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Nach der Dresdner-Übernahme

Commerzbank schaltet 1000 Systeme ab

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Integration der Dresdner Bank kostet 2,5 Milliarden Euro. CIO Peter Leukert berichtet über die Meilensteine und das Change-Management des Riesenprojekts.

Schampus wird sprudeln, und zwar nicht nur eine Flasche, wenn Commerzbank und Dresdner Bank technologisch verschmolzen sind. "Eine IT-Integration dieser Komplexität und Größe ist Neuland", sagt Peter Leukert. Der CIO der Commerzbank steckt mitten in der Migration beider BankenBanken, die im Sommer abgeschlossen sein soll. Top-Firmen der Branche Banken

Peter Leukert CIO der Commerzbank: "Ich kenne kein vergleichbares IT-Projekt im deutschsprachigen Bankensektor. Es gab keine Blaupause, an der wir uns orientieren konnten."
Peter Leukert CIO der Commerzbank: "Ich kenne kein vergleichbares IT-Projekt im deutschsprachigen Bankensektor. Es gab keine Blaupause, an der wir uns orientieren konnten."
Foto: Commerzbank AG

Eine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus. Denn: Die Firmenleitung hat bei dem Projekt frühzeitig Entscheidungen getroffen, und diese werden in enger Zusammenarbeit von IT und Fachabteilungen umgesetzt. So stellt es Leukert jedenfalls dar.

Formal verschmolzen sind beide Unternehmen im Mai 2009. Damit ist das zweitgrößte Geldhaus Deutschlands, die Commerzbank, alleiniger Aktionär der ehemaligen Allianz-Tochter. Zu den knapp sechs Millionen Privatkunden der Commerzbank kommen gut fünf Millionen der Dresdner hinzu. Außerdem zählt die Commerzbank schätzungsweise 60.000 Firmenkunden in Deutschland, die Dresdner bringt rund 40.000 mit.

Bottom-up-Analyse dauerte ein Jahr

Glaubt man dem Commerzbank-CIO, hatte die Unternehmensspitze die Merger-Fähigkeit der IT von Anfang an im Auge. Dass die vergrößerte Commerzbank ihre Systeme auf die der Dresdner überträgt und nicht umgekehrt, will Leukert nicht als "Gutsherrenart" verstanden wissen. "Wir haben keine detaillierte Bottom-up-Analyse aller Anwendungen gemacht", erklärt er. Denn dies hätte ein gutes Jahr gekostet.

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