iMac Pro im Test

Wer den schnellsten Mac aller Zeiten braucht

Jason schreibt als freier Autor unter anderem für unsere US-Schwesterpublikation Macworld.


Florian Maier beschäftigt sich mit diversen Themen rund um Technologie und Management.

iMac Pro 2017 im Benchmark-Test

Im Benchmark-Test muss der iMac Pro sowohl gegen meinen "alten" iMac Retina 5K (2014er-Modell mit SSD, 16 GB RAM, 4-GHz Intel Core i7), als auch gegen einen 2017er iMac Retina 5K (3,6-GHz Intel Core i7) antreten. Dabei habe ich möglichst realistische Tasks gewählt - also genau die Anwendungsfälle, für die ich mehr Power haben wollte: Audio Processing, Logic Pro, Datei-Exporte mit Final Cut Pro sowie einige andere Aufgaben in Zusammenhang mit Video- und Audiobearbeitung.

Hier die Ergebnisse der Benchmark-Tests im Überblick:

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Aufgaben, die die Vorteile von mehreren Prozessorkernen nutzen können, erledigte der iMac Pro doppelt so schnell wie das 2014er-Modell und in etwa 60 Prozent der Zeit, die der 2017er-iMac benötigte. Der Umstieg auf einen iMac Pro bedeutet also auch für Nutzer eines iMac der neuesten Generation einen gewaltigen Fortschritt. Dazu kommt noch die wie erwartet grandiose Performance der Radeon Pro Vega GPU.

Geht es aber um die Single-Core-Performance, können die Xeon-Prozessoren ihre Vorteile nicht wirklich ausspielen: In diesen Tests wird er vom aktuellen iMac ausgestochen. Wenn Sie also hauptsächlich Aufgaben bewältigen wollen, für die ein einzelner Kern zum Einsatz kommt, ist der iMac Pro nicht das Richtige für Sie. Dafür eignet sich der iMac Retina 5K deutlich besser. Und günstiger kommen Sie dabei zudem weg.

Der hybride Power Mac für Profis?

In einem Macworld-Beitrag habe ich mich bereits ausführlich mit dem ARM-Prozessor von Apple - dem T2 - beschäftigt, der zahlreiche Aufgaben erledigt, für die zuvor eigenständige Controller-Komponenten zum Einsatz kommen mussten. Allerdings ist der iMac Pro nicht der erste Mac, der einen ARM-Chip von Apple mit einem Intel-Prozessor zusammenbringt. Jedes Macbook Pro mit Touchbar hat schließlich den T1 Chip an Bord. Der T2 allerdings forciert eine Computing-Zukunft, in der der Mac dank eines "Helfer"-Chips, der neben CPU und GPU arbeitet, noch sicherer und effizienter wird.

Im iMac Pro ist der T2 zuständig für die Steuerung der Stereo-Lautsprecher, der internen Mikrofone und der Lüfter. Außerdem stellt der T2 auch einen Bildsignal-Prozessor für die überarbeitete 1080p-Facetime-Kamera zur Verfügung. Im Test präsentierte sich die Bildqualität im Vergleich zu der voriger iMacs mit dramatischen Verbesserungen. Beeindruckenderweise fungiert der T2-Chip darüber hinaus aber auch (wie bereits erwähnt) als System- und Disk-Controller und ist "Herr" zweier NAND-Speicherbänke, die die interne SSD des iMac Pro bilden. Der T2 verschlüsselt sämtliche Daten, die hier abgespeichert werden, nahtlos.

Natürlich würde man gar nicht bemerken, dass der T2 überhaupt da ist, wenn man nichts von seiner Existenz wüsste. Der iMac Pro arbeitet wie man das von einem Mac eben erwartet, mit Ausnahme einiger neuer Security-Features: Während der Über-iMac bootet, wird bereits der T2-Chip aktiv und überprüft, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Mit Standardeinstellungen ist das Booten durch eine nicht-autorisierte macOS-Version oder von einer externen Festplatte nicht möglich. Beides ist jedoch über den Einsatz der neuen Startup Security Utility möglich. Bootcamp-Benutzer dürfen sich zudem über Windows-10-Support freuen (beginnend mit dem Fall Creators Update).

Da es der erste iMac Pro ist und der erste Mac mit einem T2-Chip, war ich auch nicht überrascht, als sich im Test einige, kleinere Schwächen zeigten. Bei einigen Gelegenheiten schlug beispielsweise die Passwort-Eingabe fehl - um nach wenigen Sekunden dann doch noch zu klappen. Ein seltsames Gefühl. Die Installation von Bootcamp gelang mir im Test erst nach zwei erfolglosen Anläufen.

Positiv konnte sich im Test hingegen das Kühlsystem und die Lüfter des iMac Pro hervortun. Natürlich kann ich als 8-Core-User keine Aussage über die "Auswürfe" eines 16-Kerners treffen. Was die Standardversion angeht: Die Lüfter sind praktisch nicht hörbar. Auch bei völlig geräuschloser Umgebung sind sie nur wahrzunehmen, wenn man sein Ohr direkt ans Gehäuse hält. Auch unter Last war für mich im Test kein verstärktes Geräuschniveau wahrnehmbar. Das einzige Anzeichen dafür, dass der iMac Pro unter Last steht: Die Abluft wird wärmer.

So gut ist der iMac Pro wirklich

Der iMac Pro ist ein Mac Pro im Gewand eines iMac Retina 5K. Wenn Sie bislang letzteren benutzen und verzweifelt nach besserer Performance für ihre Multicore-Anwendungen dürsten, wird der iMac Pro liefern. Der kommende Mac Pro dürfte - insbesondere wenn es um die Nutzung mehrerer, externer Monitore geht - möglicherweise Vorteile bieten, da er sich höchstwahrscheinlich besser aufrüsten lassen wird.

Der iMac Pro hingegen bleibt, was er ist. Stand heute: Der schnellste Mac überhaupt mit Wahnsinns-Prozessoren, -Storage und -Connectivity - alles in einen atemberaubenden 5K-Screen gepresst. Wer die acht, zehn, 14 oder gar 18 Kerne des iMac Pro in Kombination mit der Radeon Pro Vega und der blitzartigen SSD nutzen kann und zu nutzen weiß, der bekommt eine begeisternde Kombination aus Mac Pro und iMac 5K geboten.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer US-Schwesterpublikation Macworld.

Zur Startseite