Strategien


Key Performance Indicators

Die sieben KPIs der Infineon-IT

Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.

Zu 3. Unter "Standardization" versteht Pomschar die Vereinheitlichung der Anwendungssoftware. Auf rund 1000 Applikationen schätzt er die historisch gewachsene Vielfalt. Dabei leisten sich die 5000 Entwickler in der 34000-köpfigen Belegschaft einen besonders kreativen Umgang im Einsatz von Programmen. Pomschar sieht das Problem jedoch eher bei den 15000 Kollegen aus dem Business-Bereich: "Wissen Sie was es heißt, mehrere Reporting-Systeme zu betreiben?" Das Ziel des CIO lautet deshalb: Um fünf Prozent soll sich die Zahl der Applikationen pro Jahr verringern. Klar, dass es mit zunehmenden Jahren immer schwerer fallen wird, bei diesem KPIKPI gute Werte zu erreichen. Alles zu KPI auf CIO.de

Zu 4. "Architecture Compliance" beschreibt, wie viele der IT-Systeme sich bereits in der Zielarchitektur befinden. Damit meint Pomschar die drei Plattformen SAPSAP, i2 und Lotus Notes. Bislang ordnen sich 72 Prozent der Systeme unter dieses Dreigestirn. Laut Zielvorgabe des CIO sollten es 82 Prozent sein. Um diesen Idealwert zu erreichen, hat Pomschar den bisherigen, dreistufigen Workflow von "Plan", "Build" und "Run" weiter ausdifferenziert. Statt von "Plan" spricht der CIO lieber von "Define" und "Design". Die Aufspaltung hat folgenden Grund: "Wenn die IT erst hinter der Define-Phase ins Spiel kommt, dann hat sie bereits verloren, dann ist sie immer die Dumme oder die Böse", warnt Pomschar. Als Folge könne man in der Architektur nur noch Kompromisse eingehen, was der CIO kategorisch ablehnt: "Das Thema Plattformen ist durch. Das diskutieren wir hier nicht mehr." Alles zu SAP auf CIO.de

Zu 5. "Project Effectiveness" ist der KPI, in den Pomschar und sein Team die meisten Überlegungen investiert haben. Effektivität in Projekten fair zu bemessen zählt zu den schwierigsten Aufgaben, da "Zeit", "Budget" und "Scope" nicht nur von der IT bestimmt werden, sondern immer auch von Dritten sowie von weiteren, externen Einflüssen, die für die IT-Verantwortlichen unvorhersehbar sind.

Um den Projektmanagern trotzdem Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, lässt Pomschar deshalb nicht nur einen "Project Effectiveness Quantifier" errechnen, der die drei Kriterien "Zeit", "Geld" und "Umfang" misst, sondern er lässt gleichzeitig die Verursacher von möglichen Planabweichungen identifizieren. Dies drückt sich dann im so genannten "Change Request Quantifier" aus. Beide Quantifier werden zum Schluss miteinander multipliziert und ergeben die Endnote für Effektivität.

Um den Idealwert von 1,0 zu erreichen, muss ein IT-Manager zunächst in Zeit, Geld und Umfang genau den Plan erfüllen. Er erhält dann in allen drei Kategorien den Multiplikator eins, der vom System in einem kräftigen Grün angezeigt wird. Bei kleineren Abweichungen springt die Ampelfarbe auf Gelb. Das kann zum Beispiel passieren, wenn die Projektlaufzeit um zehn Prozent oder um maximal einen Monat überschritten wird. Das passiert auch, wenn das Budget um zehn Prozent oder um maximal 100 000 Euro überreizt wird. In beiden Fällen erhält der IT-Manager den "Project Effectiveness Quantifier" von 0,9.

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