Strategien


IT-Manager wetten

Die digitale Transformation der IT

Gerd Niehage ist CIO der B. Braun Melsungen AG.

Was Unternehmen in Zukunft brauchen, sind digitale Zwillinge von Personen, Dingen und Prozessen über Unternehmensgrenzen hinweg. Daten, die die digitalen Zwillinge repräsentieren. Technologien, die sie zum Leben erwecken. Prozesse, Daten und Technologien müssen verwaltet, überwacht und deren Änderungen gesteuert werden. Um den Anforderungen einer vielfältigen Gesellschaft gerecht zu werden, benötigt man koexistierende Schnittstellen zwischen der physikalischen und der digitalen Welt, die jederzeit, überall und sicher eingesetzt werden können.

Der Mensch ist für ein veränderungsarmes Leben optimiert. Die Stärke der Menschheit ist aber, sich zu vernetzen, zu kommunizieren und zu kooperieren und somit die notwendigen Kompetenzen auf viele Personen zu verteilen. Eine einzelne Person oder Abteilung wird dies in Zukunft nicht mehr leisten können. Agile Organisationen, Weitsicht und Visionen bringen die notwendige Anpassungsgeschwindigkeit.

Manche IT-Abteilungen haben sich dabei schon in den vergangenen Jahren einem radikalen Wandel unterworfen. Viele sind agil geworden und tragen damit der Kultur der schnellen Anpassungsfähigkeit Rechnung. Dies ist aber sinnlos, wenn die gesamte Organisation nicht agil wird. Denn dann droht Inkompatibilität. Viel wichtiger ist, dass die Fachbereiche agil werden und die IT-Abteilung das unterstützt. In den Fachbereichen muss mit Prozessen, Daten und Technologien experimentiert werden, um sich immer wieder schnell an neue Rahmenbedingungen anpassen zu können.

Anpassen oder Auslagern

Meiner Einschätzung nach müssen sich die IT-Abteilungen entlang der gesamten digitalen Transformation gemeinsam mit den Unternehmen einem radikalen Wandel unterwerfen. Die Aufgaben der IT werden dabei die Verwaltung, Überwachung und Steuerung der Änderungen von Prozessen, Daten und Technologien werden. Die Technologien selbst kommen von den Spezialisten auf dem Markt.

Wichtig ist, die Kontrolle über die Kompatibilität und das Zusammenspiel der Lösungen zu behalten und den Fachbereichen ein breites Portfolio an Prozessen, Daten und Technologien anzubieten, die diese selbstständig und agil gestalten können. Damit dies funktioniert, braucht es intensive Beratung, Schulung und Unterstützung der Fachbereiche.

Ich wette daher, dass bis zum Jahr 2026 entweder viele IT-Abteilungen ausgelagert werden oder sich an die Anforderungen der digitalen Transformation anpassen werden.

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