Willenbrock-CIO Meyer

Daten werden bald über alle Branchen geteilt

03.12.2021
Von Ulrike Meyer
Ulrike Meyer von Willenbrock Fördertechnik wettet im CIO-Jahrbuch 2022, dass spätestens in fünf Jahren branchenübergreifend Daten ausgetauscht werden.
"Durch Data-Marketplaces können wir unsere Prozesse noch zielorientierter ausrichten und Kunden entlang der (Prozess-)Supply Chain in Echtzeit informieren", schreibt Ulrike Meyer, CIO und Digital Officer (CIDO) bei Willenbrock Fördertechnik, in ihrer Wette für das CIO-Jahrbuch 2022.
"Durch Data-Marketplaces können wir unsere Prozesse noch zielorientierter ausrichten und Kunden entlang der (Prozess-)Supply Chain in Echtzeit informieren", schreibt Ulrike Meyer, CIO und Digital Officer (CIDO) bei Willenbrock Fördertechnik, in ihrer Wette für das CIO-Jahrbuch 2022.
Foto: Willenbrock Fördertechnik

Ordern wir heute privat online ein Produkt, so ist es vollkommen üblich, dass wir per E-Mail oder Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone über den aktuellen Stand unserer Sendung informiert werden.

Vergeben wir einen Auftrag an ein Unternehmen, verlassen wir uns auf die ISO-Zertifizierung oder hoffen darauf, dass die nächsten Schritte eingeleitet werden. Spätestens wenn dieses Unternehmen mit weiteren Partnern kooperiert, erfahren wir oft erst bei der Übergabe, ob alle Prozesse erfolgreich ineinandergegriffen haben.

Die Datenlücke schließen

Ziel müsste doch sein, die Datenlücke zwischen "privat und geschäftlich" zu schließen. Warum sollten wir nicht auch geschäftlich Informationen austauschen, und das weit über die Sendungsverfolgungsnummer hinaus? Jedes Unternehmen verfügt über weitaus mehr Daten als es heute zur inhaltlichen Entscheidungsfindung nutzt. Da wir innerhalb des Unternehmens mit Datensilos zu kämpfen haben oder dem Missverständnis, dass die Daten einer Abteilung auch nur dieser gehören, bleibt der Mehrwert der Daten für angrenzende Gewerke noch gänzlich ungenutzt.

CIO-Jahrbuch 2022
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Foto: cio.de

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Ein schönes Schlagwort im Umfeld der Maschinenbauer ist "Predictive Maintenance", also die Selbsterkenntnis des Endgeräts zur notwendigen Wartung anhand der Auswertung selbst aggregierter Daten. Setzen wir diesen Gedanken entlang der Supply ChainSupply Chain logisch fort, so können wir diese Daten nicht nur mit dem Wartungsteam des Herstellers teilen, sondern zeitgleich mit dessen Einkauf für Rohstoffe und den Rahmenvertragslieferanten einzelner Komponenten. Alles zu Supply Chain auf CIO.de

Dem Kunden wird als Nutzen die "vorhersehbare Wartung" verkauft und dadurch ein verkürzter Ausfall der Maschine; so weit so gut. In der Umsetzung krankt es aber nicht am Erkennen der zu reparierenden Teile, sondern an der fehlenden - zukunftsgerichteten - Kommunikation mit dem Kunden. Wenn wir die Zukunft ein Stück weit vorhersagen können, warum behalten wir diese Information dann für uns? Plant der Kunde eventuell schon lange den Austausch eines Lagertors, oder will er dem Raum einen neuen Anstrich gönnen? Wenn ihm die Information über die Wartung der Maschine im kommenden Monat zur Verfügung steht, lassen sich alle anderen Gewerke darum herum organisieren. Der Mehrwert ist um ein Vielfaches höher als nur der rechtzeitige Austausch von Verschleißteilen.

Data Marketplace

Um den reibungslosen Ablauf komplexer Prozesse im Lager sicherzustellen, wird fast jeder Gabelstaplerfahrer durch ein Lagerverwaltungssystem unterstützt. In der Auftragsabwicklung werden Aufträge erstellt, auf dem PC-Terminal im Stapler dargestellt und je nach Priorität abgearbeitet. Selbst Gabelstapler, die nicht dem direkten Warenhandling zugeordnet sind, weil sie Leerpaletten wegfahren oder für Nachschub bei der Verpackung sorgen, werden durch den Einsatz von Software wie zum Beispiel der "Truck Call App" mittels Smartphones gesteuert. Damit ist der innerbetriebliche Datenfluss gewährleistet und sorgt für das Ineinandergreifen der einzelnen Prozesse.

Werden die Daten an eine gemeinsame Cloud, den "Data Marketplace" übermittelt, so meldet der Stapler dem LKW, dass er fertig beladen wurde und der LKW dem Kunden, dass er auf dem Weg ist. Heute melden sich LKW-Fahrer zwar digital, aber manuell beim Kunden für ein "Zeitfenster" an, um abgeladen zu werden. Zukünftig könnte diese Kommunikation nicht nur automatisiert erfolgen, sondern ein Fahrer wüsste bereits bei der Anfahrt, dass es zu Verzögerungen bei der Entladung kommen kann.

Wenn die Personalplanung beim Kunden dem Informationsfluss angepasst wird, greifen alle Prozesse auf Basis von (Zukunfts-)Daten ineinander. Nachgelagert lassen sich die Erfahrungswerte wieder für das Vorhersagen der in Zukunft notwendigen Prozesse verwenden. So könnte der Gabelstapler etwa direkt mit der Lagerverwaltung kommunizieren.

Noch mehr Datenaustauch im Zeitalter von Viren und ausgefeilten Hacker-Angriffen? Jetzt erst recht! Denn in etablierten Strukturen für einen branchenübergreifenden Datenaustausch, basierend auf festgelegten APIs, würden Abnormitäten eher auffallen, und die Sicherheit im Gesamtsystem würde sich verbessern. IT-Sicher­heit hat ihren eigenen Platz am "Round Table" des Datenaustauschs. Insbesondere, wenn firmenübergreifend Daten für den Kunden aufbereitet zur Verfügung gestellt werden, ist der gesicherte Austausch zwingend notwendig.

CIOs vereint euch!

CIOs sind heute bereits gut vernetzt, tauschen Erfahrungswerte aus, unterstützen sich gegenseitig. Wir sollten uns unter einer weiteren Prämisse an einen gemeinsamen Tisch setzen: Wie können die Daten des einen dem anderen im Prozess helfen?

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