Strategien


IT-Systeme für Börsen

Das Sekundengeschäft

So hat die Düsseldorfer Börse im Oktober 2001 das Handelssystem Quotrix eingeführt; die Stuttgarter Börse entwickelte Tiqs (Trading Information and Quote System) für den Derivate-Handel; und die Bayerische Börse will sich von Xontro trennen und Anfang Mai mit dem selbst aufgesetzten Handelssystem Max One starten. Hinzu kommen neue Marktmodelle: Internalisierung heißt das Reizwort für viele Börsen. Dabei wickeln Banken an der Börse vorbei aus den eigenen Aktienbeständen Aufträge für Kunden ab. Plattformen dafür bieten die Frankfurter Börse mit Xetra Best, die Deutsche Bank mit PIP (Price Improvement Service) und bald auch Nasdaq mit Best Ex.

Börse in Berlin mit eigenem System

Mit Supermontage hat die Berliner Börse ohne eigene Entwicklungskosten ein neues Handelssystem erhalten. Ein vollständig selbst entwickeltes Handelssystem hätte den Etat gesprengt. "Das würde uns einen nicht unerheblichen zweistelligen Millionenbetrag kosten", so Ruppelt. Zudem hat sich die Börse für Eigenentwicklungen entschieden, die auf Basis von Xontro laufen. Dabei haben Ruppelt und seine fünf IT-Mitarbeiter mit bis zu 20 externen Programmierern und Testern einige unerfreuliche Erfahrungen gemacht. "Aber jetzt sind wir Herr unseres Systems und können schnell neue Funktionen einbauen."

Eine der größten Schwierigkeiten bestand darin, Fairness für alle Anleger zu garantieren - ein in der Öffentlichkeit kaum diskutiertes Thema. Jeder Markt-teilnehmer muss zu jedem Zeitpunkt dieselben Chancen haben, den HandelHandel auszuführen. Börse ist ein Sekundengeschäft. "An diesem Punkt war die Börsen-IT für mich eine echte Herausforderung", sagt Ruppelt. Top-Firmen der Branche Handel

Dagegen ist die Verfügbarkeit eines Handelssystems weniger anspruchsvoll. "Diese Probleme sind erkannt und gelöst. Das ist schon fast eine Ingenieurwissenschaft", so Ruppelt. Je nach Anforderung lässt sich Verfügbarkeit mit einem Tool-Set wie ein Getriebe zusammenbauen. "Es darf nicht passieren, dass eine Komponente das ganze System lahm legt", betont Ruppelt. "Da kann man viel machen - aber das kostet auch viel Geld."

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