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Umstellung komplex

SEPA: Was auf Unternehmen zukommt

01.07.2013
Von Dirk Elsner
Dirk Elsner war mehrere Jahre Bereichsleiter einer Bank und Geschäftsführer einer mittelständischen Unternehmensgruppe. Heute berät er für die Innovecs GmbH Banken und mittelständische Unternehmen. Daneben betreibt er privat das preisgekrönte Finanzblog Blick Log.
Die Mehrheit der deutschen Unternehmen wird in sieben Monaten keine Lastschrift mehr einziehen können. Nach derzeitigem Stand ist nur ein Bruchteil auf die SEPA-Einführung 2014 vorbereitet. Die meisten hoffen auf Verschiebung. Hochriskant findet das CFOworld-Autor Dirk Elsner. Er warnt vor Engpässen bei den Tests Ende 2013.
Dirk Elsner, ehemals Banker und jetzt Berater sowie Autor der CFOworld: "Für Schäden, die durch eine unterlassene Anpassung entstehen, könnten Geschäftsführer sogar persönlich haftbar gemacht werden."
Dirk Elsner, ehemals Banker und jetzt Berater sowie Autor der CFOworld: "Für Schäden, die durch eine unterlassene Anpassung entstehen, könnten Geschäftsführer sogar persönlich haftbar gemacht werden."
Foto: Dirk Elsner

Die Single European Payments Area (SEPA) soll den Zahlungsverkehr in Europa günstiger und schneller machen. Bis es so weit ist, müssen die Unternehmen allerdings noch ein paar Dinge anpassen (siehe Kasten "Sepa - Der Fahrplan zur Einführung"): Die Standards für Überweisungen, offiziell SEPA Credit Transfer genannt, erscheinen dabei noch einfach und nachvollziehbar. Aber bei Lastschriften, namentlich SEPA Core Direct Debit für Privatkunden und SEPA Business to Business Direct Debit für Firmenkunden, hinken die meisten Unternehmen hinterher. Doch zunächst zu den Überweisungen:

SEPA Credit Transfer

Das Verfahren wird schon seit 2008 zur Abwicklung nationaler und grenzüberschreitender Zahlungen angeboten. Ab Februar 2014 schreibt das European Committee for Banking Standards (ECBS) jedoch vor, dass alle Überweisungen nach diesem Muster zu erfolgen haben. Dabei stellen die International Bank Account Number (IBAN) und der Business Identifier Code (BIC) das Äquivalent zur deutschen Kontonummer und Bankleitzahl dar. Leider reicht die internationale StandardisierungStandardisierung der IBAN aber nicht so weit, dass sie in allen Ländern identisch ist: Die kürzeste IBAN hat Belgien mit 16 Stellen, Malta weist mit 31 Stellen die längste auf. Theoretisch sind sogar 34 Stellen möglich. Alles zu Standardisierung auf CIO.de

Zudem ist die IBAN so aufgebaut, dass sie sowohl eine Länder- als auch eine Bankenkennung enthält. Folglich wird der BIC formal überflüssig. Tatsächlich will das ECBS den Banken-Code auch zum 1. Januar 2016 abschaffen. Unternehmen müssen ihn dennoch zwischenzeitlich in Vordrucke, Formulare und Datenbanken aufnehmen - ein zusätzlicher Aufwand.

Zum 1. Februar 2014 müssen die Datensätze auf das Format ISO 20022 XML umgestellt werden, um sie bei Banken elektronisch einliefern zu können. Durch diesen Standard soll eine durchgängige, vollautomatisierte Verarbeitung der Zahlungsprozesse ermöglicht werden. Immerhin: Sofern ein Unternehmen internationale Überweisungen in verschiedene Länder tätigt, reduziert die Einführung des XML-Standards den Aufwand für Formatpflege und Systemverwaltung deutlich.

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