Strategien


Transformation in der Schwerindustrie

Thyssenkrupp Steel digitalisiert sich

Jens Dose ist Redakteur des CIO Magazins. Neben den Kernthemen rund um CIOs und ihre Projekte beschäftigt er sich auch mit der Rolle des CISO und dessen Aufgabengebiet.
Michael Kranz, CIO von ThyssenKrupp Steel, beschreibt den Weg von ersten Modernisierungsmaßnahmen bis zur neuen IT-Strategie 2030.
Auch ThyssenKrupp, im Bild der Standort Duisburg, macht sich in Sachen digitale Transformation auf den Weg.
Auch ThyssenKrupp, im Bild der Standort Duisburg, macht sich in Sachen digitale Transformation auf den Weg.
Foto: Thyssenkrupp

"Bevor ein Unternehmen Digitalisierungsprojekte startet, muss es Grundlagen wie Plattformen, Netzwerke und SecuritySecurity schaffen," sagt Michael Kranz, CIO von Thyssenkrupp Steel. Die IT-Strategie müsse zudem in der Business-Strategie verankert sein, um Mehrwerte für das Geschäft zu liefern. Die ersten Schritte dorthin unternahm der Manager schon vor acht Jahren mit dem Umbau der IT. Alles zu Security auf CIO.de

"In der ersten Evolutionsstufe unserer Transformation ging es um Enablement", berichtet er. "Wir wollten neue technische Möglichkeiten nutzbar machen." Dazu wurde zuerst die Infrastruktur modernisiert. Zugleich schuf der CIO die Voraussetzungen für Big-Data-Plattformen, IoT-Lösungen, die SAP-Harmonisierung und moderne Arbeitsplätze.

Eine Datenplattform für Produktion und Logistik

2012 begann er, in Abstimmung mit der Thyssenkrupp AGThyssenkrupp AG seine neue IT-Strategie auf den Weg zu bringen. Die Muttergesellschaft hatte damals bereits ein Programm mit Schwerpunkt im Finance-Bereich gestartet, mit dem die Infrastruktur konsolidiert sowie Daten und Prozesse harmonisiert werden sollten. "Das haben wir in der Stahlsparte alles umgesetzt, gleichzeitig aber auch weitergefasst," erinnert sich der IT-Chef. Top-500-Firmenprofil für ThyssenKrupp AG

"Wir hatten uns entschieden, Daten und Prozesse über das gesamte Unternehmen hinweg zu harmonisieren." Die IT-Landschaft setzte sich damals aus Legacy-Infrastruktur und -Applikationen zusammen, die nicht durchgängig miteinander vernetzt waren. Kranz wollte Plattformen einziehen, die die vertikalen Komponenten horizontal miteinander verbanden und so den Zugang zu den Daten erleichtern.

Michael Kranz, CIO bei Thyssenkrupp Steel: "Digitalisierung kann ihr Po­tenzial nur ausschöpfen, wenn Mitarbeiter die Techno­logien auch annehmen.“
Michael Kranz, CIO bei Thyssenkrupp Steel: "Digitalisierung kann ihr Po­tenzial nur ausschöpfen, wenn Mitarbeiter die Techno­logien auch annehmen.“
Foto: Thyssenkrupp

Besonders wichtig ist dabei für Thyssenkrupp Steel die zentrale Datenplattform, die das IT-Team 2015 implementierte. Dort fließen alle Informationen aus Produktion und Logistik zusammen, um Prozesse überwachen zu können. Kranz: "Wir produzieren rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Dabei haben wir beim flüssigen Stahl Anforderungen wie in der Prozessindustrie, während das Stahlcoil als Endprodukt in einem Mix aus kontinuierlicher und diskreter Fertigung erzeugt wird. Das alles muss gesteuert werden." Im Logistikbereich biete die Plattform alle Informationen, um sicherzustellen, dass die Ware im richtigen Zustand beim Kunden ankommt.

Legacy-Lücken schließen

Zum Geschäftsjahreswechsel 2017 führte das IT-Team ein neues integriertes SAP-System als zentrales Daten-Rückgrat ein. Daran sind beispielsweise alle Manufacturing Execution Systeme angeschlossen, mit denen die Produktionsprozesse in Echtzeit gesteuert werden. Mittlerweile arbeiten 7.000 Anwender mit dem System.

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