Strategien


Apotheker und COO Gunst weg

SAP: Bitte nicht nach Gründen fragen!

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
SAP-Mitbegründer Hasso Plattner weist Fragen nach den Gründen für den jüngsten Führungswechsel zurück. Auf einer Pressekonferenz beschwor er die Vision einer "happy company". Gleichzeitig verlässt auch Chief Operating Officer (COO) Erwin Gunst das Unternehmen.

Der Begriff "happy" kam Hasso Plattner, SAP-Aufsichtsratschef, gleich mehrfach über die Lippen. Eine "happy company" soll SAPSAP wieder werden, mit happy Kunden und Mitarbeitern, die auch happy sind. So lautet die Grundaussage einer Pressekonferenz am Montagnachmittag wegen des Weggangs von Ex-Vorstandssprecher Léo Apotheker. Auf die Frage, warum genau der denn nun gehen musste, reagierte Plattner allerdings gar nicht glücklich. Er wolle heute nur nach vorne schauen, so seine knappe Antwort. Weitere Nachfragen wurden abgeblockt. Alles zu SAP auf CIO.de

Zunächst war es mehr eine Werbe-Show als eine Pressekonferenz. Plattner eröffnete mit einem "riesigen Thank you" an Apotheker und stellte gleich klar, was die Presse Falsches geschrieben habe. Nein, es gab keine Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Léo. Nein, es sei nicht richtig, dass BusinessOne und BusinessByDesign schlecht liefen. ByDesign werde ein "very good year" haben.

Soviel Harmonie wurde dem Firmenmitgründer dann wohl selbst zu viel. Ja, es müsse wieder Vertrauen aufgebaut werden, räumte er ein. Es werde Changes im Führungsstil geben müssen. Als solche zählte Plattner auf: Flachere Hierarchien, agilere Projekt-Teams, Kritikfähigkeit - von innen wie von außen.

Das mit der Kritikfähigkeit wollten die telefonisch versammelten Medienvertreter genauer wissen. Ob es richtig sei, dass Mitarbeiter in internen Befragungen Dampf abgelassen hätten? SAP sei derzeit wohl eher eine "unhappy company"? Dazu Plattner: Ja, Mitarbeiterbefragungen hätten Kritik ergegeben, aber man solle ihm bitte nicht die Worte im Mund herumdrehen. SAP sei happy, müsse aber noch happier werden, um erfolgreich zu sein.

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