Strategien


CIO Thomas Schwachenwalde

Toom Baumarkt schafft eine agile IT

Jens Dose ist Redakteur des CIO Magazins. Neben den Kernthemen rund um CIOs und ihre Projekte beschäftigt er sich auch mit der Rolle des CISO und dessen Aufgabengebiet.
Gewachsene Legacy-Systeme erschweren es dem stationären Einzelhandel oft, moderne IT-Methoden und Technologien einzuführen. CIO Thomas Schwachenwalde hat die IT von Toom Baumarkt dennoch komplett agil aufgestellt.
Thomas Schwachenwalde ist IT-Leiter bei Toom Baumarkt.
Thomas Schwachenwalde ist IT-Leiter bei Toom Baumarkt.
Foto: Thomas Schwachenwalde

"Ich habe von Branchenkollegen schon oft gehört, dass sich agileagile Entwicklung und SAPSAP ausschließen," sagt Thomas Schwachenwalde, IT-Leiter von Toom BaumarktToom Baumarkt. "Wir wollten den Gegenbeweis antreten." Dazu hat der CIO mit direkter Anbindung an die Geschäftsführung im August 2019 begonnen, den klassisch in Projekt- und Betriebsabteilung aufgeteilten IT-Bereich mit agilen Teams neu zu organisieren. Top-500-Firmenprofil für Toom Baumarkt GmbH Alles zu Agile auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Vorbild E-Commerce

Bereits 2017 kam Schwachenwalde zu Toom und baute den Online-Handel innerhalb des Cross-Channel-Bereiches des Baumarkts mit agilen Methoden auf. "Das war die erste Keimzelle für die Transformation im Unternehmen. Wir haben gezeigt, dass der Entwicklungsprozess mit agilen Methoden stark beschleunigt werden kann," so der Manager. Darum wurde Schwachenwalde 2019 von der Geschäftsleitung beauftragt, auch die IT für den stationären HandelHandel zu modernisieren. Top-Firmen der Branche Handel

Toom arbeitet in diesem Bereich mit einer SAP ERPERP Retail-Anwendung, die on-premises läuft. Daran sind beispielsweise Warenwirtschafts-, Logistik- und Kassensysteme sowie Geräte zur mobilen Datenerfassung (MDE) für Bestellungen angegliedert. "Da das hochkomplexe Systeme sind, die stark miteinander verknüpft sind, dauerten die bisherigen Release-Zyklen etwa neun bis zwölf Monate," erinnert sich Schwachenwalde. "Das war einfach nicht mehr zeitgemäß und wir wollten vermeiden, dass intern Probleme entstehen, weil die Fachabteilungen lange warten müssen, bis ihre Anforderungen von der IT umgesetzt werden." Alles zu ERP auf CIO.de

Anlauf zum Sprint

Um das zu ändern, sollten die bisherigen Wasserfall-Zyklen durch agile Sprints ersetzt werden. Zuerst visierte der CIO zweiwöchentliche Auslieferungen an. "Durch die Natur des SAP-Systems, in dem viele Komponenten ineinandergreifen, mussten wir jedoch schon eine komplette Woche einplanen, um neue Entwicklungen für die Umgebung zu testen," so der Manager. Daher habe er die agilen Sprints auf vier Wochen ausgeweitet: drei Wochen für die Entwicklung und eine Woche für die Testphase.

Im Vergleich zu anderen agilen Methoden sei das zwar relativ lang, im Kontext der Toom-IT momentan aber die richtige Größe. Damit könnten neue Features schneller ausgeliefert und Probleme rasch gelöst werden. Beides geschehe nach an den Anforderungen des Business und der Kunden, denn: Jedes cross-funktionale DevOps-Team besteht aus Product Ownern, Entwicklern, Requirement Engineers, Testern, SAP-Beratern und Business-Analysten und ist sowohl für die Entwicklung als auch den Betrieb des von ihr betreuten Prozesses oder Produkts zuständig.

So werde sichergestellt, dass Feedback aus den Fachabteilungen für die IT direkt bei den Mitarbeitern landet, die dafür verantwortlich sind und diese ihr Produkt auch entsprechend anpassen. Damit steige die Qualität der Software generell. "Wenn es keine getrennten Abteilungen für Entwicklung und Betrieb mehr gibt, kommen Probleme direkt wieder zum verantwortlichen DeveloperDeveloper zurück," sagt Schwachenwalde. "Dadurch werden die Fehler direkt behoben und bei Neuentwicklungen achten die Teams stärker darauf, dass erst gar keine Probleme entstehen. Alles zu Developer auf CIO.de

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