CIO Auf- und Aussteiger


MTU Aero Engines

CIO Lutz Seidenfaden plant IT-Strategie bis 2025

Jens Dose ist Redakteur des CIO Magazins. Neben den Kernthemen rund um CIOs und ihre Projekte beschäftigt er sich auch mit der Rolle des CISO und dessen Aufgabengebiet.
Seit Juni 2020 ist Lutz Seidenfaden IT-Leiter bei MTU Aero Engines. Er will eine umfassende IT-Strategie für den Triebwerk-Entwickler umsetzen.
Lutz Seidenfaden
Lutz Seidenfaden
Foto: Lutz Seidenfaden

"Ich konnte bereits umfangreiche Erfahrungen bei produzierenden Unternehmen im High-Tech-Sektor sammeln, aber die MTUMTU setzt noch eine Schippe oben drauf, was Technologie, Präzision und Genauigkeit betrifft," fasst Lutz SeidenfadenLutz Seidenfaden, neuer Senior Vice President Information Systems (CIO) von MTU Aero Engines, seine bisherigen Erfahrungen bei dem DAX-30-Unternehmen zusammen. "Als ich bei der MTU angefangen habe, nahm mich ein Kollege direkt mit in die Hallen, wo die Triebwerke der AirbusAirbus A320neo montiert werden, das hat mich sehr beeindruckt," berichtet der CIO. Top-500-Firmenprofil für Airbus Top-500-Firmenprofil für MTU Profil von Lutz Seidenfaden im CIO-Netzwerk

Seidenfaden löste die bisherige IT-Leiterin Pamela Herget-WehlitzPamela Herget-Wehlitz im Juni 2020 ab, die jetzt als Managing Partner bei der Personalberatung JBH Herget arbeitet. Der neue CIO kommt vom Automatisierungsspezialisten FestoFesto, wo er über zwölf Jahre verschiedene Führungspositionen innehatte. Zuletzt war der Manager dort Leiter Information Management IT Services. Als CIO der MTU berichtet Seidenfaden direkt an den Finanz- und IT-Vorstand Peter Kameritsch. Top-500-Firmenprofil für Festo Profil von Pamela Herget-Wehlitz im CIO-Netzwerk

IT-Strategie 2025

Der Neue hat viel vor. Eines der großen ProjekteProjekte sei es, eine neue Plattform für das Product Lifecycle Management (PLM) der MTU auf Basis von Siemens Teamcenter aufzubauen. Erste Schritte seien dabei bereits gemacht. "Ziel ist es, eine Datendurchgängigkeit über alle Prozesse darzustellen. Das erste Release soll Anfang nächsten Jahres in den produktiven Betrieb gehen," so Seidenfaden. Alles zu Projekte auf CIO.de

Darüber hinaus entwickelt der Manager gerade eine "IT-Strategie 2025". Die MTU-IT soll eine Hybrid-Umgebung aufbauen, in der Services aus der Cloud intelligent mit On-premises-Systemen verknüpft werden. Auf letzteren laufen beispielsweise Simulationen auf High-Performance-Computern für die Triebwerk-Entwicklung und Wartungsservices. Zudem unterliege das Unternehmen Vorgaben, nach denen bestimmte Daten lokal vorgehalten werden müssen. Für die CloudCloud-Services ist MTU derzeit mit verschiedenen Providern im Gespräch. Seidenfaden will vermeiden, von einem Anbieter abhängig zu sein. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Dabei müssen die DigitalisierungsstrategienDigitalisierungsstrategien der einzelnen Bereiche mit einbezogen werden. Im Entwicklungsbereich gibt es beispielsweise das Projekt Virtual Engine Simulation. Dabei soll im gesamten Entwicklungsprozess bis zur Zulassungsreife virtuell getestet werden, wie sich ein Flugzeugtriebwerk unter verschiedenen Bedingungen verhält. An dieser Stelle spielen IT, künstliche Intelligenzkünstliche Intelligenz und Big-Data-Analysen wichtige Rollen. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

Um die volle Unterstützung der Führungsebene zu erhalten wird Seidenfaden seine Strategie allen Management-Ebenen vorstellen und mit ihnen diskutieren. Darüber hinaus findet zweimal im Jahr ein sogenannter IT-Business Review statt, bei dem der CIO einem ausgewählten Gremium auf Vorstandsebene aktuelle IT-Projekte, Aktivitäten und StrategienStrategien vorstellt. Alles zu Strategien auf CIO.de

Digital Twin, Service-Plattform und Softskills

Auch beim Trend-Thema Digital Twin ist die MTU-IT tätig. "Das wollen wir im gesamten Lebenszyklus unserer Produkte einsetzen," so der CIO, "Die Triebwerke, die bei uns entwickelt werden, erhalten einen digitalen Zwilling und zudem kommt die Technologie auch im Instandhaltungsgeschäft zum Einsatz." Über die gesamte, etwa 25 Jahre dauernde Lebensdauer könnten die Triebwerke von Kunden digital überwacht, gewartet und mit neuen Daten angereichert werden.

Ein künftiges Projekt sei es, Value Added Services um das physische Produkt des Flugzeugtriebwerks herum zu entwickeln. Hier ist das Team um Seidenfaden dabei, eine Cloud-basierte Digital-Services-Plattform für die MTU-Kunden aufzubauen. Darin könnte der Hersteller seinen Kunden anhand von Predictive Maintenance und Simulationen Vorschläge zur Instandhaltungsstrategie für einzelne Treibwerke oder ganze Flugzeug-Flotten machen. Zudem soll die Plattform digital mit Angeboten wie Dokumentation der Wartungsleistung oder dem Triebwerk-Leasing-Programm der MTU verknüpft werden.

Um die Belegschaft auf kommende Trends und auch die veränderte Arbeitsweise während der Coronakrise vorzubereiten, hat die MTU-IT gemeinsam mit Standortverantwortlichen und der Personalabteilung ein "Future-Readiness-Programm" gestartet. Alle Mitarbeiter können sich in Webinaren, Schulungen, über FAQs und Informationsseiten Softskills für das mobile Arbeiten und digitale CollaborationCollaboration erarbeiten. Zudem werden Grundkenntnisse in Digitalisierungsthemen wie Cloud, KI oder Big DataBig Data vermittelt. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Collaboration auf CIO.de

Die MTU Aero Engines AGMTU Aero Engines AG hat ihren Sitz in München. Das Unternehmen beschäftigte im Jahr 2019 10.660 Mitarbeiter und erwirtschaftete 4,6 Milliarden Euro Umsatz. Weltweit arbeiten etwa 420 IT-Mitarbeiter in der globalen IT-Abteilung. Top-500-Firmenprofil für MTU Aero Engines AG

Zur Startseite