Bremse für CIO-Karriere

Raus aus der Opfer-Rolle

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Glaubt man Gorsline, hat er in seinen Jahren als Berufsanfänger selbst einen solchen Chef gehabt. Seine Kollegen und er hätten sich durch das Vertrauen ihres Vorgesetzten motiviert und angespornt gefühlt, berichtet er.

Mitarbeitern vertrauen und Fehler zulassen

Das Zweite ist eine Führungskultur, die Fehler zulässt. Wenn etwas schief läuft, kann es nicht darum gehen, einen "Schuldigen" zu suchen. Die Frage muss lauten, was aus dem Fehler zu lernen ist.

Gorsline jedenfalls rechnet seinem früheren Chef dessen Führungsqualitäten hoch an. Als er selbst Chef wurde, hat er diesen Stil weitergeführt. Als sein Team ein Projekt verbockt hatte, entschied sich Gorsline zu einem unkonventionellen Lösungsweg. Entwickelt hatte er den übrigens nicht selbst, sondern eine seiner Mitarbeiterinnen.

Die Frau sei am Montagmorgen völlig übermüdet ins Büro gekommen, so Gorsline. Sie habe ihm erzählt, dass sie am Wochenende fast nicht schlafen konnte wegen der Schwierigkeiten mit dem Projekt. Gleichzeitig habe sie einen Lösungsversuch erarbeitet. Gorsline schickte die Frau nach Hause, sie solle sich erst einmal ausschlafen - und am Dienstag ihren Lösungsvorschlag umsetzen.

Laut Gorsline konnte das Projekt - wenn auch mit deutlichen Zusatzkosten - doch noch gerettet werden. Sein Fazit: Die Mitarbeiterin hat eben nicht das Motto vertreten: "Dafür werde ich nicht bezahlt." Das habe sie selbst beflügelt und ihm als ihrem Chef den Rücken für Höheres freigehalten.

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