Cloud Computing


FinOps

So behalten CIOs Cloud-Kosten im Griff

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Sieben von zehn Unternehmen überziehen ihr Cloud-Budget regelmäßig um 25 Prozent. FinOps, kurz für Financial Operations, können dabei helfen, die Kosten zu kontrollieren.

Viele Unternehmen durchschauen ihre Kosten für Cloud-Services nicht. In einer Umfrage von 451 Research erklärten acht Prozent der rund 300 befragten Finanz- und IT-Entscheider, das schlechte Management der Cloud-Kosten wirke sich negativ auf ihr Unternehmen aus. 69 Prozent überziehen ihr Budget regelmäßig um ein Viertel.

Vielen Entscheidern fällt es schwer, die Kosten für Cloud-Services richtig zuzuordnen.
Vielen Entscheidern fällt es schwer, die Kosten für Cloud-Services richtig zuzuordnen.
Foto: Zerbor - shutterstock.com

Abhilfe versprechen FinOps, kurz für Financial Operations. Der Begriff steht nicht nur für Analytics-Software-Lösungen, sondern auch für eine neue Fachrichtung im Business Management. Amazon Web Services (AWS) und Microsoft (Azure) offerieren bereits einschlägige Lösungen. Auch die neue Position eines "Director of Cloud Optimization" wird in diesem Kontext propagiert.

Den Titel trägt zum Beispiel Joseph Daly bei der US-amerikanischen Bausparkasse Nationwide. Wer versuche, die Kosten für spezielle Cloud-Services nachzuvollziehen, stehe oft vor einer "Black Box", beklagt er. Die Rechnungen der Anbieters seien meist extrem detailliert und schwer verständlich.

FinOps-Lösungen können vor allem die Ausgaben für Rechenleistung und Speicher aus der Cloud tracken. Außerdem sollen sie beispielsweise die Größe der Server an die tatsächlichen Anforderungen des Unternehmens anpassen. Diese Anforderungen sind für Daly der erste Hebel. Er hat sich mit Entscheidern aus dem Business zusammengesetzt, um sich die Prozesse des Unternehmens anzusehen. Gemeinsam suchen sie nach Wegen, Abläufe effizienter zu gestalten. Das Ziel: eine geringere Nutzung von Cloud-Diensten und mehr Kostentransparenz.

Zentrale Management- und Governance-Vorgaben

Dalys Kollege Alex Landis von der Firma AutoDesk spricht vom "Cloud-Fußabdruck". Sein Unternehmen arbeitet mit zentralen Management- und Governance-Vorgaben, um diesen Fußabdruck zu verringern.

Best Practices rund um dieses Thema sind gerade erst im Entstehen. Bernhard Golden, Director of Cloud Strategy bei Capital One, betrachtet die CloudCloud weniger als Technologie denn als ökonomisches Mittel der Digitalisierung. Er gibt Cloud-Verantwortlichen vier Ratschläge: Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

1. Bestimmen Sie, wer für welchen Service Geld ausgibt: Das heißt, dass die Nutzung jeder Anwendung kontrolliert werden muss, um die verbrauchten Ressourcen zuordnen zu können.

2. Vermeiden Sie eine Überversorgung: Es dürfen nur die Services bezahlt werden, die das Unternehmen wirklich braucht.

3. Rationieren Sie Ressourcen: Es kann aufschlussreich sein, für ausgewählte Regionen bestimmte Kapazitäten vorzugeben. Möglicherweise bekommt man diese Computing-Leistung vor Ort günstiger als nach dem On-Demand-Modell.

4. Nutzen Sie Skaleneffekte: Applikationen sollten so gestaltet sein, dass sie horizontal skalierbar sind.

Golden sprach mit CIO.com auch über die neue Rolle eines Directors of Cloud Strategy. Diese Funktion sollte jemand besetzen, der die Anforderungen des Business kennt und anwenden kann. Golden sagt: "Sie werden niemanden finden, der zehn Jahre Erfahrung im Management von Cloud-Kosten mitbringt!"

Mit Material von IDG News Services

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