Strategien


Digitalisierung in der Logistik

CIO Sontheimer steuert DB Schenker auf Digitalkurs

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Markus Sontheimer, CIO und CDO in Personalunion, trimmt den Logistikdienstleister der Deutschen Bahn auf Digitalisierung.

"Es geht nicht um Evolution, sondern um Revolution", sagt Sontheimer, wenn er über die digitale Transformation von DB SchenkerSchenker spricht. Als er im Dezember 2015 von der Deutschen Bank zu dem Logistiker wechselte, wurde ihm schnell klar, dass es hier Nachholbedarf gibt. Der gelernte Wirtschaftsingenieur hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg, und so kam es, dass ihn der Aufsichtsrat ein halbes Jahr später neben seiner CIO-Rolle auch noch zum Chief Digital Officer (CDO) ernannte. Jetzt musste Sontheimer liefern, und er verlor keine Zeit. Top-500-Firmenprofil für Schenker

Eine eigene "Digital-Einheit" soll dem Logistikdienstleister DB Schenker neue Geschäftsfelder erschließen.
Eine eigene "Digital-Einheit" soll dem Logistikdienstleister DB Schenker neue Geschäftsfelder erschließen.
Foto: DB Schenker

Im vergangenen Jahr stellte er eine "Digital-Einheit" auf die Beine, in der heute rund 150 Mitarbeiter beschäftigt sind. Unter seiner Verantwortung entstand eine Digitalisierungsstrategie, die dem Logistikunternehmen mit mehr als 70.000 Mitarbeitern auch neue, digitale Geschäftsbereiche erschließen soll.

"Durch die DigitalisierungDigitalisierung der Logistik entstehen bis 2030 neue digitale Geschäftsmodelle", erläutert der CIO. Für DB Schenker ergäben sich dabei zunächst Chancen im digitalisierten Speditionsgeschäft als digitaler Forwarder. Daneben wolle man auch mit der Online-Frachtplattform Drive4Schenker das eigene Geschäftsmodell im Landverkehr transformieren und digitalisieren. Die nächsten Schritte auf der Roadmap drehen sich um datengetriebene Geschäftsmodelle mit den drei Säulen "Virtual SCM", "Logistics Eco-System" und autonomes Transport-Management Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Der digitale Forwarder steht laut Sontheimer für eine vollständig digitale Transaktionsebene, auf der Kunden Transportaufträge abwickeln können. Konzipiert sei sie zunächst für einfache Standardaufträge. Schnelligkeit und niedrige Kosten ständen im Vordergrund.

Online-Frachtplattform für Transportleistungen

Einen Schritt weiter geht das Konzept der Online-Frachtplattform. DB Schenker agiert hier zusätzlich als Vermittler ohne eigene Transportverantwortung. Die rund 30.000 Carrier, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet, können über die Plattform Drive4Schenker auf Aufträge zugreifen oder im Spotpricing bieten.

Die Kunden erhalten dabei in der Regel mehrere Lösungsangebote für ihr Transportanliegen. Gedacht ist die Plattform vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, die sich keine eigene Digitalplattform leisten können oder wollen. DB Schenker hat dafür das Rad nicht neu erfunden: Drive4Schenker basiert auf Technik der US-Online Frachtbörse uShip, in die DB Schenker im Rahmen einer strategischen Beteiligung im Februar 25 Millionen US-Dollar investiert hat.

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