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Bezahlen mit dem Handy - Vorbild Afrika

Telkos werden zu Banken

16.05.2011
Von Hartmut Wiehr

Eine Banklizenz zu besitzen wird nach diesem Vorbild interessant für hiesige Telcos. Die Deutsche Telekom soll sich bereits eine besorgt haben. Fernziel: die Abrechnung von Bezahlungen über den Handy-Account. Ob die Telcos dafür nur teilweise oder komplett auch noch eine Bank werden oder doch mit Finanzdienstleistern wie Cetrel, der Six Group oder sogar den klassischen Kreditkartenanbietern kooperieren, ist derzeit unentschieden.

Emil Büchler, Managing Director des Kartenbereichs bei der Six Group, die für 160 Schweizer BankenBanken den Zahlungsverkehr abwickelt, sieht sein Unternehmen gut aufgestellt für die kommende Entwicklung. Viele neue Anbieter von Mobile Payment würden das Transfer-Management und insbesondere den Umgang mit Risiken, wie er im Bankgeschäft erforderlich ist, noch unterschätzen. Top-Firmen der Branche Banken

Friedrich von Booz ist sich sicher: "Der sich hier eröffnende Payment-Markt stellt für die Telcos eine große Verlockung dar. Die Margen sind im Vergleich zum traditionellen Geschäft zwar niedriger, aber durch das Anbieten von neuen Bezahlmodellen könnten sie sich als All-in-One-Shop für ihre Kunden noch attraktiver machen. Und natürlich auch zusätzliche Gewinne verbuchen." Und vor allem können sie schon jetzt die Kunden eindeutig identifizieren, was sich auch beim Branding oder in Social Communities auszahlen würde.

"Gewisse Überzeugungsarbeit"

Gleich hinter den Telefongesellschaften drängen die großen IT-Ausstatter auf den Zukunftsmarkt. Ihr Interesse ist etwas anders gelagert. Wie Alberto Jimenez, Mobile Payments Leader bei IBMIBM USA, erzählt, habe man die Veränderungen bei SmartphonesSmartphones, mobilen Breitbandnetzen wie LTE, den Plänen der Telcos und dem Verbraucherverhalten genau analysiert. IBM wird nicht selbst als Anbieter auftreten, rechnet sich aber Chancen bei Software-Tools und vor allem bei der Ausrüstung mit der nötigen IT-Infrastruktur in den Rechenzentren aus. Zum Teil will man die Erfahrungen aus den Emerging Markets auf Europa und die USA übertragen. Jimenez sieht aber auch, dass klassische Bezahlmethoden je nach Land über eine hohe Akzeptanz verfügen, weshalb eine gewisse Überzeugungsarbeit zu leisten sei. Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

So beobachtet auch der Dienstleister Atos Origin noch eine gewisse Zurückhaltung für den deutschen Markt, obwohl er schon jetzt im Transaktionsgeschäft zwischen Telcos, Banken, Kartenanbietern und Endkunden aktiv ist. Laut Mobile-Payment-Spezialist Frank Strasser von Atos Origin wird es "noch mindestens fünf Jahre dauern, bis mobile Bezahlmethoden die klassische Kreditkarte ablösen".

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