Strategien


Studie der TU München

Software-Entwickler ignorieren Standards

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Nur gut jeder vierte Software-Entwickler arbeitet nach dem ISO Qualitätsstandard 9126. Statt dessen kommen meist selbst entwickelte Qualitätsmodelle zum Einsatz. Ein Projekt der Technischen Universität München will das ändern.

Trau keinem Standard, den Du nicht selbst gesetzt hast - nach diesem Motto scheinen die meisten Unternehmen Software zu entwickeln. Das legt zumindest die Studie "Software Quality Models in Practice" nahe, für die die Technische Universität München (TU) 125 Entscheider aus Deutschland und Österreich befragt hat. Ergebnis: 70 Prozent arbeiten mit einem unternehmenseigenen Qualitätsmodell.

Insgesamt 58 Prozent nutzen außerdem Quality Gates (Meilensteine im Projektverlauf), 43 Prozent Defect Classification (Modell zur Fehlerklassifikation). Danach wird es dünn. Den aktuellen Standard ISO 9126 verwenden nur 28 Prozent. Den noch im Aufbau befindlichen Nachfolger ISO 25000 setzen vier Prozent ein.

87 Prozent der Entscheider nehmen Anpassungen an den Qualitätsmodellen vor. Laut TU München wird das aber "in üblichen Qualitätsmodellen kaum unterstützt".

Auf die Frage, wie zufrieden die Unternehmen mit ihren Qualitätsmodellen sind, erhielten die Forscher denn auch laue Antworten. Auf einer Skala von Eins ("sehr unzufrieden") bis Zehn ("sehr zufrieden") gruppieren sich rund sechzig Prozent der Antworten auf den Rängen sechs bis acht.