Strategien


CEOs hören mehr auf Marketing-Chefs

Gestatten: CIO, Marketing-Hiwi

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Welche Social-Media-Plattform findet der Marketing-Chef denn am besten - um solche Fragen dreht sich künftig der Alltag des CIO. Kommt es zum Konflikt mit dem Marketing, gibt der CEO dem Marketing recht. Diese düstere Vorstellung beschwört Werbe-Guru Larry Weber herauf.

Der Kunde ist König, der Kunde steht im Mittelpunkt - dieses Mantra zieht aus Sicht des CIO ungeahnte Konsequenzen nach sich. Marketing wird für Unternehmen immer wichtiger, und weil Marketing heute nicht mehr die Reklame im Werbefernsehen ist, sondern Social MediaSocial Media über diverse Kanäle, verbraucht der Chief Marketing Officer (CMO) viel IT-Leistung. Über die aber bestimmt er selbst. Alles zu Social Media auf CIO.de

Was das für die Zukunft des CIO heißt, beschreibt Paul Rubens von unserer US-Schwesterpublikation cio.com in seinem Beitrag "Are CIOs destined to work for the CMO?". Sein Kronzeuge ist Larry Weber, Chef der Weber Group Public Relations Company.

Dessen steile These: Die IT-Abteilung fungiert künftig als Technologie-Team der Marketing-Abteilung. "Es wird immer noch diese typischen langweiligen IT-Jobs geben, also arbeitslos wird der CIO nicht", erklärt Weber. "Aber auf lange Sicht glaube ich kaum, dass der CIO so wichtig sein wird wie der CMO."

Dabei seien diese Abteilungen sehr weit voneinander entfernt, so Weber weiter. Sie sähen anders aus, zögen sich anders an, und sie redeten nicht miteinander. Hier sieht Weber den CIO in der Bringschuld.

Glaubt man seinen Beobachtungen, hat der IT-Chef in diesem Konflikt die schlechteren Karten. Bei Auseinandersetzungen - etwa dann, wenn der CMO eine bestimmte Anwendung wolle, die der CIO aus Sicherheitsgründen ablehnt - stelle sich der CEO meist auf die Seite des Marketing-Chefs, sagt Weber.

Der PR-Mann sieht die Berufsbilder seiner eigenen Zunft in Rollen wie Community Manager, Vice President of Content oder Vice President of Social Media. Die der Informatiker sieht er als Technology Advisor of Marketing Department.

Kathleen Schaub, Vice President im CMO Advisory Service beim Marktforscher IDC, gibt Weber von der Tendenz her Recht. Sie bestätigt die wachsende Bedeutung des CMO und stimmt auch der These zu, dass Marketing-Aktivitäten immer mehr IT-Unterstützung beanspruchen. Budget-Fragen seien dabei nicht immer geklärt. Bei SaaS-Lösungen (Software as a Service), die ausschließlich für Marketing-Zwecke genutzt werden, sei die Zuordnung noch einfach. Schwieriger wird es etwa bei StorageStorage und Betriebskosten für Big-Data-Analytics. Alles zu Storage auf CIO.de

Schaub hält es aber für falsch, dass nur der CIO sich bewegen soll. Sie plädiert für eine Annäherung beider Seiten.

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