Authentisch sein und Hobbys pflegen

12 Tipps zum Netzwerken für Schüchterne

23.10.2018
Von Nicolas Zeitler

"Ein IT-Spezialist zu sein bedeutet nicht, dass Sie zum Netzwerken nur zu Fachveranstaltungen gehen dürfen", mahnt Sarikas. Womöglich habe ja der Nebensitzer im Stadion eine Arbeitsstelle, von der man schon lange geträumt habe. "Aber das erfahren Sie nur, wenn Sie ein Gespräch mit ihm beginnen." Eine Umgebung und Veranstaltung, auf der man sich wohl fühle, mache das sehr einfach. Beim gemeinsamen Verkosten eines Cabernet dürfe man den Gegenüber ruhig nach seinem Namen und Beruf fragen. "Vermeiden Sie hingegen Situationen, in denen sie sich gehetzt oder gestresst fühlen", rät auch Stellensuche-Expertin Debra Feldman.

Wer auf einer Technik-Konferenz nur Fremde um sich vorfinde, solle zielgerichtet die Foren oder Stände ansteuern, die ihn interessieren, empfiehlt Keith Ferrazzi. "Wenn Sie mit den Leuten dort über das sprechen, was Sie selbst interessiert, fallen Sie auf und können andere für sich einnehmen." Man müsse dann im Gespräch nicht erst gemeinsame Interessen finden, sondern teile seine Interessen einfach mit anderen.

6. Um Vorstellungen bitten

Schüchterne hängen sich auf Veranstaltungen gern an eine Person und verbringen mit ihr den ganzen Abend, beobachtet Peter Handal vom Trainings-Anbieter Dale Carnegie & Associates. Ein Fehler, sagt Handal. Das sei zwar der einfache Weg, verhindere aber erfolgreiches Netzwerken. Stattdessen solle man die gefundene Kontaktperson bitten, einem weitere Besucher der Veranstaltung vorzustellen. "Das ist eine nette und angenehme Art, andere kennen zu lernen."

7. Großzügig sein

Wer selbst keine Kontakte oder Stellen anzubieten habe, scheue sich oft vorm Netzwerken, weil er Angst habe, mit leeren Händen vor denen zu stehen, die ihm geholfen haben. Doch handfeste Gegenleistungen seien gar nicht immer nötig, meint Ferrazzi. Oft reiche es aus, ehrliches Interesse am anderen zu zeigen, auch einmal Komplimente zu machen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. "Das ist auch eine Form der Großzügigkeit", sagt Ferrazzi.

8. Fragen vorbereiten, um das Eis zu brechen

Wer Angst habe, in einer größeren Runde kein Wort herauszubringen, solle sich darauf vorbereiten, sagt Debra Feldman. Es helfe, sich vorher Fragen zu überlegen, mit denen sich das Eis brechen lasse. Wer gezielt ausgehe, weil er eine neue Stelle suche, solle sich auf typische Fragen wie den Grund für den gewünschten Wechsel oder nach dem persönlichen Lebenslauf einstellen. "Sie müssen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, damit es keine peinlichen Pausen gibt", sagt die Personal-Expertin.

9. Kontakte aufrecht erhalten

Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei neuen Bekannten lässt sich aufbauen, indem man Informationen mit ihnen teilt, etwa den Link zu einer Webseite oder einen Artikel zu einem der gemeinsamen Gesprächsthemen. "Wenn Sie anderen etwas ankündigen und dann auch wirklich schicken, erscheinen Sie als vertrauenswürdig, andernfalls als ein Schwätzer wie viele andere", sagt Sarikas.

10. Angst vor Zurückweisung überwinden

Eine Lektion muss jeder Netzwerker lernen: Dass er gelegentlich auf Menschen trifft, die ihm nicht helfen wollen oder können. "Das gehört dazu", sagt Sarikas. Auf keinen Fall dürfe man das persönlich nehmen oder sich lange daran aufhalten.

11. Etwas wagen

Wer seine Angst vor Zurückweisung überwunden hat, soll ruhig auch einmal völlig Fremde ansprechen oder unangekündigt potenzielle Kontaktpersonen anrufen. KontaktKontakt aufzunehmen sei dem Nebensitzer im Flugzeug oder bei einem Essen oft genau so unangenehm wie einem selbst, beruhigt Sarikas. "Vielleicht ist er dankbar, dass Sie das Eis brechen und erweist sich als hervorragender Kontakt." Nur wer wage, könne gewinnen. Alles zu Karriere auf CIO.de

12. Professionelle Hilfe suchen

Wer partout seine Schüchternheit nicht überwinden kann, der muss laut Ferrazzi professionelle Hilfe suchen. Ein Therapeut könne dabei helfen zu verstehen, warum man so verklemmt sei und Auswege aufzeigen. Ansonsten werde man nie fähig sein, ins Netzwerken einzusteigen. "Die Fähigkeit, mit anderen vertraulich zu sprechen, ist der Kern des Networking", betont Ferrazzi. "Schüchterne wissen in ihrem Innern, dass sie einsam sind und sich nach mehr Nähe sehnen. Sie haben nur nicht den Mut und das Selbstvertrauen, dieses Problem anzugehen."

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