Finance IT


Anpassung interner IT-Systeme nötig

Firmenkunden von Banken: Kaum Ahnung von SEPA

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Vor SEPA sind alle Euros gleich: Mit Einführung der Single Euro Payments Area zum Beginn dieses Jahres soll im Bankwesen ein europaweit einheitlicher Zahlungsraum entstehen. Was das bedeutet, ist vielen Firmenkunden der Banken noch gar nicht klar. Sie wissen nur: Die Anpassung der internen IT-Systeme wird keine Kleinigkeit. Das geht aus einer Studie der PPI AG und der Universität Regensburg hervor.
Die wenigsten Firmenkunden von Banken kennen sich mit SEPA aus.
Die wenigsten Firmenkunden von Banken kennen sich mit SEPA aus.

Am Besten über SEPA informiert sind große Firmen (ab 50 Millionen Euro Jahresumsatz), von denen immerhin knapp jede zweite (48 Prozent) angibt, "relativ genaue Vorstellungen, was SEPA für unser Unternehmen bedeutet" zu haben. Weitere 41 Prozent der großen Konzerne trauen sich "relativ wage Vorstellungen" zu, die restlichen elf Prozent erklären offen: "Ich habe noch nie etwas davon gehört".

Dieses Bild wird mit schrumpfender Betriebsgröße dramatischer. So bekennt sich von den mittleren Unternehmen (zwei bis 50 Millionen Euro Jahresumsatz) jedes zweite zur Ahnungslosigkeit in Sachen SEPA - und bei den kleinen Betrieben (bis zwei Millionen Euro Jahresumsatz) sind es sogar 78 Prozent. Das ist nicht zuletzt den BankenBanken anzulasten. Die Befragten aus den kleinen Firmen berichteten, sie seien häufiger aus der Presse über den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum informiert worden als von ihrer Hausbank. Top-Firmen der Branche Banken

Unter den Entscheidern, die sich auskennen, halten 70 Prozent die Anpassung der internen IT-Systeme für die größte Herausforderung. Dabei wissen auch diese Studienteilnehmer nicht, welche Ausgaben auf sie zukommen. Jeder dritte rechnet nach eigenen Angaben mit "hohen Umstellungskosten".

Was die Anforderungen an Electronic-Banking-Systeme betrifft, erwarten 68 Prozent der Firmenkunden vor allem einen geringen Installations-, Einrichtungs- und Aktualisierungsaufwand. Außerdem wollen sie über ihre Lösung alle Kontoverbindungen verwalten können. Die Autoren der Studie sehen hier eine Diskrepanz zwischen Bank und Kunde: "Die Bedeutung des Installationsaufwands für Firmenkunden wurde von den Bankexperten in der vorangegangenen Befragung unterschätzt", stellen sie fest.

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