smarte Pille" EtecRx, die von japanischen Wissenschaftlern entwickelt wurde und eigentlich keine "Pille" im Sinne eines Medikaments darstellt. EtexRc ist ein Sensor, der mit einem atmungsaktiven, flexiblen Pflaster aufgeklebt wird und permanent die Körperfunktionen des Trägers überwacht. Ein Beispiel für Healthcare in einer vernetzten Welt.

3. Offene Schnittstellen: Offene Schnittstellen sind ebenfalls Merkmale einer vernetzten Welt. Im September 2018 hat Fouad Housseini OPIN gegründet, das Kürzel steht für Open Insurance Initiative. Das Projekt unterstützt VersicherungenVersicherungen dabei, ihre Daten durch ToolsTools, die über offene Schnittstellen zugänglich sind, intelligenter zu nutzen. Housseini versteht sich als InsurTech-Influencer. Alles zu Tools auf CIO.de Top-Firmen der Branche Versicherungen

Virtuelles Gegenstück zum versicherten Auto

4. Digitale Zwillinge: Nach den Zahlen der Munich Re werden schon in ein bis zwei Jahren 41 Prozent der größeren Industriebetriebe mit digital Twinsdigital Twins (digitalen Abbildern realer Objekte) arbeiten. Versicherungen könnten zum Beispiel über das virtuelle Gegenstück eines versicherten Autos verfügen und Daten über das Fahr- und Nutzungsverhalten in die Vertragsgestaltung einbeziehen. Alles zu Digital Lab auf CIO.de

5. Robotic Process Automation (RPA): Versicherungen erwarten von Prozess-Automatisierung, dass Sachbearbeiter von Routine-Tätigkeiten entlastet werden und mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben haben. Bis 2022 wird der RPA-MarktRPA-Markt jedes Jahr um gut 40 Prozent wachsen, schätzt die Munich Re. RPA ist ein Beispiel für den Megatrend Künstliche Intelligenz. Alles zu Roboter auf CIO.de

6. Computer Vision: In der Medizin werden bildgebende Verfahren zum Beispiel bei der Beobachtung der Herztätigkeit eines Patienten eingesetzt. Damit gilt Computer Vision als einer der Hauptbestandteile der Fernversorgung von Patienten. Auch diese Use Cases basieren auf Künstlicher Intelligenz.

Lernen so einfach machen wie möglich

7. Spracherkennung: Die Nutzung von Natural-language Processing (NLP) zielt auf die immer bessere Interaktion von Mensch und Maschine ab. Ein gelungenes Beispiel sieht die Munich Re in der Lernplattform Liulishuo des chinesischen Unternehmens LAIX Inc. Deren Ziel ist, Lehrstoff so niedrigschwellig wie möglich anzubieten. Jeder Mensch soll jederzeit und von jedem Ort aus lernen können. Eine weitere Anwendung von Künstlicher Intelligenz.

8. Dialogorientierte Schnittstellen (Chatbots): Persönliche digitale Assistenten und ChatbotsChatbots sind greifbare Beispiele für dialogorientierte Schnittstellen. Sie werden einen Paradigmenwechsel im Umgang von Mensch und Maschine bewirken, so die These der Munich Re. Versicherungen können Chatbots einsetzen, um etwa Kundenbeschwerden und -anfragen schneller abzuarbeiten. Ermöglicht wird auch dies durch Künstliche Intelligenz. Alles zu Chatbot auf CIO.de

9. Kognitive Cyber Security: Mit der Anwendung kognitiver Cyber SecurityCyber Security zielen Versicherungen darauf ab, firmeninterne wie externe Quellen - etwa Blogs und Social Media - auf Risiken abzusuchen. Ein weiteres Einsatzgebiet von Künstlicher Intelligenz. Alles zu Security auf CIO.de

Quantum Computing als disruptive Technologie

10. Quantum Computing: Quantum Computing wird Rechenleistung ermöglichen, die noch nie dagewesen ist. Anders als herkömmliche Computer arbeiten Quantenprozessoren nicht auf Basis von "Null oder Eins", sondern auf Basis quantenmechanischer Zustände. Damit wird ihnen die Fähigkeit zugeschrieben, beispielsweise effizienter in extrem großen Datenbanken suchen zu können und die Faktorisierung großer Zahlen effizienter zu lösen.

So hat Volkswagen durch einen Quantencomputer die schnellste Route zum Flughafen bei möglichst geringem Verkehrsaufkommen errechnen lassen - das Ergebnis lag in weniger als einer Sekunde vor. Ein traditioneller Computer brauchte 45 Minuten. Die Munich Re betrachtet Quantum Computing als disruptive Technologie.

Robin Johnson, Global CIO bei der Munich Re Group, kommentiert: "Wir beobachten mehr und mehr, wie technologische Innovationen den Alltag in Versicherungen - und ebenso den ihrer Kunden - verändern."

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